
Hochschule für Landwirtschaft steht vor Kantonalisierung und Ausbau
Am 27. November hat das Konkordat der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft SHL seine Auflösung beschlossen; 2012 wird die SHL in Zollikofen vom Kanton Bern übernommen und vollständig in die Berner Fachhochschule integriert. Die Kantonalisierung wurde vorgängig bereits vom Berner Regierungsrat gutgeheissen. Gleichzeitig verpflichtet sich der Kanton zur Ausführung eines grossen Erweiterungsbaus für die stark wachsende Hochschule. Die rechtlichen Vereinbarungen müssen noch durch den Berner Grossen Rat, alle Kantone und Liechtenstein bestätigt werden.
Seit ihrer Gründung 1964 wird die Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft SHL in Zollikofen von einem Konkordat aller Schweizer Kantone und Liechtensteins getragen. Doch mit dem Fachhochschulgesetz wurde die Schweizerische Bildungslandschaft grundsätzlich umgekrempelt. Fast alle Universitäten und Fachhochschulen sind heute kantonal getragen. Deshalb hat nun das Konkordat der SHL beschlossen, die Hochschule per 1.1.2012 vollständig in die Berner Fachhochschule BFH zu integrieren, der sie seit über zehn Jahren bereits administrativ angegliedert ist.
In Bern willkommen
Die Modalitäten der Kantonalisierung der SHL wurden in einer Vereinbarung zwischen dem Konkordat und dem Kanton Bern ausgehandelt. Im Oktober hat der Berner Regierungsrat der Übernahme der Trägerschaft auf dieser Grundlage zugestimmt. Neben der Übernahme des Personals, der Verträge und der Aktiven und Passiven, ist auch der Übergang der Infrastrukturen geregelt. Zudem verpflichtet sich der Kanton Bern zur Ausführung des geplanten Erweiterungsbaus – unter der Voraussetzung, dass die bisherigen Konkordats-Partner 13.6 Millionen Franken der geschätzten rund sechzig Millionen Franken Investitionskosten übernehmen. Damit das Konkordat definitiv aufgelöst und die SHL in die Berner Fachhochschule integriert werden kann, müssen nun sämtliche Kantone und Liechtenstein formell zustimmen. Der Grosse Rat des Kantons Bern muss das Gesetz über die Konkordate der landwirtschaftlichen Hochschulen aufheben sowie die Schaffung eines BFH-Departements für Life Sciences sowie den Investitionskredit für den Erweiterungsbau beschliessen.
Bachelors sehr gefragt
Die SHL in Zollikofen bietet drei in ihrer Form einzigartige Bachelor-Studiengänge in Land- und Forstwirtschaft sowie Food Science & Management an. Neu kann auch ein Life Sciences-Master in angewandten Agrar- und Forstwissenschaften absolviert werden. Diese Angebote stossen auf ein stetig wachsendes Interesse. Seit dem Semesterstart im September zählt die SHL rund 450 Studierende, mehr als je zuvor. Zum Studium zugelassen werden Berufsleute mit der Berufsmatur oder Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, welche sich in einem einjährigen Berufspraktikum auf das praxisorientierte Studium vorbereitet haben. Die Berufsaussichten der Absolventinnen und Absolventen sind seit Jahren hervorragend. Gemäss den Umfragen finden praktisch alle Diplomierten unmittelbar nach Studienabschluss geeignete Stellen.
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