China-Forum

Zum dritten Mal hat das International Relations Office ein China-Forum organisiert, welches für alle BFH-Mitarbeitenden offen ist. Ziel des Forums war es, möglichst viele Personen aus den Departementen zu erreichen, damit ein Austausch über Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Chinesischen Partnerinstitutionen innerhalb der BFH stattfinden kann.

Die Veranstaltung hat einen Überblick über aktuelle China-Entwicklungen und neue Möglichkeiten für die BFH gegeben. Mit Freude durften wir Frau Xi Ru, Botschaftsrätin der Bildungsabteilung der chinesischen Botschaft Bern, empfangen. Sie informierte über die Entwicklungen der höheren Berufs- und Hochschulbildung in China, insbesondere in Bezug auf Fachhochschulen. Beim anschliessenden Apéro konnten die Teilnehmenden gemeinsame Interessen, Erlebnisse und Projektideen austauschen.

Zusammenfassung Präsentation Xi Ru, Botschaftsrätin der Bildungsabteilung der chinesischen Botschaft Bern
Es gibt vier Hochschultypen in China: höhere Berufscolleges, allgemeine Hochschulen (mit Erlaubnis zur Bachelor-Vergabe), Typ 211 und Typ 985.

Ein grosses Projekt zurzeit ist die Umwandlung lokaler chinesischer Hochschulen zu Fachhochschulen. Betroffen sind davon hauptsächlich die allgemeinen Hochschulen. Es sind meist neue Institutionen oder solche, die das Recht auf die Verleihung des Bachelor-Abschlusses erst kürzlich erhalten haben.

In den letzten 20 Jahren sind sehr viele neue Hochschulen entstanden, ohne dass die Qualität gesichert wurde. Zudem wurden alle Institutionen gleich aufgebaut, egal welchem Hochschultyp sie entsprechen. Die geplante Reform soll die Qualität der Absolventen verbessern, der Wirtschaft hochqualifizierte Fachkräfte anbieten, und die Gesellschaft harmonisieren. Ziele der Reform sind die Weiterentwicklung der Wirtschaft, ein vielfältiges Hochschulsystem, Erschaffung einer learning society, sowie die Schaffung eines modernen Bildungs- und Berufsbildungssystems.

Als konkrete Massnahmen wurden 600 Hochschulen bestimmt, zu Fachhochschulen zu werden. Projekte zur Bildung von Fachhochschulen wird der Vorzug gegeben. Zudem sollen entsprechende Angebote der Hochschulen und Fachbereiche unterstützt, ein Fonds für Pilotprojekte geschaffen, die Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen gesucht und die Zusammenarbeit mit der Industrie gefördert werden.

Aktueller Stand: Die AUAS (Association of Universities (Colleges) of Applied Sciences), welche als Austausch- und Diskussionsplattform dient, wurde 2013 gegründet und zählt heute 150 Mitgliedern aus 27 Provinzen. Daneben wurden Verträge mit grossen nationalen und internationalen Unternehmen unterzeichnet und die internationale Zusammenarbeit gepflegt.

Nächste Schritte: Weitere Pilotprojekte sollen entstehen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen optimiert werden. Zudem wird eine unabhängige Evaluation stattfinden und die internationale Zusammenarbeit wird verstärkt.

Präsentation Peter Eigenmann, Leiter International Relations Office BFH
Erste Diskussionen zur Hochschulreform zwischen der Schweiz (SBFI) und der AUAS haben im September 2014 stattgefunden. Zudem wurden einzelne Fachhochschulen direkt für Kooperationen angefragt. Inzwischen gibt es seit Juni 2015 das Memorandum of Understanding zwischen swissuniversities (Kammer Fachhochschulen) und der AUAS.

Daneben hat der Kanton Bern ein Sister Region Agreement mit Shenzhen abgeschlossen. Es sind also einige Aktivitäten zwischen der Schweiz und China im Gange.

Das Reformprojekt hat für eine einzelne Fachhochschule eine zu grosse Dimension.. Das Ressort Internationales der h BFH sieht dies als geeignetes Thema um einen Antrag für ein projet commun (Teilprojekt des SBFI Projektes Internationalisierung der Fachhochschulen 2013 – 2016) einreichen. Dazu braucht es mindestens zwei Schweizer Hochschulen und einen Partner im Ausland. Einreichetermin für den Projektantrag ist 1. Oktober 2015, der Entscheid wird dann Ende November gefällt. Im Projekt soll die nachhaltige Zusammenarbeit zwischen den Schweizer Fachhochschulen sowie themenfokussierte 1:1 Kooperationen (virtual Campus) aufgebaut werden. Zurzeit ist die BFH im Gespräch mit anderen Schweizer Fachhochschulen, um diese als Projektpartner zu gewinnen. Sollte das Projekt eingereicht werden können und Chancen auf Genehmigung haben, ist es wesentlich, dass die Departemente und Fachbereiche der BFH frühzeitig miteinbezogen werden können.

Bei Interesse oder Fragen bitte wenden an: Peter Eigenmann, eap2(at)bfh.ch, 031 848 33 50

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Autorin

Jolanda Kieliger

Projektmitarbeiterin IRO

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