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Häufig und oft nicht erkannt: Psychische Erkrankungen bei Schwangeren und nach der Geburt

15.03.2017

Jede 6. Schwangere oder junge Mutter wird in der Schweiz wegen einer psychischen Störung behandelt. Dies zeigt eine epidemiologische Studie der Berner Fachhochschule.

 

16.7% der Schwangeren und Frauen nach der Geburt sind von psychischen Erkrankungen betroffen. Viele Krankheitsfälle bleiben zudem unerkannt, weil die Betroffenen die Stigmatisierung durch ihre Krankheit befürchten. Die Forschenden der Berner Fachhochschule gehen deshalb davon aus, dass die Häufigkeit psychischer Erkrankungen höher ist als die erhobenen Daten dies zeigen.

 

Laut der Studie wurden die Betroffenen vor allem im ambulanten Bereich behandelt. Hier scheinen Frauen eher von ihren Problemen zu berichten als im stationären Bereich. Am häufigsten wurden die Betroffenen mit Psychopharmaka behandelt.

Bereits vor ihrer Schwangerschaft hatten 9.5% der Frauen psychische Probleme. Fast die Hälfte beendete die Behandlung mit Eintritt der Schwangerschaft. In dieser Zeit wäre aber eine fachliche Begleitung besonders wichtig, damit die Mutter auf die Anforderungen nach der Geburt vorbereitet ist.

 

Die Forschenden betonen, dass bei der Behandlung die spezifischen Bedürfnisse dieser Frauengruppe, ihrer Kinder und Familien berücksichtigt werden müssen. Denn die Heilungschancen für die meisten Erkrankungen sind gut.

 

Publikation (open access) veröffentlicht am 7 März 2017:

Berger A, Bachmann N, Signorell A, Erdin R, Oelhafen S, Reich O, Cignacco E. 

Perinatal mental disorders in Switzerland: prevalence estimates and use of mental-health services. Swiss Med Wkly. 2017; 147:w14417

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