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Insekten – das Fleisch der Zukunft?

30.03.2017

Ab dem 1. Mai dieses Jahres dürfen in der Schweiz Lebensmittel aus Insekten vermarktet werden. Verschiedene Grossverteiler haben angekündigt, solche Produkte ins Sortiment aufzunehmen. Eine Studie der Berner Fachhochschule hat untersucht, ob Schweizerinnen und Schweizer überhaupt zugreifen möchten.

 

In Europa und Nordamerika werden Insekten oft als schmutziges und schädliches Ungeziefer gesehen. Auch deshalb kommen sie hierzulande nicht auf den Teller. Die Welternährungsorganisation jedoch empfiehlt den Konsum von Insekten mit dem Argument der Nachhaltigkeit. Denn Insekten brauchen viel weniger Futter und Platz als beispielsweise Schweine oder Rinder, um die gleiche Menge an Proteinen zu liefern. Ausserdem erzeugen sie nur einen Bruchteil an Treibhausgasen. Und bezüglich gesundheitlicher Aspekte können die Sechsbeiner mit Rind, Huhn und Schwein mithalten. Sie liefern hochwertige Proteine, Eisen, Zink, Vitamine sowie Ballaststoffe und sind reich an ungesättigten Fettsäuren.

 

Nicht grundsätzlich abgeneigt

Ab Mai 2017 dürfen neu auch in der Schweiz Lebensmittel verkauft werden, die Insekten als Zutat enthalten. Doch wie offen sind die Konsument/innen gegenüber solchen Produkten überhaupt? Eine Studie der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL der Berner Fachhochschule ist dem in einer Befragung nachgegangen. Resultat: Rund 9 Prozent sind durchaus aufgeschlossen. Ein Drittel der Befragten wartet lieber mal ab und schaut was passiert, ist aber nicht grundsätzlich abgeneigt – vor allem wegen den Argumenten bezüglich Nachhaltigkeit und Gesundheit. Die übrigen Konsument/innen können sich Insekten auf dem Menüplan nicht vorstellen. Die Hälfte von ihnen findet zwar, dass die Pro-Argumente durchaus einleuchten, sagt aber trotzdem «Nein danke». Die andere Hälfte kann sich schlicht nicht vorstellen, Insekten zu essen.

   

Entscheidend ist der erste Versuch

«Unsere Befragung hat gezeigt, dass es keine unmögliche Mission ist, in der Schweiz Lebensmittel aus Insekten zu vermarkten. Es wird aber Zeit brauchen», zieht Thomas Brunner, Professor für Konsumentenverhalten und Autor der Studie, seine Schlüsse. Entscheidend sei, dass die Produkte den Geschmack der Neugierigen treffen. Ansonsten sei bei vielen nach dem ersten Versuch bereits Schluss. Finden Insektenburger und Co. aber Anklang bei den Vorkoster/innen, werden sie diese erneut kaufen und auch weiterempfehlen. In diesem Fall werden ihnen bald andere folgen. Laut Studie sind insgesamt rund 40 Prozent der Bevölkerung dem Konsum von Insekten nicht grundsätzlich abgeneigt. Überzeugen die Produkte im Geschmack, ist dies sowohl für Produzenten wie für den Handel ein interessanter Markt. 

 

Zur Medienmitteilung

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