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Neue Wege in der Herzkreislaufmedizin

22.02.2018

Die Häufigkeit von Herzrhythmusstörungen nimmt im Alter zu, entsprechend sind sichere und präzise Diagnosemethoden gefragt. Forscher der Berner Fachhochschule BFH beschreiten neue Wege in der Herzrhythmusanalyse und messen EKG-Signale in der Speiseröhre. Dort können Signale der Vorhöfe mit hoher Präzision und Signalqualität aufgezeichnet werden. Die Methode bedarf keiner Narkose. Die Forscher hoffen, dank dem neuen Werkzeug die Diagnosestellung und die Planung von medizinischen Eingriffen zu vereinfachen.

 

Am Face to Face Meeting vom 22. Februar 2018 im Switzerland Innovation Park Biel/Bienne stellen die BFH und die Solothurner Spitäler (SoH) ihre neue Zusammenarbeit vor. Sie wird den Praxisbezug zwischen Medizin und Forschung in Ingenieurwissenschaften weiter stärken. Mit der gemeinsamen Stiftung einer Tenure-Track Professur wird im Rahmen des langjährigen Forschungsprogramms eine wertvolle Brücke zwischen Forschung und Anwendung geschlagen. Ingenieure und Mediziner geben Einblick in ihre Praxis und die Fortschritte in der Herzkreislaufmedizin.

 

Werkstatt mit Herz

Der Elektroingenieur und Chefarzt Kardiologie der Solothurner Spitäler AG, Prof. Dr. med. et phil. nat. Rolf Vogel, betrachtet das Herz als ein wundersames, biologisches Objekt. Obwohl es seit jeher als Sinnbild unterschiedlichster Vorstellungen dient, kann das Herz ganz nüchtern als elektromechanische Maschine betrachtet werden: Eine Pumpe, die Blut im Kreislauf verschiebt und von einer elektronischen Zentrale (Herz-Rhythmus) gesteuert wird. Seit bald 9 Jahren forscht Rolf Vogel im interdisziplinären Team am Zugang über die Speiseröhre um Rhythmusstörungen zu suchen und profitiert von der sehr hohen Qualität der so gewonnen Herzsignale.

 

Mit der Förderprofessur wird eine enge, praktische Zusammenarbeit im Themenbereich Rhythmologie angestrebt. Während sich die Kardiologen des Bürgerspitals Solothurn und des Kantonsspitals Olten den klinischen Fragestellungen widmen, fokussiert sich das BFH-Zentrum Technologien in Sport und Medizin auf die technischen Herausforderungen.

 

Herzrhythmusanalyse aus der Speiseröhre

„Elektrokardiographie über die Speiseröhre ist seit langem für seine Qualitäten bekannt, die engen Platzverhältnisse und die unwirtliche Umgebung machten bisher exakte Messungen in der Speiseröhre schwierig. Das mehrjährige interdisziplinäre Forschungsprojekt zur 3D Elektrokardiographie führt sowohl beim Design der Mess-Katheter, wie auch bei der Signalverarbeitung zu erstaunlichen Lösungen“, so Dr. med. Reto Wildhaber, Doktorand an der BFH und ETH Zürich. 

 

BFH-Zentrum Technologien in Sport und Medizin

Das BFH-Zentrum Technologien in Sport und Medizin betreibt Forschung und Entwicklung im Bereich der Mikrotechnologie – am Puls der Wirtschaft und im Dienste des Menschen. Prof. Dr. Marcel Jacomet realisiert mit rund 70 jungen Ingenieuren, Doktoranden und Professoren solch neue Diagnosetools in der Medizintechnik, wie auch weitere Medtech-Projekte. Ein für die Entwicklung medizinischer Geräte zertifizierter Reinraum am BFH-Zentrum ermöglicht es, die neuartigen Katheter in Eigenregie nach medizinischen Qualitätsnormen zu produzieren.

 

Zur Medienmitteilung

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