BFH-Studentin imitiert Tropenholz

27.08.2020 Einheimisches Holz, das so aussieht wie tropisches Holz und fast diesselben Merkmale hat: BFH-Studentin Elena Nedelkoska gewinnt mit ihrem Projekt «WoDens Technology» einen Förderbeitrag.

Mahagoni, Meranti, Teak oder Bangkirai: Dies sind tropische Hölzer, die von der Industrie häufig für Stilmöbel, Terrassenböden, Küchengeräte oder sogar Musikinstrumente verwendet werden. Aufgrund des feuchtwarmen Klimas in tropischen Regenwäldern wird das Holz während des Wachstums dichter als unser heimisches Holz und damit unter anderem widerstandsfähiger gegen Pilze und Insekten. Zudem ist Tropenholz schon nur wegen seiner dunklen Färbung optisch beliebt, weshalb es häufig für teure Möbel und Luxusgegenstände verwendet wird. Das Problem ist nur: Tropische Bäume werden oft illegal abgeholzt und gehandelt. Wenn Hersteller Objekte aus Tropenholz verkaufen wollen, müssen sie viele Formulare ausfüllen und Zertifikate erwerben, die eine nachhaltige Nutzung des Regenwaldes garantieren sollen. Mit gutem Gewissen können solche Dinge aus Tropenholz wahrscheinlich ohnehin nicht gekauft werden. Was wäre also, wenn wir eine Alternative für Tropenholz hätten?
Genau das hat Elena Nedelkoska von der Berner Fachhochschule (BFH) für Holz, Architektur und Bauwesen in Biel erreicht: «Wir haben eine Technologie entwickelt, die einheimisches Holz so verarbeiten kann, dass der neue Werkstoff in Aussehen und Eigenschaften dem Tropenholz ähnelt», sagt die Masterstudentin. Das Projekt heisst «Wo-Dens Technology» und sie hat jetzt ein Stipendium von 30.000 Schweizer Franken erhalten.

In Dampf gepresst

Elena Nedelkoska hat ihre Wurzeln in Mazedonien. Nach ihrem Bachelor-Abschluss in  Skopje arbeitete sie fast fünf Jahre lang in einem Innenarchitekturbüro, wo sie Projekte planteund umsetzte: «Allerdings musste ich dort mit den auf dem Markt erhältlichen Materialien und Möbeln arbeiten », sagt die32-Jährige. Deshalb schrieb sie sich in den Masterstudiengang Holztechnologie an der Partnerhochschule BFH ein. Seitdem forscht sie an Holzwerkstoffen. Mit Erfolg: Nedelkoska ist es gelungen, ein Konzept für eine Technologie zu entwickeln, mit der Holz aus Schweizer Wäldern wie Buche, Ahorn, Fichte oder auch Linde so verarbeitet werden kann, dass ein neuer Werkstoff entsteht: «Konkret haben wir eine Maschine im Labormassstab gebaut, ein geschlossenes System, in dem wir verschiedene Parameter wie Holzfeuchte, Dampf, Druck und Temperatur steuern können», erklärt sie. Dabei kommt auch künstliche Intelligenz zur Anwendung: Ein maschinelles Lernmodell kann die endgültigen Eigenschaften des Holzes voraussagen, was später erlaubt, in Bezug auf Dichte und Farbe das Endergebnis nach den Kundenwünschen individuell anzupassen, wie die Studentin erklärt.

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