Hauptsache authentisch

26.02.2022 Wer in sozialen Medien glaubwürdig wirken möchte, muss ehrlich und authentisch sein. Auch beim Thema nachhaltige Ernährung. Zu diesem Schluss kommt BFH-HAFL-Alumna Ezgi Fistik in ihrer Masterarbeit.

Für viele von uns sind die sozialen Medien ein wichtiger Teil des Alltags. Wir informieren uns auf Facebook und Instagram, bleiben mit Bekannten und Familienangehörigen in Verbindung und bekommen Einblicke in das Leben anderer Menschen. Das kann negative Folgen haben – zum Beispiel, wenn man falschen Schönheitsidealen nacheifert. Aber Social Media kann auch Positives bewirken, etwa beim Thema Ernährung. Den Einfluss sozialer Medien auf ebendieses Thema hat BFH-HAFL-Masterabsolventin Ezgi Fistik in ihrer Abschlussarbeit untersucht.

«Nachhaltige, gesunde Ernährung interessiert mich sehr, denn die Umweltvorteile pflanzenbasierter Ernährung liegen auf der Hand», ist die 28-Jährige überzeugt. Dank ihrer enormen Reichweite sind soziale Medien auch für Ernährungsthemen ein idealer Kommunikationskanal. Fistik fragte sich, weshalb etwa Modeunternehmen auf Instagram Werbung machen und Influencerinnen erfolgreich für ihre Zwecke einsetzen, aber Fachpersonen in der Gesundheitsförderung diesen Kanal noch zu wenig nutzen. «Das hat mich dazu bewegt, Influencer und Kommunikationsexpertinnen zu interviewen.»
 

«Spontanes und Authentisches kommt auf Instagram gut an», sagt Ezgi Fistik. Bild vergrössern
«Spontanes und Authentisches kommt auf Instagram gut an», sagt Ezgi Fistik.

Je authentischer, desto besser

Fistik hatte das Glück, dass die Foodways Consulting GmbH gerade dabei war, eine Social-Media-Aktion zu starten. Das Unternehmen berät Restaurants, Verarbeitungsbetriebe und Behörden zur nachhaltigen Ernährung. Die «Plant Powered Challenge» – eine Art Wettbewerb – wurde auf Instagram lanciert und sollte junge Erwachsene mit Rezepten, Aufgaben und Tipps dazu motivieren, mehr Grünkost auf den Teller zu packen. «Diese Challenge bot mir die Gelegenheit, einen realen Kontext zu untersuchen», so Fistik. Eine Erkenntnis war, dass Influencer durchaus Chancen darin sehen, das Thema pflanzliche Ernährung auf Instagram zu spielen und damit bekannter zu machen.

Doch wie funktioniert das am besten? «Möglichst authentisch sein», meint Fistik. «Die Userinnen und User erkennen, wenn auf Instagram zu viel künstlich inszeniert wird, und schätzen es, wenn sie stattdessen spontan aufgenommene Momente sehen und ein Blick hinter die Kulissen gezeigt wird.» Wichtig sei zudem die Abwechslung. Am erfolgversprechendsten sei es, wenn unterschiedliche Posts wie Bilder, Rezepte, Videos mit Infotainment-Inhalten kombiniert würden und so eine Mischung aus Information und Unterhaltung böten. Einfach sei das Ganze aber nicht: «Es scheint eine Herausforderung zu sein, dieses Thema authentisch und unterhaltsam rüberzubringen. Und man muss auf Social Media immer auch mit kritischen Kommentaren und Reaktionen rechnen.»

Keine Schwarz-Weiss-Sicht

Die Liestalerin ist selbst auch auf den sozialen Medien aktiv. «Es macht mir durchaus Spass, bestimmte Momente aus meinem Leben mit meinem Umfeld zu teilen. Und ab und zu poste ich auch etwas zum Thema gesunde und ausgewogene Ernährung. Man sollte in den Diskussionen aber nicht in Schwarz-Weiss-Mustern denken, sondern offen sein und auch andere Meinungen zulassen», so Fistik weiter. Eines ihrer wichtigsten Anliegen ist es, Überkonsum zu vermeiden und bei den Lebensmitteln die Faktoren Regionalität und Saisonalität zu berücksichtigen.

Die Alumna arbeitet zurzeit als Ernährungsberaterin in einem Spital, wo sie über aktuelle Erkenntnisse in der Forschung informiert. Engagieren möchte sie sich in Zukunft vor allem im Bereich Nachhaltigkeit. «Das stelle ich mir vielseitig vor und ich möchte mit meinem erlernten Wissen einen Unterschied machen!»

Magazin infoHAFL

Dieser Beitrag ist Teil der Dezember-Ausgabe unseres Magazins infoHAFL.

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Rubrik: Studium