Airbag für Velofahrer kann nur bedingt überzeugen

29.03.2019 Frühling ist Velozeit. Während im Winter wegen Kälte, Schnee und Glätte viele aufs Fahrrad verzichten, kehren mit dem Frühling viele Velofahrer auf die Strassen zurück. Doch jährlich kommt es in der Schweiz zu über 4'000 Velounfällen. Der TCS hat dies zum Anlass genommen zwei neue, innovative "Helmarten" genauer unter die Lupe zu nehmen.

Helmalternative Airbag

Eine Alternative zum Helm stellt der Hövding 2.0 Airbag dar. Er wird als "Kragen" um den Hals getragen und soll beim Sturz nicht nur den Kopf, sondern auch Hals und Nacken schützen. Zu den Vorteilen des Hövding zählt, dass die Frisur nicht zerdrückt wird und die "Polsterung" bei dieser "Helm-Variante" dicker dimensioniert sein kann. Doch Tests des Dynamic Test Center zeigen, der Airbag kann nur in bestimmten Situationen die auf den Kopf einwirkenden Kräfte bei einem Aufprall deutlich reduzieren. Bei einer Kollision im Bereich der Fahrertür würde der Kopf deutlich vor einer Airbag-Auslösung auf der Dachkante aufschlagen. In dieser Situation würde ein normaler Velohelm mehr Schutz bieten. Auch bei einem herunterhängenden Ast würde die Auslösung nicht erfolgen. Negativ ins Gewicht fällt zudem, dass der Hövding erst unmittelbar vor dem Losfahren aktiviert werden darf und noch vor dem Absteigen deaktiviert werden muss. Zudem ist er für Mofas und schnelle E-Bikes nicht zulässig.

Immer Velohelm tragen

Der 1896 von Fahrradfahrern gegründete Touring Club Schweiz setzt sich seit je für Velofahrer ein und empfiehlt grundsätzlich das Tragen eines Helms auf sämtlichen Zweirädern. Dies obwohl in der Schweiz nur für schnelle E-Bikes und Mofas eine Helmtragpflicht herrscht. Neu dürfen Mofa-Lenker sogar wählen, ob sie einen Motorradhelm oder einen Velohelm tragen wollen. Im Ausland gelten aber andere Regeln. So besteht in einigen Ländern für 45-km/h-E-Bikes Motorradhelm-Pflicht.

Richtige Einstellung des Velohelms

Teure Helme sind nicht zwangsläufig besser als günstige. Wichtig ist, dass sich der Helm gut an den Kopf anpassen lässt, nicht wackelt und bequem ist. Die Riemchen vor und hinter den Ohren sowie unter dem Kinn müssen satt sitzen, dürfen aber nicht drücken. Die vordere Kante des Helms sollte zwei Finger breit über der Nasenwurzel sitzen. So ist das Gesicht bei einem Sturz gut geschützt. Durch Stürze beschädigte Helme sollten ersetzt werden, selbst dann, wenn keine Risse erkennbar sind.

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Fachgebiet: Ingenieurwesen + Technik