Eine Innovationskultur kann geschaffen werden

25.09.2019 Es lohnt sich, in Innovationen zu investieren. Doch müssen diese, um im Markt erfolgreich zu werden, ein künftiges Bedürfnis der Kundinnen und Kunden befriedigen. Die erfolgreichsten Innovationen sind oft diejenigen, die mit diesen zusammen erarbeitet werden.

Innovation ist mehr als die Erfindung von etwas Neuem. Es geht dabei immer auch um die Akzeptanz einer Neuheit im jeweiligen Markt. Dies zeigt sich daran, dass nicht jede patentfähige oder sogar patentierte Erfindung als eine Innovation im heute gebräuchlichen Sinne betrachtet werden kann. So auch die Magnetschwebebahn, die 1934 von Hermann Hemper erfunden wurde. Sein Patent bildet die Grundlage für den Transrapid, der in den 1990er-Jahren als wegweisend für einen modernen Personenverkehr galt. Doch bis heute ist die 2004 in China erbaute Strecke vom Flughafen Pudong nach Schanghai weltweit die einzige ihrer Art geblieben. Die technisch grossartige Erfindung wurde aus vielerlei Gründen im Markt nicht akzeptiert. Die erfolgreiche Vermarktung einer Innovation ist eine eigenständige Kompetenz, die nicht unterschätzt werden sollte. Für die Praxis müssen wir uns also folgende drei Fragen stellen:

  • Wo kommt die Inspiration her?
  • Wie wird daraus eine umsetzbare Idee?
  • Wie kann man damit Geld verdienen?

Die Bedürfnisse der künftigen Kunden erforschen

Was heute erfolgreich ist, wissen die meisten. Die Frage, die aber beantwortet werden muss, ist, was in der Zukunft erfolgreich sein wird. Einer der bewährten Wege, darauf eine Antwort zu finden, ist ein systematischer Blick in die Zukunft mittels Methoden wie Trendbarometer und Zukunftstrends. Zwar sind die heutigen Megatrends inzwischen relativ gut erforscht. Doch helfen diese Kenntnisse nur bedingt weiter. Denn es geht vielmehr darum, die daraus entstehenden Zukunftsbilder zu analysieren und zu interpretieren.

Neue Businessmodelle führen zu erheblichen Zäsuren

Innerhalb des Finanzsektors wird sicher der Megatrend Digitalisierung bzw. Konnektivität in all seinen Facetten gravierende Auswirkungen haben. Seien es die neue Technologie Blockchain und ihre Folgen, mögliche Prozessoptimierungen und Verbesserungen im User-Interface oder die Nutzung von künstlicher Intelligenz. All dies hat bereits zu grossen Veränderungen bei Prozessen und Dienstleistungen geführt. Doch dies ist mit grösster Wahrscheinlichkeit erst der Anfang. Studien gehen davon aus, dass der kommende Umbruch im Finanz- und Versicherungssektor massiver sein wird als das Aufkommen der Direktbanken für die klassischen Banken. Betrachtet man die Gründungswelle von Fintech-Start-ups, kann eine disruptive Veränderung des Marktes heute schon vorausgesagt werden. Für klassische Marktanbieter werden die neuen Fintechs aber nur dann gefährlich, wenn es nicht nur um Prozessverbesserungen und User-Interface-Veränderungen allein geht, sondern wenn neue Businessmodelle im Markt erfolgreich werden. Sie könnten, ähnlich wie Uber und Lyft den Taximarkt oder Airbnb den Hotelmarkt, die Finanzindustrie grundlegend verändern. Letztendlich geht es also darum, für das eigene Geschäftsmodell zu erkennen, wie eine mögliche Zukunft aussehen könnte und was in dieser Zukunft erfolgreich sein wird.

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Fachgebiet: Ingenieurwesen + Technik