Interdisziplinarität als Klebstoff

13.09.2019 Feinste Klebstoffgitter verbessern die Restaurierung von Kunstwerken. Die Methode wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Institut Alps und der Hochschule der Künste der Berner Fachhochschule weiterentwickelt.

Stellen Sie sich vor, ein Stück Geschichte in Form eines historischen Gemäldes liegt vor Ihnen. Der Wert des Bildes ist unschätzbar hoch. Sie stehen nun vor der delikaten Aufgabe, die abgelöste Leinwand wieder anzukleben. Wir Laien würden nun wohl zur Tube Cementit oder gar zur Heissleimpistole greifen und damit am Kunstwerk einen Schaden anrichten, der sich nicht rückgängig machen liesse.

Deshalb gibt es Menschen wie Mona Konietzny und Karolina Soppa. Die beiden lehren und forschen an der Hochschule der Künste Bern (HKB) in der Vertiefung Konservierung und Restaurierung von Gemälden und Skulpturen. Ein Teil ihres Berufes besteht darin, Lösungen für spezifische Probleme zu finden, die beim Restaurieren eines Werks auftreten. Sie wissen, dass die Hitze des Leims aus der Heissklebepistole das Gemälde beschädigen und die Malschicht deformieren könnte. Oder dass flüssige Klebstoffe stark in das Gewebe einziehen können, es damit versteifen und sogar schneller degradieren lassen. Doch moderne Restaurierung von Gemälden sollte möglichst minim in den Originalzustand eingreifen und dabei mindestens 50 Jahre halten. Weiter sollte sich das Material möglichst wieder komplett entfernen lassen.

Patrick Schwaller zusammen mit Mona Konietzny (links) und Karolina Soppa Bild vergrössern
Patrick Schwaller zusammen mit Mona Konietzny (links) und Karolina Soppa

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