Casanora gewinnt Demotape Clinic 2020

04.05.2020 Nora Ringgenberg a.k.a. Casanora gewinnt den Nachwuchswettbewerb am diesjährigen m4music in der Kategorie «Electronic». In einem kurzen Interview erzählt uns die HKB-Studentin mehr über ihr Leben als Musikerin und den Einfluss ihres Sound-Arts-Studiums auf ihre Musik.

Porträt Nora Ringgenberg Bild vergrössern

Die Demotape Clinic ist einer der wichtigsten Nachwuchswettbewerbe für Schweizer Musiker*innen. Den aktuellen Umständen entsprechend wurde er dieses Jahr «nur» digital durchgeführt. Die Auszeichnung zur vielversprechendsten Schweizer Electronica-Künstlerin des Jahres bringt Nora Ringgenberg ein Preisgeld von CHF 3000 ein.

Nora, du hast die Auszeichnung zur vielversprechendsten Electronica-Künstlerin erhalten. Herzliche Gratulation! Wie fühlt sich das für dich an?

Grazie mille :) Es fühlt sich sehr, sehr gut an, obwohl ich es immer noch nicht ganz realisiert habe.

Deine Musik ist nicht etwas, das man schon mal gehört hat. Du drückst dich da in einer ganz eigenen Sprache aus. Woher kommt denn die Inspiration für deine Songs?

Meistens ist der Ursprung der Lieder eine Szene oder eine Emotion, daraus kreiere ich dann eine passende Welt.

Du machst bereits Musik, seit du 16 Jahre alt bist. Wie hat das Studium an der HKB deine Musik beeinflusst?

Da muss ich dich korrigieren, ich mache Musik, seit ich 7 Jahre alt bin. Bevor ich mit 16 Jahren anfing, meine Musik selber zu produzieren, hatte ich bereits jahrelang am Konservatorium in Bern Klavier gespielt. Das Studium an der HKB hat mir klargemacht, dass ich nicht so komische Musik mache, wie ich immer gedacht habe. Ich habe mich das erste Mal verstanden gefühlt und habe dadurch ein musikalisches Zuhause gefunden. Das hat mir die Augen geöffnet und mir Selbstvertrauen gebracht. Und Zeit, meine eigene musikalische Sprache zu finden.

Was möchtest du mit deiner Musik erreichen?

Viele verschiedene Sachen: Kunst-Kollaborationen, im Ausland Anklang finden, in der Welt herumkommen mit meiner Musik. Schon lange träume ich von einem Auslandaufenthalt, um dort Musik machen zu können. Es würde mich freuen, wenn ich ein Vorbild für junge Leute sein könnte, insbesondere für junge Frauen. 

Abgesehen von deiner Leidenschaft zur Musik, hast du bestimmt auch noch andere Interessen. Wobei könnte man dich sonst noch antreffen?

Auf Reisen, beim Fotografieren, im Untergrund am Videoaufnahmen machen, an der Aare bei einem Spaziergang, in der Altstadt auf ein Bier, im ISC bei einem Konzert ...

Wie erlebst du die momentane Lage mit dem Coronavirus? Wie hat sich dein Alltag verändert?

Für mich hat sich nicht viel verändert, ich war schon vorher viel zu Hause, da ich von da aus hauptsächlich an meinen Projekten arbeite. Zurzeit bin ich an meinem Master-Abschlussprojekt. Mir geht es so gut wie schon lange nicht mehr, sehr gechillt dank Corona.

Interview: Daniela Nyffeler

Vor zwei Monaten war Casanora in der Sendung CH Beats auf Radio SRF zu Gast, wo sie u.a. auch ihre EP im Radiostudio live spielte.