Nicht nur Wissen vermitteln, sondern echte Kompetenz fördern

05.03.2019 Sie planen und bauen im wahrsten Sinne des Wortes die Zukunft der Industrie: Fachleute aus dem Bereich «Maschinentechnik». Doch angesichts der Digitalisierung wandelt sich auch ihr Berufsfeld. Die Berner Fachhochschule vermittelt ihren Maschinentechnik-Studierenden daher nicht nur bewährtes Fachwissen - sondern bringt ihnen auch bei, in einem dynamischen Markt immer einen Schritt voraus zu sein.

Profi Roland Hungerbühler, was zeichnet den Bachelorstudiengang «Maschinentechnik» an der Berner Fachhochschule aus?

Eine wesentliche Qualität unserer Ausbildung, liegt darin, dass wir unseren Studentinnen und Studenten einerseits hochwertige Studieninhalte sowie relevantes Know-how vermitteln und andererseits sicherstellen, dass sie die erworbenen Kompetenzen in einem sich dynamisch verändernden Markt sinnvoll umsetzen und anpassen können.

Warum ist das wichtig?

Die Industrie in der Schweiz - und überhaupt weltweit -  befindet sich in einem Wandel: Die digitale Transformation des Industriesektors ist in vollem Gange. Dies hat zur Folge, dass neue, digitale Technologien entlang der industriellen Wertschöpfungskette zum Tragen kommen. Dementsprechend verändert sich die Art und Weise, wie Produkte geplant, gefertigt und ausgeliefert werden. Dieser Paradigmenwechsel wird allgemein unter dem Begriff «Industrie 4.0» zusammengefasst. Genau für diese neue Industrie wollen wir unsere Studierenden rüsten. Und dafür reicht es nicht, ihnen nur die zentralen Kenntnisse der Maschinentechnik zu vermitteln. Deshalb nehmen unsere Studierenden in ihrem Abschlussjahr an einem sogenannten «Vertiefungskurs» teil.

Was wird in diesem Kurs vermittelt?

Ein grosser Schwerpunkt liegt im Bereich der digitalen Produktentwicklung. Dabei fokussieren wir besonders auf die Potenziale des «Digitalen Zwillings»: Damit ist gemeint, dass man industrielle Prototypen so lange wie möglich digital simuliert, anstatt sie real anzufertigen. Die Vorteile dieses Prinzips liegen auf der Hand: Durch die Simulation sparen Unternehmen Kosten und können die Produkt- sowie die Prozessentwicklung vorantreiben, ohne dabei Material zu verschwenden oder Maschinen zu blockieren. Die Möglichkeit, Produkte und Prozesse virtuell abbilden und damit verschiedene Szenarien durchspielen zu können, ist auch eine wichtige Voraussetzung, um den, sich verändernden Kundenbedürfnissen nach Fertigung-on-Demand sowie «Losgrösse 1» nachzukommen.

Warum findet der Kurs erst im letzten Studienjahr statt, wenn dessen Inhalte so wichtig sind?

Damit die Studierenden wirklich vom Kursinhalt profitieren können. Denn dafür müssen sie zuerst über das notwendige theoretische und praktische Rüstzeug verfügen. Auch die handwerklichen Fähigkeiten bzw. der Umgang mit komplexen Maschinen gehören zu den Voraussetzungen. Im Rahmen des Vertiefungskurses können die Teilnehmenden dann das Gelernte in einem innovativen Setting umsetzen. Zum Beispiel durch die Arbeit an hochmodernen Mikrofertigungsmaschinen. Und da wir eng mit dem «Institute for Applied Laser, Photonics and Surface Technologies» der Berner Fachhochschule zusammenarbeiten, dürfen unsere Studierenden an deren Hightech-Lasern eigene Fertigungsprozesse erproben.

Was sind Ihres Erachtens die grossen Herausforderungen, welche auf die Expertinnen und Experten des Maschinenbaus zukommen werden?

Die Digitalisierung führt zu einer immer rasanteren technologischen Weiterentwicklung. Derzeit befinden wir uns mitten in der sogenannten «Vierten Industriellen Revolution». Wenn wir zurückschauen, stellen wir fest, dass die Abstände zwischen diesen Revolutionen immer kürzer werden. Absolventinnen und Absolventen unseres Studiengangs können also davon ausgehen, dass noch während ihres Berufslebens die fünfte Revolution erfolgen wird. Um in einem sich so rapide entwickelnden Feld bestehen zu können, muss man agil sein und über die Kompetenz verfügen, sich ständig weiterzubilden. Genau diese Dynamik macht die Arbeit im Industriesektor so spannend. Wir von der Berner Fachhochschule legen darum grössten Wert darauf, einen maximalen Praxisbezug zu bieten und unsere Studierenden zu befähigen, mit den laufenden Innovationen nicht nur Schritt zu halten sondern die Entwicklungen aktiv voranzutreiben.
 

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Fachgebiet: Ingenieurwesen + Technik