Eine gewisse Ernüchterung nach den Pionierjahren

15.03.2019 Dank The Things Network können beliebige Anwender günstig ihre eigene IoT-Infrastruktur aufbauen und betreiben. In kurzer Zeit sind in der Schweiz mehrere regionale Hotspots entstanden, doch die Suche nach sinnvollen Anwendungen hat gerade erst begonnen. Ein Rückblick und ein Ausblick.

Internet of Things oder schlicht IoT ist ein Begriff mit geradezu magischem Klang. Die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen physischen und virtuellen Gegenständen und Geräten beflügelt seit einigen Jahren die Fantasie vieler Technikbegeisterter und der ICT-Branche insgesamt. Mit dem in den Niederlanden initiierten The Things Network (TTN) entstand ab 2015 ein offenes Netzwerk auf der Basis des Protokolls LoRaWAN (Long Range Wide Area Network), das allen Interessierten einen lizenzfreien Zugang zum Internet der Dinge ermöglicht. Auch in der Schweiz begeisterten sich Tüftler, Bastler und Bildungsinstitute für die neue Technologie. In nicht einmal drei Jahren nahmen mehr als 400 TTN-Antennen (Gateways) mit einer Reichweite von bis zu 5 oder mehr Kilometern den Betrieb auf. Sie gewährleisten heute an einigen Hotspots wie Zürich und Bern eine sehr gute Abdeckung und bieten Privaten, Unternehmen und weiteren Interessierten die Chance, in die Welt des IoT einzutauchen.

Wichtige Impulse der Berner Fachhochschule

Ein Treiber der rasanten Entwicklung in der Schweiz war die Berner Fachhochschule (BFH), die 2016 an ihren Standorten Bern, Biel und Burgdorf die erforderlichen Gateways für eine verlässliche regionale Funkversorgung installierte. Weitere Mitglieder haben sich der Berner Community angeschlossen, die heute über 90 Antennen betreibt – darunter jene auf dem Weissenstein, die mit einem Funkkontakt über gut 200 Kilometer einen Weltrekord aufgestellt hat. Erfreulicherweise sind auch Unternehmen dem Aufruf gefolgt, die Gelegenheit zum Einstieg in das IoT zu ergreifen. So entstanden in der Zusammenarbeit der BFH mit der Wirtschaft einige Projekte, mit denen praktische Anwendungen getestet wurden. Sowohl die BFH wie auch die Unternehmen profitierten, indem sie Erfahrungen mit der neuen Technologie sammeln konnten.

The things network
Fachgebiet: Informatik