Vom Elektronik-Lehrling zum FH-Professor

07.06.2019 Thomas Niederhauser (35), Professor der Abteilung für Mikro- und Medizintechnik an der Berner Fachhochschule, durchlief in seinem ungewöhnlichen Werdegang Stationen an der BFH, der Universität Bern und in der Industrie.

«Im Jahr 1999 begann ich meine Lehre als Elektroniker bei der Ascom AG in Bern. Mein Bruder und mein Vater sind beide Konstrukteure, ich konnte mich mehr für die Elektronik begeistern. Berufsbegleitend absolvierte ich die Berufsmaturität und wusste schon damals, dass ich daraufhin eine Fachhochschule besuchen werde. Aus privaten Gründen war für mich die Berner Fachhochschule in Burgdorf die erste Wahl. So begann ich 2003 nach der RS das Ingenieurstudium in Elektro- und Kommunikationstechnik, mein Eintritt in die Hochschullandschaft Elektroniksysteme.
Nach Abschluss des Erststudiums stand ich vor einer der wichtigsten Entscheidungen meines Berufslebens – weiterführendes Studium oder Industrielaufbahn. Während meiner Orientierungsphase entstand als Kooperation zwischen der BFH und der Universität Bern der Masterstudiengang ‹Biomedical Engineering›. FH-Abgänger zahlreicher Disziplinen wurde der Wechsel auf die universitäre Ebene ohne Auflagen gewährt, was schweizweit einzigartig war. Die Vertiefung ‹Electronic Implants› bot für mich zudem die Möglichkeit, meinen Fokus der kleinen Systeme in der Medizintechnik zu vertiefen. Zeitgleich erwarb ich im Rahmen einer flexiblen Teilzeitanstellung am damaligen Institut für mechatronische Systeme der BFH erste Kenntnisse der angewandten Forschung und Entwicklung. Dort war ich als Assistent von 2007 bis 2009 beschäftigt. Als Masterarbeit realisierte ich daraufhin eine Machbarkeitsstudie unter der Leitung von Professor Rolf Vogel an der Universität Bern.
Rolf Vogel, der mittlerweile Chefarzt Kardiologie der Solothurner Spitäler AG ist, ermöglichte mir als Doktorand am Forschungsprojekt zur Entwicklung des Monitors mitzuarbeiten. Die Aussicht auf einen Doktortitel im Fachgebiet ‹Biomedical Engineering› war verheissungsvoll. Einerseits, weil Professor Vogel für mich den optimalen Betreuer verkörperte und andererseits ein innovatives Produkt in enger Kooperation mit der BFH und der Industrie entstehen sollte.

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