Prüfdienstleistungen Einbruchhemmung

Für Fenster und Türen ermitteln wir die Einbruchhemmung durch Prüfung der Widerstandsfähigkeit gegen statische oder dynamische Belastung sowie manuellen Angriff.

Die Sicherheit ist ein zentrales Thema bei Türen und Fenstern. Die Anforderungen an einbruchhemmende Fenster und Türen sind auf europäischer Ebene klar geregelt. Wir beraten und unterstützen Sie bei der Auswahl der zu prüfenden Fenster- und Türenkonstruktionen, zur Erlangung der CE-Kennzeichnung und bei der Erfüllung der Anforderungen nach SIA 331 und SIA 343.

Leistungsangebot

Der Grossteil der durchgeführten Prüfungen ist nach ISO/IEC 17025 durch die Schweizerische Akkreditierungsstelle (SAS) akkreditiert (Akkreditierungsnummer: STS 317). Die SAS ist Mitglied der International Laboratory Accreditation Cooperation (ilac). Dadurch erlangen die bei uns akkreditierten Prüfungen internationale Anerkennung.

Wir prüfen nach folgenden Normen:

  • Einbruchhemmung: Anforderung und Klassifizierung (EN 1627*, SIA 343.201*)
  • Prüfverfahren zur Ermittlung der Widerstandsfähigkeit unter statischer Belastung (EN 1628*, SIA 343.202*)
  • Prüfverfahren zur Ermittlung der Widerstandsfähigkeit unter dynamischer Belastung (EN 1629*, SIA 343.203*)
  • Prüfverfahren zur Ermittlung der Widerstandsfähigkeit gegen manuellen Angriff (EN 1630*, SIA 343.204*)
  • Produktnorm, Leistungseigenschaften (EN 14351-1)
  • Sicherheitssonderverglasung – Prüfverhalten und Klasseneinteilung des Widerstandes gegen manuellen Angriff (EN 356)
  • Schlösser und Baubeschläge – Türdrücker und Türknäufe – Anforderungen und Prüfverfahren (EN 1906)
  • Baubeschläge – Schliesszylinder für Schlösser – Anforderungen und Prüfverfahren (EN 1303)
  • Schlösser und Baubeschläge – Schlösser – Mechanisch betätigte Schlösser und Schliessbleche – Anforderungen und Prüfverfahren (EN 12209)

* durch die Schweizerische Akkreditierungsstelle (SAS) akkreditierte Prüfungen

Sämtliche Aufträge werden von geschulten Spezialistinnen und Spezialisten aus dem jeweiligen Fachgebiet durchgeführt und vertraulich behandelt.

Widerstandsklassen Einbruchhemmung

Die Anforderungen an Fenster, Türen und Abschlüsse sind in der Norm EN 1627 in sechs verschiedene Widerstandsklassen eingeteilt.

Der Gelegenheitseinbrecher versucht, Zutritt zu erlangen mit Hilfe einfacher kleiner Werkzeuge und körperlicher Gewalt, z. B. durch Treten, Schulterstoss, Hochheben, Herausreissen. Der Einbrecher versucht typischerweise, Gelegenheiten auszunutzen, verfügt über keine speziellen Informationen über den Widerstandsgrad des Bauproduktes, hat wenig Zeit und vermeidet Lärm. Er hat keine spezielle Kenntnis über die wahrscheinliche Beute und der Einbrecher ist nur in geringem Masse zum Risiko bereit.

Der Gelegenheitseinbrecher versucht zusätzlich, mit Hilfe einfacher Werkzeuge Zutritt zu erlangen, wie z. B. Schraubendreher, Zange, Keil und bei Gitterelementen oder freiliegenden Bändern mit Hilfe kleiner Handsägen. Durch die Verwendung von bohrgeschützten Schliesszylindern kann auf einfache mechanische Bohrwerkzeuge im Werkzeugsatz verzichtet werden. Der Einbrecher versucht typischerweise, Gelegenheiten auszunutzen, verfügt nur über geringfügige Informationen über den wahrscheinlichen Widerstandsgrad des Bauproduktes, hat wenig Zeit und vermeidet Lärm. Er hat keine spezielle Kenntnis über die wahrscheinliche Beute und der Einbrecher ist nur in geringem Masse zum Risiko bereit.

Der Einbrecher versucht Zutritt zu erlangen mit Hilfe eines Kuhfusses, eines zusätzlichen Schraubendrehers sowie Handwerkzeugen, wie einem kleinen Hammer, Splinttreiber und einem mechanischen Bohrer. Durch den Einsatz des Kuhfusses hat der Einbrecher die Möglichkeit, mehr Kraft auszuüben. Mit dem Bohrwerkzeug kann der Einbrecher anfällige Schliessvorrichtungen angreifen. Der Einbrecher versucht typischerweise, die Gelegenheiten auszunutzen, verfügt über einige spezielle Informationen über den möglichen Widerstandsgrad des Bauproduktes, hat muss sowohl Zeit als auch Lärm berücksichtigen. Er hat keine spezielle Kenntnis über die wahrscheinliche Beute und der Einbrecher ist bedingt zum Risiko bereit.
 

Der erfahrene Einbrecher nutzt zusätzlich einen schweren Hammer, eine Axt, Stemmeisen sowie einen tragbaren batteriebetriebenen Bohrer. Durch den schweren Hammer, die Axt und den Bohrer verfügt der Einbrecher über eine grössere Bandbreite von Angriffsmöglichkeiten. Der Einbrecher erwartet eine angemessene Beute und ist vermutlich entschlossen, sich Zutritt zu verschaffen. Ferner ist er weniger beunruhigt in Bezug auf den durch ihn entstehenden Lärm und bereit, ein höheres Risiko einzugehen.

Der sehr erfahrene Einbrecher nutzt zusätzlich Elektrowerkzeuge, z. B. Bohrer, Loch- und Stichsäge und einen Winkelschleifer mit einer Scheibe von max. 125 mm Durchmesser. Durch den Einsatz des Winkelschleifers erhöht sich die Bandbreite potentiell erfolgreicher Angriffsmethoden weiter. Der Einbrecher erwartet eine angemessene Beute, ist entschlossen, sich Zutritt zu verschaffen und gut organisiert. Er ist kaum beunruhigt in Bezug auf den durch ihn entstehenden Lärm und bereit, ein hohes Risiko einzugehen.

Der sehr erfahrene Einbrecher nutzt zusätzlich Spalthämmer, leistungsstarke Elektrowerkzeuge, z. B. Bohrer, Loch- und Stichsägen und einen Winkelschleifer mit einer Scheibe von max. 230 mm Durchmesser. Die Werkzeuge können von einer einzigen Person gehandhabt werden, sind sehr leistungsfähig und potentiell sehr wirkungsvoll. Der Einbrecher erwartet eine entsprechend grosse Beute, ist entschlossen, sich Zutritt zu verschaffen und sehr gut organisiert. Er ist nicht beunruhigt in Bezug auf den durch ihn entstehenden Lärm und bereit, ein hohes Risiko einzugehen.

* Bei RC1N und RC2N bestehen keine Anforderungen an die Verglasung am Einbauort. Allerdings wird empfohlen, diese Bauteile nur dort einzubauen, wo sie vom Täter schwierig zu erreichen sind. Empfehlung: mindestens 3 m über und 1 m seitlich von einem festen Standplatz. Für die Prüfung ist jedoch ein Verbundsicherheitsglas der Klasse P4A nach EN 356 einzubauen.