PSAM – Plattform für Methodenanbietende

Bei der aktuellen Weiterentwicklung von «RISE 3.0» zu «RISE 4.0» arbeitet die BFH an einer generischen Software-Plattform, auf der auch andere Nachhaltigkeitsanalysemethoden aus Landwirtschaft und weiteren Branchen betrieben werden können. Diese nennt sich PSAM (Platform for Sustainability Assessment Methods) und bietet eine professionelle Softwarelösung, für die Datenerfassung, Indikatorenberechnung und Berichterstellung.

Was PSAM einzigartig macht, ist auch, dass Indikatoren zwischen Methoden ausgetauscht werden können, so dass möglichst viel Synergie und vorhandenes Wissen genutzt werden kann.

Nachhaltigkeitsanalysen für die Zukunft

Weiterentwicklung der RISE-Software

Seit 20 Jahren wird kontinuierlich an und mit RISE gearbeitet, um eine stets zeitgemässe und langfristig zuverlässige Technologie gewährleisten zu können. Zurzeit wird RISE 4.0 entwickelt, welche die aktuelle Software RISE 3.0 voraussichtlich im ersten Quartal 2023 ablösen wird.

Jetzige RISE 3.0 Benutzer*innen werden in diesem Übergang von dem RISE-Team begleitet und unterstützt. Die Daten von vorherigen Betriebserhebungen und hinterlegte Master- und Referenzdaten werden migriert werden, RISE-Nutzer*innen brauchen diesbezüglich selbst keine Vorkehrungen zu treffen.

Durch eine moderne Benutzeroberfläche, einer verbesserten Leistung und Benutzerfreundlichkeit wird mit RISE 4.0 die Bewertung der Nachhaltigkeit auf ein neues Level gebracht. RISE 4.0 wird weiterhin:

  • ein benutzerfreundliches, zugängliches und anpassungsfähiges IT-Instrument sein.
  • auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kundengruppen (z. B. Lehre, Beratung, Lebensmittelverarbeitung und Entwicklungszusammenarbeit) abgestimmt sein.
  • aus einer Datenbank mit Benutzerverwaltung mit gewährleistetem Datenschutz, Algorithmen, Master- und Referenzdaten bestehen.

Im Zuge der vollständigen technischen Überarbeitung von RISE wurde die Chance erkannt und genutzt, gleichzeitig die Plattform PSAM zu entwickeln. 

PSAM – Weshalb eine Plattform?

Eine wachsende Zahl von Initiativen, Projekten und Organisationen entwickelt auf der ganzen Welt Indikatoren und Systeme zur Bewertung der Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Produktion und der Produktionskette. Insgesamt gibt es mehr als 60 multidimensionale Analysemethoden und Standards für eine nachhaltige Landwirtschaft, die eine große Anzahl von Indikatoren mit sich bringen. Aber auch in vor und nachgelagerten Branchen der Landwirtschaft sind zahlreiche Indikatoren-Rahmenwerke mit ähnliches Zielen und Inhalten entstanden. Obschon sich die Methoden in ihrem Anwendungszweck und Zielgruppen unterscheiden, wären nicht selten die benötigten Indikatoren bereits vorhanden.

Die Entwicklung dieser Indikatoren erfordert ein erhebliches Maß an Know-how und Erfahrung von vielen Akteuren, wobei die Entwickler*innen meist vor denselben Herausforderungen stehen. Indikatoren zu erarbeiten ist nicht einfach, sie müssen auf einen bestimmten Zweck zugeschnitten sein und dabei spezifisch und relevant genug sind, um den SMART-Indikatorgrundsätzen zu entsprechen. Ungeeignete Indikatoren liefern falsche Einschätzungen der Situation und können zu falschen Entscheidungen führen.

Nebst der wissenschaftlichen Expertenarbeit zur inhaltlichen Entwicklung der Indikatoren, investieren Systementwickler auch in individuelle Informatiklösungen zur Erfassung von Daten, die Berechnung der Indikatoren und das Anzeigen der Analyseresultate. Dies können Tabellenkalkulationsprogramme, beispielsweise in Excel, aber auch fortgeschrittene IT-Lösungen sein. Dazugehörige Funktionen wie Benutzerverwaltung, Datenbanken zur Datenverwaltung, attraktive Benutzeroberflächen, Datenimport- und -exportfunktionen und Dokumentation (z.B. Berichte, Handbücher, Arbeitsmaterialien, Verträge) werden meist dazu entwickelt.

 

 

PSAM Logo

Aufbau von PSAM

Mit der Plattform PSAM soll neu vorhandenes Know-how gemeinsam genutzt, Erfahrungen ausgetauscht und Synergien ausgeschöpft werden. Methodenentwickler*innen können ihre Methoden auf der PSAM-Software betreiben lassen und von der generischen Architektur, Softwareoberfläche und Infrastruktur profitieren. Eigene Indikatoren können in das PSAM-System einprogrammiert werden, auf Wunsch können dies für den Austausch mit anderen freigegeben werden. Um das eigene Indikatorenrahmenwerk zu vervollständigen, kann man sich an anderen Indikatoren bedienen und so ein Packet zusammenstellen, das den eigenen Anforderungen entspricht. So können die Methodenentwickler*innen ihre Ressourcen in die Umsetzung der Methoden in die Praxis und die tatsächliche Verbesserung der landwirtschaftlichen Nachhaltigkeit verwenden.

Aufbau von PSAM Bild vergrössern

PSAM ist eine solide konzeptionelle Softwaregrundlage und liefert ein gemeinschaftszentriertes Modell für die gemeinsame Nutzung von Methoden und Indikatoren. So wird PSAM eine digitale Umsetzung von Indikator-basierten Bewertungsmethoden erheblich vereinfacht. Dies einerseits dadurch, dass auch komplexere wissenschaftliche Berechnungen direkt durch IT-Fachpersonen spezifiziert und gepflegt werden können und keine Informatik-spezifischen Fähigkeiten (z.B. Programmierung) notwendig sind. Andererseits durch die Möglichkeit des Austausches und der Mehrfachverwendung von Berechnungen, Indikatoren oder ganzen Teilmethoden.

Die Plattform ermöglicht es den PSAM-Teilnehmenden, ihre eigene anpassbare Instanz ("Software") der Plattformanwendung zu haben. Auf der Grundlage eines generischen Werkzeugkastens können sie das Design der Benutzeroberfläche, die Zugangsseite und andere Funktionen entsprechend ihren spezifischen Anforderungen anpassen. Dies sorgt für eine optimal auf unterschiedliche Anwendungsbereiche abgestimmte Betriebsumgebung und damit für eine hohe Akzeptanz.

Die Austauschbarkeit von Indikatoren zwischen den Methoden ist ein Hauptvorteil der Plattform. Um dies zu ermöglichen, ist es unerlässlich, dass die Indikatoren gemeinsamen Grundsätzen entsprechen. Dies betrifft die Definition der Indikatoren, die Dokumentation und die Berechnungsmethode. Um dies zu erreichen, werden alle Indikatoren auf der Plattform auf einheitliche Weise mit Hilfe eines Indikatorassistenten erfasst, der die relevanten Merkmale umfasst.

Die Plattform ermöglicht eine flexible Kombination von Indikatoren und das Erstellen von auf spezifische Bedürfnisse ausgerichtete, individuelle Rahmenwerke. Dies verbessert die Qualität und Passgenauigkeit der einzelnen Indikatorensysteme und liefert präzisere und genauere Informationen und Ergebnisse.

Die PSAM-Teilnehmenden können ihre eigenen selbstentwickelten Indikatoren auf der Plattform zur Verfügung stellen und mit anderen teilen, aber sich auch an Indikatoren aus bestehenden Methoden, beispielsweise RISE, bedienen. Jeder Plattformteilnehmer hat dadurch Zugang zu mehr Indikatoren. Das hilft, die eigenen Indikatoren zu verbessern, Lösungen für neue Kontexte zu entwickeln (beispielsweise Analysen auf der Verarbeitungsstufe) und Synergien zu nutzen, indem Indikatoren wiederverwendet und nicht neu entwickelt werden.

Kontakt

Wünschen Sie mehr Informationen zu dem PSAM-Projekt oder möchten Sie sich mit uns darüber Austauschen? Dann kontaktieren Sie uns, wir sind gespannt auf Ihre Ideen und Fragen.