Popmusik im Kontext

Das Forschungsfeld befasst sich mit den musikalischen, technologischen und soziologischen Gebieten aktueller Pop- und Rockmusik im Kontext von angrenzenden Gebieten wie Film/Video, Literatur, Design oder Mode.

Innerhalb dieses stark vernetzten Feldes werden Fragen nach der Entwicklung von neuen Strömungen zwischen Sub- und Massenkultur und nach Verbindungen zwischen künstlerischen Produktions- und Rezeptionsebenen gestellt.

Die Forschungsarbeit basiert auf einer Diversität von Methoden (Cultural Studies, Science and Technology Studies STS, Akteur-Netzwerk-Theorie ANT oder der sich neu entwickelnden AMT – Akteur-Medien-Theorie) und einer direkten Auseinandersetzung mit den Akteuren selbst. Forschung auf dem Gebiet Popkultur ist an aktuellen Themen orientiert, unmittelbar und kommunikativ.

Studierende und angehende Forscher finden mit Popmusik im Kontext einen Bereich vor, in dem zahlreiche relevante Themen bislang unerforscht sind. Wir sind dem Wissensgewinn verpflichtet und binden Interessierte in unsere nationalen und internationalen Forschungs-Netzwerke, Projekte, Workshops und Tagungen aktiv ein.

Kernkompetenzen

  • Design von Style- und Genre-Ästhetik
  • Gestaltung von Sound-Environments
  • Anwendung von Musiktechnologie in audiovisuellen Kontexten
  • Text- und Bildgestaltung im popkulturellen Kontext
  • Ausstellungen und Workshops zu Pop- und Rockmusik
  • Gestaltung von Radiosendungen und Podcasts im Bereich Rock und Pop
  • Beiträge zu Popmusik und Gesellschaft im globalen Kontext

Laufende Projekte

Glokale Sounds - Wie Tracks Referenzen auf Orte verarbeiten und neu kodieren

Das Forschungsprojekt will auf grundlegende Veränderungen in der digitalen Musikproduktion (Stichworte «Sampling» und «Remix») und in der wissenschaftlichen Forschung (Stichwort «Digital Humanities») reagieren und neue methodische Wege vorschlagen, wie Musikethnographie im Zeitalter von grossen Datenmengen zwischen virtuellen und physischen Forschungsfeldern betrieben werden kann. In zwei Teilprojekten wird empirisch untersucht, wie Referenzen auf Orte (Sounds und Melodien) in aktuellen Popmusik-Tracks verarbeitet und neu kodiert werden. Forschungsgrundlage sind 50 Tracks, die teils aus multi-lokaler Perspektive analysiert werden. Das Projekt verspricht kritische Rückschlüsse auf das junge Feld der Internet-Ethnographie und verfolgt den Aufbau einer systematischen Typologie aktueller Remix-Praktiken für die wissenschaftliche Forschung als nachhaltiges Ziel.

Kultsounds - Untersuchung zur Entstehung, Praxis und Wirkung dominierender Einzelklänge in populärer Musik 1960–2014

In der populären Musik hat der Sound seit den 1950er-Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Das Erforschen von Sounds und die intensivere Auseinandersetzung mit Technologien haben traditionelle musikalische Denk- und Handlungsstrukturen abgelöst. Für Künstlerinnen und Produzenten ist die Suche nach eigenen, unverkennbaren Sounds ein zentrales Anliegen geworden. In der Wissenschaft hingegen ist noch nahezu unerforscht, welche Einzelsounds die Geschichte der populären Musik prägten und bis heute prägen. Wie ist etwa der E-Piano-Sound des DX7-Synthesizers entstanden und welche Faktoren entschieden und entscheiden über seine Akzeptanz, Übernahme und Weiterentwicklung?

Das geplante Vorhaben untersucht diese Fragen transdisziplinär und setzt auf Theorien und Methoden aus Musikethnologie, Actor-Network Theory und Soundanalyse. Aus den jeweils ersten 40 Plätzen der Billboard Top 100 Singles von 1960–2013 werden 20 Kultsounds herausgefiltert, detailliert analysiert und beschrieben. Mittels Interviews mit Herstellern, Musikerinnen, Produzenten, Tontechnikerinnen und Journalisten wird danach die Entwicklung von fünf «Kultsounds» exemplarisch nachgezeichnet. Die Verbreitung dieser fünf Kultsounds wird in internationalen Expertennetzwerken über den euro-amerikanischen Raum hinaus untersucht. Schliesslich wird an einem repräsentativen Fallbeispiel detailliert untersucht, welche unterschiedlichen Bedeutungen ein «Kultsound» in unterschiedlichen geographischen und kulturellen Kontexten annehmen kann. In einem Symposium werden dann zum Abschluss Zukunftsperspektiven von «Kultsounds» diskutiert.

Kontakt

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Hochschule der Künste Bern HKB
Forschung
FSP Interpretation
Betriebsassistenz: Sabine Jud
Fellerstrasse 11
CH-3027 Bern