ReachOut

Das Projekt ReachOut exploriert Bedürfnisse und Strategien zur Förderung, Erhaltung oder Wiederherstellung psychischer Gesundheit bei den als besonders schwer erreichbar geltenden Gruppen der Obdachlosen und Sans-Papiers.

Steckbrief

  • Lead-Departement Gesundheit
  • Institut Innovationsfeld Psychosoziale Gesundheit
  • Laufzeit 01.03.2021 - 28.02.2022
  • Projektverantwortung Prof. Dr. Eva Soom Ammann
  • Projektleitung Prof. Dr. Eva Soom Ammann
  • Schlüsselwörter Gesundheitskompetenz, Psychiatrie, Gesundheitliche Ungleichheit, Obdachlosigkeit, Sans-Papiers, Ethnographie, psychosoziale Gesundheit, Zugangshürden, schwer erreichbare Zielgruppen

Ausgangslage

Gesundheitliche Ungleichheit existiert auch in wohlhabenden Ländern wie der Schweiz. Die Chancen für ein gesundes Leben variieren abhängig von wirtschaftlichen, sozialen und umweltbezogenen Faktoren – dies gilt auch für die psychische Gesundheit.

Menschen mit geringem sozioökonomischem Status leiden überproportional häufig an psychischen Erkrankungen und sind mit höheren Zugangshürden zu psychiatrischen wie auch anderen Angeboten der Gesundheitsförderung/-versorgung konfrontiert. Massgeblich betroffen sind hierbei Obdachlose und Sans-Papiers. In sozial benachteiligten Gruppen ist der Bedarf an angemessener Versorgung erhöht, und es besteht eine Lücke zwischen Verfügbarkeit und Inanspruchnahme psychiatrischer Angebote.

Obdachlose und Sans-Papiers gelten als besonders schwer erreichbar für Gesundheitsangebote. Möglicherweise besteht ein Informationsmangel, oder es fehlen angemessene Angebote. Es besteht vielleicht Misstrauen gegenüber der Versorgung, Menschen fühlen sich vielleicht stigmatisiert oder befürchten bei Inanspruchnahme Nachteile. Aktuell liegt wenig Wissen darüber vor, warum diese Gruppen psychiatrische Angebote und Angebote zur Förderung der psychischen Gesundheit nicht nutzen.

Vorgehen

Die in ReachOut im Fokus stehenden Bevölkerungsgruppen der Obdachlosen und Sans-Papiers sind auch für die Forschung sehr schwer erreichbar, und genau darauf legt das Projekt ein besonderes Augenmerk.

ReachOut wählt einen Ansatz, welcher aufsuchend vorgeht, genügend Zeit in den Beziehungs- und Vertrauensaufbau investiert und sich den Lebenswelten und Gewohnheiten der Zielgruppen anpasst. Eine ethnographische Forschungsstrategie und ein sorgfältiges Zusammenarbeiten mit verschiedenen Schlüsselorganisationen und -personen sollen dazu beitragen, in den urbanen Räumen Zürich und Bern ethnographische Interviews mit Obdachlosen und Sans-Papiers zu deren Bedürfnissen und Strategien im Kontext psychischer Gesundheit zu führen.

Ergebnisse

Zur Verbesserung der psychischen Gesundheit werden zielgruppenspezifische und nutzerorientierte Angebote empfohlen. Mit dieser Studie werden Versorgungsbedarfe/-bedürfnisse und die Gesundheitskompetenz von Obdachlosen und Sans-Papiers exploriert. Darauf aufbauend kann besser beurteilt werden, wie Angebote und Zugänge gestaltet werden müssen, um den Bedürfnissen dieser sozial benachteiligten und schwer erreichbaren Gruppen zur Wiedererlangung, Erhaltung und Förderung psychischer Gesundheit zu entsprechen.

Ausblick

ReachOut wird mit seiner methodisch innovativen Vorgehensweise nicht nur Erkenntnisse zur Angebotsgestaltung generieren, sondern auch Erfahrungen liefern, wie besonders schwer erreichbare Zielgruppen in Forschung einbezogen werden können.