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Kommunikationsdesign in kultursensiblen Alters- und Pflegeeinrichtungen

Steckbrief

  • Departement Hochschule der Künste Bern
  • Forschungsschwerpunkt Kommunikationsdesign
  • Forschungsfeld -
  • Förderorganisation Schweizerischer Nationalfonds SNF
  • Laufzeit 01.07.2013 - 30.06.2016
  • Projektverantwortung Arne Scheuermann
  • Projektleitung Minou Afzali
  • Mitwirkende Projektpartner Forschungsinstitutionen inkl. BFH Universität Bern, Institut für Sozialanthropologie

Kulturspezifische Alterseinrichtungen sind eine Antwort auf das Bedürfnis von Migrant*innen, im Alter in einer Umgebung zu leben, welche den persönlichen und kulturellen Hintergrund berücksichtigt. Die Studie hat zum Ziel, durch die Untersuchung des gestalterischen und kommunikativen Umfelds sogenannter «mediterraner» Alterseinrichtungen jene Faktoren zu identifizieren, die von den Bewohner*innen positiv bewertet werden oder eine günstige Wirkung auf ihr Befinden haben. Weiter ist die Übertragbarkeit dieser Faktoren auf Regelinstitutionen der stationären Altenpflege zu prüfen. Schliesslich sollen Empfehlungen für die Gestaltung eines kultursensiblen Umfelds in Alters- und Pfle­ge­institutionen erarbeitet werden, welche den von Fachleuten geforderten transkulturellen Wandel in Pflegeeinrichtungen unterstützen.

Einführung

In der Schweiz ergeben sich mit dem Eintritt von Migrant*innen in Altersheime zunehmend neue Herausforderungen. Wie häufig bei alten Menschen erleben sie oftmals eine Rückbesinnung auf ihre Herkunft. 78% der über 64-jährigen Migrant*innen kommen heute aus den Nachbarländern der Schweiz und nur gut 4% von ausserhalb Europas (Höpflinger, 2010). Aus diesem Grund richten sich die bestehenden kulturspezifischen Alterseinrichtungen für Migrant*innen in der Schweiz bisher ausschliesslich an Personen aus Italien und Spanien. In Fachkreisen ist es umstritten, ob die bestehenden Betreuungsmodelle in Zukunft auch auf nachkommende Generationen von Migrant*innen übertragbar sind (Hungerbühler, 2007). Ein Teil der Fachwelt fordert darum den transkulturellen Wandel in den Regelinstitutionen der ambulanten und stationären Altenpflege (Kayser, 2010).Die Wirkung des gestalterischen Umfelds in einer Alterseinrichtung für Personen mit Migrationshintergrund ist bis anhin noch unzureichend erforscht. Vereinzelte Studien greifen diese wichtige Thematik zwar auf, lassen jedoch erkennen, dass in diesem Bereich Forschungsbedarf besteht.

Methoden

Die Studie umfasst eine «mediterrane» Wohngruppe eines Altersheims sowie eine Pflegewohnung für italienisch- und spanischsprechende Menschen. Zum Vergleich wird eine Regelwohngruppe eines Altersheims untersucht, der sowohl italienischstämmige Personen als auch Personen ohne Migrationshintergrund angehören.

Zunächst werden leitfadengestützte Einzelinterviews zur räumlichen Situation vor Ort mit Bewohner*innen und Pflegepersonal der Altersinstitutionen durchgeführt. Mittels teilnehmender Beobachtung soll zudem untersucht werden, wie die Bewohner*innen ihr räumliches Umfeld nutzen.

Ferner erfolgt die stichprobenartige Designanalyse der visuellen Kommunikationsmittel. Qualitative Methoden der Designforschung wie

Cultural Probes und Workshops mittels kollaborativer Designmethoden erfassen zudem die Sicht der Bewohner*innen auf ihr persönliches und kulturelles Umfeld. Anschliessend werden die zuvor erhobenen Daten hinsichtlich ihres Potentials für ein gelungenes kommunikatives Umfeld ausgewertet, um dann zu einem Kriterienkatalog zusammengeführt zu werden.

Ergebnisse

Ziel ist es, Empfehlungen für die Gestaltung eines kultursensiblen Umfelds in einer Einrichtung zu entwickeln, in der sich Personen mit Migrationshintergrund befinden. Dabei beschränken sich diese Empfehlungen nicht nur auf die spezifischen Alterseinrichtungen, sondern stellen vielmehr die Übertragbarkeit der Forschungsergebnisse auf Regelinstitutionen in Aussicht. Abschliessend werden die gestalteten Kommunikationsmassnahmen durch Nutzer*innen- und Expert*innenbefragungen validiert. Hierzu werden Bewohner*innen sowie Fachpersonen aus den Bereichen der gerontologischen Pflege und des Kommunikationsdesigns im Rahmen von Leitfadeninterviews zu den entwickelten Massnahmen befragt.