DesignMigration

Das Kommunikationsdesign von integrationsfördernden Massnahmen für MigrantInnen* und SchweizerInnen am Beispiel des Gemeinschafts-zentrum Gäbelbach

Steckbrief

  • Departement Hochschule der Künste Bern
  • Forschungsschwerpunkt Kommunikationsdesign
  • Forschungsfeld
  • Förderorganisation Berner Fachhochschule, BFH
  • Laufzeit 01.01.2009 - 30.06.2010
  • Projektverantwortung Arne Scheuermann
  • Projektleitung Minou Afzali
  • Projektmitarbeitende Boris Bandyopadhyay
    Catherine Germanier
    Jörg Grütter (BFH-AHB)
    Hélène Jordi-Marguet
    Harald Klingemann
    Simon Küffer
    Lukas Zimmer
    Regine Strub (Quartierarbeit Gäbelbach)
    Marco Hort (Quartierarbeit Gäbelbach)
  • Mitwirkende Projektpartner Forschungsinstitutionen inkl. BFH BFH-AHB: Architektur, Holz und Bau
  • Mitwirkende Projektpartner Organisationen Quartierarbeit Gäbelbach

In der Schweizer Integrationspolitik hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass Migrant/-innen gewissermassen einen «Migrationsvertrag mit dem Gastland Schweiz» abschliessen: Während sich die NeuzuzügerInnen verpflichten, Schweizer Gesetze und Regeln zu beachten, bietet die Schweiz im Gegenzug Integrationshilfen an und beseitigt bestehende Diskriminierungen (vgl. Kälin, W., Grundrechte im Kulturkonflikt, Zürich 2000).
Da unter anderem die bestehende Segregation in Wohnquartieren als eine Form der Ausgrenzung verstanden wird (EKA, Integration und Habitat, Bern 2005), wird zur Beseitigung dieses Integrationshindernisses eine verbesserte soziale Durchmischung der ausländischen und schweizerischen Bevölkerung angestrebt.
Diese angestrebte Durchmischung kann durch die Berücksichtigung sozialer Praktiken und kultureller Bedeutungen verbessert werden. Die Bewohner/-innen sollen bei der Quartiersentwicklung stärker beteiligt und deren Interessen besser berücksichtigt werden (NFP 51 «Integration und Ausschluss»).
Die Kommunikation im öffentlichen Raum und dessen Gestaltung (Public Design) sind zentrale Instrumente für den Austausch zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Das vorliegende Projekt erforschte unter dieser Prämisse einen neuen Lösungsansatz für die Visuelle Kommunikation des Gemeinschaftszentrums Gäbelbach. Hierbei sollten die Designkulturen und die unterschiedlichen Interessen der Quartierbewohner/-innen konstruktiv berücksichtigt werden.
Die Auswahl des Gemeinschaftszentrums (GZ) Gäbelbach erfolgte aufgrund seiner spezifischen Lage: Das Berner Quartier Gäbelbach stösst mit einem hohen Ausländeranteil auf das neu geplante Stadtquartier Brünnen mit dem prestigeträchtigen Einkaufs- und Freizeitzentrum «Westside». 

Ausgangslage

Die Studie untersuchte am Beispiel des GZ Gäbelbach wie Quartierbewoh-ner/-innen die bestehenden Kommunikationsmassnahmen wahrnehmen. Hierbei war es von besonderem Interesse, ob es kulturspezifische Unterschiede bei der Wahrnehmung von Bildern und Schrift gibt. Somit sollten neue Grundlagen zu den Möglichkeiten der visuellen Kommunikation im Bereich der Integration geschaffen werden. Unter Berücksichtigung der Erkenntnisse könnten wesentliche Impulse zur Verbesserung des visuellen kommunikativen Umfelds im gesamten Arbeitsbereich gegeben werden.

Vorgehen

In einem ersten Schritt wurden bestehende Massnahmen der Visuellen Kom-munikation im Bereich Integrationsförderung analysiert und ausgewertet. Am konkreten Beispiel des Gemeinschaftszentrums Gäbelbach wurden in einem zweiten Schritt die Gestaltung des öffentlichen Raumes sowie die visuelle Kommunikation bereits durchgeführter Programme analysiert.
Um die unterschiedlichen Bedürfnisse und Interessen der Quartierbewohner/-innen sowie deren Designpräferenzen zu beleuchten, wurden Einzel- und Fokusgruppeninterviews durchgeführt. Dabei wurden die Beteiligten zu ihrem persönlichen und kulturellen Hintergrund, zum Quartier, zur Quartierarbeit sowie zu bestehenden Kommunikationsmitteln der Quartierarbeit befragt. Weiter ermöglichte der Einsatz von «Cultural Probes» einen Einblick in das persönliche Umfeld der Teilnehmenden und gab Aufschluss über deren gestalterische Präferenzen. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der Bild- und Schriftwahrnehmung.

Lösung

Die gewonnenen Erkenntnis-se wurden innerhalb eines konkreten Entwurfs für ein Kommunikationskonzept berücksichtigt und umgesetzt. Die gestalteten Massnahmen wurden intervenierend im Forschungsfeld evaluiert und dokumentiert. Der dadurch gewonnene neuartige Lösung-sansatz für die Gestaltung des öffentlichen Raums – der den Bedürfnissen verschiedener Bevölkerungsgruppen entgegenkommt – wurde abschliessend designkritisch kontextualisiert und dokumentiert.