KULTurA

Kommunikatives Umfeld und Lebensqualität in transkulturellen Alterseinrichtungen

Steckbrief

  • Departement Hochschule der Künste Bern
  • Forschungsschwerpunkt Kommunikationsdesign
  • Forschungsfeld
  • Förderorganisation Berner Fachhochschule, BFH
  • Laufzeit 01.01.2012 - 30.06.2013
  • Projektverantwortung Harald Klingemann
  • Projektleitung Minou Afzali
  • Projektmitarbeitende Sabine Hahn (BFH-WGS)
    Tannys Helfer (BFH-WGS)
    Kathrin Sommerhalder (BFH-WGS)
  • Mitwirkende Projektpartner Forschungsinstitutionen inkl. BFH BFH-WGS: Wirtschaft, Gesundheit, Soziale Arbeit
  • Mitwirkende Projektpartner Organisationen Alterszentrum Falkenstein, Bürgerspital Basel

Im Alterszentrum Falkenstein, welches zum Bürgerspital Basel gehört, wohnen 86 betagte Menschen in Einzelund Doppelzimmern, verteilt auf acht verschiedene Wohngruppen. Bei einer von ihnen handelt es sich um die so genannte mediterrane Wohngruppe. Hier wohnen elf Frauen und Männer, welche überwiegend in den 60 er- und 70 er-Jahren aus dem Mittelmeerraum als ArbeitsmigrantInnen in die Schweiz gekommen sind. Die Studie untersucht das kommunikative Umfeld dieser Abteilung. Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die von den BewohnerInnen positiv bewertet werden oder eine positive Wirkung auf deren Lebensqualität haben. Weiter sollen Empfehlungen für die Gestaltung eines kultursensiblen Umfelds in Alters- und Pflegeinstitutionen erarbeitet werden, welche den – von Fachleuten geforderten – transkulturellen Wandel in Pflegeeinrichtungen unterstützen.

Ausgangslage

Kulturspezifische Altersheime sind eine Antwort auf das Bedürfnis, im Alter in einem Umfeld leben zu können, welches die persönlichen und kulturellen Erfahrungen der BewohnerInnen berücksichtigt. 78% der über 64-jährigen MigrantInnen kommen heute aus den Nachbarländern der Schweiz und nur 4% von ausserhalb Europas. Deshalb richten sich die bestehenden migrantenspezifischen Alterseinrichtungen in der Schweiz bisher an Personen aus dem kulturnahen Süden. Die folgenden Generationen von MigrantInnen kommen jedoch nicht nur aus Italien und Spanien, sondern auch aus anderen Ländern (Höpflinger 2010). In Fachkreisen ist es umstritten, ob die migrantenspezifischen Betreuungsmodelle in Zukunft auch auf diese Bevölkerungsgruppen übertragbar sind (Hungerbühler 2007). Aus gestalterischer Sicht drängt sich die Frage auf, inwiefern das kommunikative Umfeld dazu beitragen kann, den von Fachleuten geforderten transkulturellen Wandel in den Regelinstitutionen der ambulanten und stationären Altenpflege umzusetzen (Kayser 2010). Aus der Sicht der Pflege stellt sich – insbesondere für die Betreuung von MigrantInnen – die Frage, inwiefern das kommunikative Umfeld dazu beitragen kann (auch bei beginnender Demenz), Orientierungsfähigkeit zu erhalten, Ängste zu vermindern und Lebensqualität zu fördern.

Ziele

Wie gestalten ehemalige ArbeitsmigrantInnen in einer Alters- und Pflegeeinrichtung ihr kommunikatives Umfeld, damit dieses ihrem Bedürfnis nach Lebensqualität gerecht wird? Wie muss das kommunikative Umfeld einer Alters- und Pflegeeinrichtung gestaltet sein, damit sich ehemalige ArbeitsmigrantInnen informiert, sicher und aufgehoben fühlen?

Vorgehen

Zwei Wohngruppen des Alterszentrums (kulturspezifische und nicht-kulturspezifische «Schweizer Kultur»-Wohngruppe) werden in Bezug auf Kommunikationsmassnahmen, gestalterische Kriterien und Lebensqualität der BewohnerInnen miteinander verglichen. Zur Situationserfassung werden quantitative und qualitative Methoden verwendet:
- Die Raumanalyse und Erhebung der Lebensqualität werden mittels strukturiertem Fragebogen und offenen vertiefenden Interviewfragen durchgeführt. Zur gezielten Vertiefung und Erweiterung der in den Interviews gewonnen Erkenntnisse werden weitere qualitative Erhebungsverfahren angewandt:
- Designanalyse der Visuellen Kommunikation
- Einsatz von Cultural Probes (Gaver et al. 1999)
- Die BewohnerInnen beider Wohngruppen nehmen an partizipativen Workshops teil.

Lösung

Die Lebensqualität der BewohnerInnen (beider Wohngruppen) wird beschrieben; daraus werden Schlussfolgerungen in Bezug auf die Gestaltung des kommunikativen Umfelds zur Förderung der Lebensqualität in Alterseinrichtungen gezogen. Konkrete Empfehlungen für die Gestaltung des kommunikativen Umfelds zur Förderung der Lebensqualität für Alterseinrichtungen, welche sich an Personen mit Migrationshintergrund richten, liegen in Form eines Kriterienkatalogs vor.