Kunst am Bau im Kanton Bern - Inventarisierung von Kunstwerken in kantonalen Gebäuden in einer Datenbank

Im Rahmen eines Auftrags des kantonalen Amts für Grundstücke und Gebäude AGG wird ein Inventar der Kunst am Bau in kantonalen Liegenschaften erstellt. Das Verzeichnis dient primär der Kantonsverwaltung für den Unterhalt der Kunstwerke und der Recherche zu einzelnen Objekten und Künstler*innen. Erfasst werden rund 250 Werke im ganzen Kanton Bern, vom Oberland bis ins Seeland, in Spitälern, Schulhäusern, Bürogebäuden und im öffentlichen Raum.

Steckbrief

  • Departement Hochschule der Künste Bern
  • Forschungsschwerpunkt Institut Materialität in Kunst und Kultur
  • Forschungsfeld -
  • Laufzeit (geplant) 01.01.2018 - 31.03.2019
  • Projektverantwortung Sebastian Dobrusskin
  • Projektleitung Luise Baumgartner
  • Mitwirkende Projektpartner Forschungsinstitutionen inkl. BFH BFH-Zentrum Arts in Context
  • Mitwirkende Projektpartner öffentliche Hand Kanton Bern, Amt für Grundstücke und Gebäude

Einführung

Schulen, Spitäler, Universität und Fachhochschule, Gefängnisse, Landwirtschaftsanlagen und ganz normale Verwaltungsbüros: Die Gebäude in der Obhut des Kantons sind hinsichtlich ihrer Nutzung, ihrer Belegschaft und ihrer ästhetischen Bewertung vielseitig. Ein verbindendes Element zwischen den architektonisch und geografisch so verschiedenen Stätten der kantonalen Verwaltung ist die Kunst. Um den oftmals neutralen, zweckdienlichen Gebäuden ein Gesicht und eine Atmosphäre zu geben, ist Kunst am Bau ein wichtiger Bestandteil der Gestaltung von Räumen und Aussenanlagen. Deshalb beauftragt der Kanton Bern bei seinen Bauprojekten nicht nur Architekt*innen, Ingenieur*innen und Planer*innen, sondern auch Künstler*innen. Dabei zielen viele Kunstprojekte darauf ab, die Nutzer*innen eines Bürohauses oder die Student*innen im Hauptgebäude der Universität Bern (wie im Fall der Ablenkungen von Carlo Lischetti) in ihrer visuellen Wahrnehmung zu stimulieren, indem sie mit ironischen Brechungen, materialen Überraschungen und Sinnestäuschungen spielen. Somit dient die Kunst also nicht als ornamentale Dekoration eines Gebäudes, sondern fügt einer ausgeklügelten Architektur eine weitere gestalterische Dimension hinzu. In einem solchen Prozess treten Architekt*innen und Künstler*innen idealerweise frühzeitig in den Dialog und lassen ihre Ideen gleichberechtigt aufeinander wirken, damit Kunst und Bau am Ende eine Einheit bilden. Politisch ist diese Form der Kunst im öffentlichen Raum umstritten; einige Palamentarier*innen des Grossen Rats arbeiten aktuell darauf hin, in diesem Bereich massiv zu sparen.

Methoden

Da bislang ein umfassender Katalog der Kunst am Bau im Kantonsbesitz fehlt, ist die Ortsbegehung der kantonalen Einrichtungen zentral. Jedes Gebäude – sei es in Interlaken, Moutier oder auf dem Campus der Universität Bern – wird besichtigt, die dort vorhandenen Kunstwerke fotografiert und in einer Datenbank inventarisiert. Archivalien und Dokumentationen aus dem zuständigen Amt für Grundstücke und Gebäude AGG sind ebenfalls zu hinterlegen, um die langfristige Pflege der Kunstwerke zu sichern.

Ergebnisse

Die Inventarisierung geschieht im Rahmen eines Mandats des AGG. Erstellt wird eine umfassende Datenbank, die jederzeit aktualisierbar ist, falls ein Kunstwerk restauriert werden muss oder an einen neuen Standort gelangt. Dies soll zudem eine einfachere Koordination mit der kantonalen Kunstsammlung ermöglichen, die einer anderen Direktion angehört.