Mapping Worldmaps

Klassifikation der gestalterischen und konstruktiven Parameter von Weltkarten

Steckbrief

  • Departement Hochschule der Künste Bern
  • Forschungsschwerpunkt Kommunikationsdesign
  • Forschungsfeld -
  • Förderorganisation Schweizerischer Nationalfonds
  • Laufzeit (geplant) 01.01.2015 - 31.07.2017
  • Projektverantwortung Harald Klingemann, Thomas Dittelbach (UniBe)
  • Projektleitung Julia Mia Stirnemann (Doktorandin)
  • Projektmitarbeitende Irina Fabrikant (UZH)
  • Mitwirkende Projektpartner Forschungsinstitutionen inkl. BFH Universität Bern, Institut für Kunstgeschichte
    Universität Zürich, Institut für Geografie

Einführung

Aktuell gebräuchliche Weltkarten wer - den meist durch vorherrschende gestalterische und konstruktive Konventionen bestimmt. Gängige Bildproportionen in Weltkarten sind durch traditionelle Sehmuster determiniert, das mögliche Spektrum aller Weltkarten wird durch den Kanon dieser Konventionen ausgeblendet. Die Vielzahl an möglichen Weltkarten bleibt damit unberücksichtigt. Mapping Worldmaps legt den Fokus nicht primär auf eine Abbildung der Erde, sondern auf ein breites Spektrum (vgl. Abb. 3). Um dies zu erreichen, werden aus gestalterischen und konstruktiven Elementen neuartige Weltkarten erstellt. In einem explorativen Prozess werden diese Elemente kontrolliert kombiniert, so dass eine planbare Menge an neuartigen Weltkarten generiert werden kann. Anhand dieser Weltkarten wird ein Überdenken vorherrschender Bildkonventionen möglich – wie beispielsweise der herkömmlichen (kulturellen) Zuschreibungen der Ausrichtung, der Perspektive oder der Farbgebung.

Methoden

Im Mittelpunkt der ersten Analysephase stehen gängige Weltkarten der gegenwärtigen Kartografie in der europäischen Tradition mit Augenmerk auf die jeweils berücksichtigten Kon- ventionen. Untersuchungsbasis bildet eine Auswahl von Übersichtskarten aus Schul- und Nationalatlanten im Zeitraum der letzten 50 Jahre, die auf ihre gestalterischen und konstruktiven Elemente hin geprüft werden (vgl. Abb. 1). Diese Elemente gehen in eine Auslegeordnung ein und schliesslich in einen klassifikatorischen Rahmen, der sie hierarchisiert und katalogisiert. Auf dieser Grundlage entsteht ein Handbuch, das die Kombinationsmöglichkeiten dieser Elemente aufzeigt.In einem weiteren Schritt werden mithilfe einer eigens entwickelten, projektspezifischen Software Reihen von Weltkarten aus vergleichbaren oder identischen Elementen generiert, die sich visuell durch ihre Kombination unterscheiden. Expertinnen und Experten nehmen zum potentiellen «Mehrwert» dieser neuartigen Weltkartenserie im Rahmen einer Befragung Stellung.

Ergebnisse

Als Ergebnisse werden prototypisch unkonventionelle Weltkartenserien und evidenzbasierte Empfehlungen (Expertenvalidierung) für ihre Gestaltungen erwartet. Letztere gehen in ein Handbuch/Nachschlagewerk für Weltkartendarstellungen ein, das eine systematische Gesamtübersicht über alle möglichen Kombinations- und Einsatzmöglichkeiten der Einzelelemente bietet. Die öffentlich zugängliche Software des Projekts versetzt damit interessierte Gruppen und Personen in die Lage, neuartige Weltkarten in eigener Regie zu generieren und in der Praxis einzusetzen.