Entwicklung eines Gerätesets für den Einsatz im dynamischen Gleichgewichtstraining

In der KTI-Machbarkeitsstudie wurde ein Prototyp für ein mobiles Geräteset entwickelt, der sturzgefährdeten Patient*innen – bzw. solchen, die bereits Sturzerfahrungen gemacht haben – zu einem wirksamen Gleichgewichtstraining verhilft und in der Physiotherapie eingesetzt werden kann. Geplant ist, das Geräteset im dynamischen Gleichgewichtstraining zur Sturzprophylaxe bei älteren, sturzgefährdeten Menschen einzusetzen. Es ermöglicht ein visuelles Biofeedback zur Korrektur von Schwankungen des Körpermittelpunkts. Ziel ist es, das Geräteset bis zur Anwendbarkeit zu entwickeln.

Steckbrief

  • Departement Hochschule der Künste Bern
  • Forschungsschwerpunkt Intermedialität
  • Forschungsfeld -
  • Förderorganisation KTI (Innosuisse)
  • Laufzeit 01.11.2015 - 30.06.2016
  • Projektverantwortung Priska Gisler, Manuel Schüpfer
  • Projektleitung Priska Gisler, Manuel Schüpfer
  • Projektmitarbeitende Heiner Baur (BFH-Gesundheit)
    Xenia Siemens (BFH-Gesundheit)
    Amir Tal (BFH-Gesundheit)
    Andreas Reinhard (Ortho-Team AG)
    Michael Flückiger
    Hugo Ryser
  • Mitwirkende Projektpartner Wirtschaft Ortho-Team AG
  • Mitwirkende Projektpartner Forschungsinstitutionen inkl. BFH Berner Fachhochschule BFH, Departement Gesundheit

Das Projekt schliesst an die Forschungen zum Thema "Mit dem Körper sehen" an, welches die Grundlage für die Entwicklung des mobilen Gerätesets gelegt hat.

Einführung

Die Studie entwickelt einen Prototyp für ein mobiles Geräteset, das Patientinnen und Patienten mit Sturzerfahrung bzw. Sturzgefährdeten zu einem wirksamen Gleichgewichtstraining verhilft. Anschliessend wird der Prototyp auf dessen Anwendbarkeit und Relevanz für das dynamische Gleichgewichtstraining (bei gesunden Probanden) getestet. So lässt sich Know-how im Bereich der Entwicklung und Gestaltung medizinischer Geräte sowie in Bezug auf mögliche Anwendungen von Applikationen im technisch-medialen Bereich gewinnen. Es wird erwartet mit der Entwicklung des neuen Gerätesets das dynamische Gleichgewichtstraining sowohl in der Praxis eines Arztes oder einer Physiotherapeutin als auch zu Hause zu ermöglichen. Bei regelmässiger Anwendung soll das Set dazu beitragen, die Sturzrate signifikant zu senken. Zudem wird eine ansprechende Smartphone-App Patientinnen und Patienten im rehabilitativen Umfeld zu regelmässigen Übungen motivieren.

Methoden

Zunächst wird ein portables Geräteset entwickelt, das aus einem Smartphone und einer Halterung besteht, das am Körper befestigt wird. Zusammen mit einer integrierten Smartphone-App ermöglicht so das Geräteset ein dynamisches Gleichgewichtstraining. Dabei besteht die Herausforderung darin, den Trägern und Trägerinnen des Gerätesets die individuelle Gleichgewichtssituation mit einer grafischen Überlagerung (einem sogenannten «Overlay») in einem Feedbacksystem so zu vermitteln, dass sie effizient für das Training eingesetzt werden kann. Anschliessend wird dieser Prototyp in einer präklinischen Studie getestet. Dafür werden 20 gesunde, ältere Probandinnen und Probanden randomisiert in Experimental- und Kontrollgruppe eingeteilt. Zu messen ist als erstes das dynamische Gleichgewicht aller Personen. Danach wird die Experimentalgruppe ein dynamisches Gleichgewichtstraining mit, die Kontrollgruppe ohne Geräteset durchlaufen. Das Geräteset soll der Experimentalgruppe durch das Biofeedback-System eine Erhöhung der Rumpfstabilität ermöglichen. Schliesslich werden die Trainings mit dem Geräteset ausgewertet und evaluiert. Erwartet wird ein signifikanter Unterschied zwischen Experimental- und Kontrollgruppe.

Ergebnisse

Die Abschlussmessung ermittelt die unterschiedlichen Trainingseffekte zwischen den Probandengruppen, die der Einsatz des Prototyps ermöglicht. Die Vermutung liegt nahe, dass nach der Trainingsperiode bei den Probanden der Experimentalgruppe deutlich reduzierte Schwankungen im Rumpf zu beobachten sind. Die aus der präklinischen Studie an gesunden Probandinnen und Probanden gewonnenen Daten werden schliesslich über die Machbarkeit des Gerätesets entscheiden.