Treffpunkt Gesundheitsforschung Pflege

An der Veranstaltungsserie «Treffpunkt Gesundheitsforschung» informieren und diskutieren wir mit Ihnen über Forschungsergebnisse der angewandten Forschung und Entwicklungen des Departements Gesundheit der Berner Fachhochschule BFH.

Digitale Technologien wirksam nutzen - das Beispiel QUMEA

Treffpunkt Gesundheitsforschung vom Donnerstag, 3. November 2022 mit Friederike J.S. Thilo und Christoph Barmet

Digitale Technologien verbreiten sich in der Gesundheitsversorgung rasant. Pflegefachpersonen möchten digitale Technologien nutzen, die die Patientensicherheit und Qualität der Versorgung optimieren.

Wir zeigen und diskutieren am Beispiel unseres laufenden Innosuisse-Projekts mit QUMEA, wie digitale Technologien wirksam die Früherkennung von gesundheitlichen Zustandsverschlechterungen erkennen und als objektive Entscheidungsgrundlage dienen können. Das QUMEA Mobilitäts-Monitoring basiert auf einem Radarsensor und Echtzeit-AI und wird heute vor allem in der Akutpflege verwendet. Im Innosuisse-Projekt wird das Mobilitäts-Monitoring mit Bewohnenden und Pflegenden des Langzeitsettings eingesetzt

Referentinnen

  • Friederike J.S. Thilo, Leiterin IF Digitale Gesundheit

  • Christoph Barmet, Chief product officer QUMEA

Präsentismus am Arbeitsplatz

Treffpunkt Gesundheitsforschung vom Dienstag, 6. September 2022 mit Maisa Gerlach und Christoph Golz

Personen, welche unter starkem emotionalem Stress leiden, neigen öfters dazu, krank zur Arbeit zu gehen. Die globale Prävalenz von Präsentismus beim Pflegefachpersonal liegt bei 49,2 %. Präsentismus in der Pflege ist damit circa 3-mal höher als in anderen Branchen.

Präsentismus kann negative Folgen sowohl für die betroffenen Mitarbeiter:innen als auch für Organisationen, die Patientenversorgung und die Patientensicherheit haben. Insbesondere Stürze sowie Medikationsfehler nehmen zu. Dadurch verlängert sich der Aufenthalt der Patientinnen und Patienten im Spital und die Kosten im Gesundheitswesen können zunehmen. 

An der Online-Veranstaltung präsentierten wir die ersten Ergebnisse zum Schweizer Gesundheitswesen aus der Studie «Presenteeism at Work Occupational Health Management and Presenteeism among employees» und diskutieren diese mit dem Plenum.

Referentinnen

  • Maisa Gerlach, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

  • Christoph Golz, Co-Leiter IF GV & Personalentwicklung

Betreuungsgutsprachen – Finanzierungslücken im Alter schliessen

Treffpunkt Gesundheitsforschung vom Donnerstag, 9. Juni 2022 mit Eva Soom Ammann, Regula Blaser und Evelyn Hunziker.

Finanzierungslücken im Alter erschweren den Bezug von Betreuungsleistungen. Hier setzt das Berner Pilotprojekt «Betreuungsgutsprachen» an, welches an diesem Treffpunkt vorgestellt wurde.

Um diese Finanzierungslücken zu schliessen, hat die Stadt Bern während drei Jahren das Pilotangebot «Betreuungsgutsprachen» umgesetzt und damit AHV-Rentner*innen mit EL-Berechtigung oder knapp darüber liegenden finanziellen Verhältnissen unterstützt. Nach einer Bedarfsabklärung durch Fachpersonen der Pro Senectute Kanton Bern wurden die Kosten für den Bezug von Betreuungsleistungen vom Alters- und Versicherungsamt zurückerstattet. Die Berner Fachhochschule hat die Pilotumsetzung wissenschaftlich begleitet und präsentiert an dieser Veranstaltung zusammen mit der Projektverantwortlichen bei der Stadt Bern einen Einblick in Erfahrungen, Ergebnisse und Empfehlungen.  

Referentinnen

  • Prof. Dr. Eva Soom Ammann, Leiterin IF Psychosoziale Gesundheit, Departement Gesundheit der Berner Fachhochschule

  • Prof. Dr. Regula Blaser, Dozentin, Departement Gesundheit der Berner Fachhochschule

  • Evelyn Hunziker, Psychologin mit Schwerpunkt 2. Lebenshälfte, Leiterin Kompetenzzentrum Alter, Alters- und Versicherungsamt der Stadt Bern 

Very hard-to-reach? Bedürfnisse von Obdachlosen und Sans-Papiers im Kontext psychischer Gesundheit

Treffpunkt Gesundheitsforschung vom Mittwoch, 6. April 2022 mit Sabrina Laimbacher und Sabrina Gröble.

Sozial benachteiligte Gruppen sind überproportional häufig von psychischen Erkrankungen betroffen. Dies gilt insbesondere für Obdachlose und Sans-Papiers. Diese beiden Gruppen sind zudem mit höheren Zugangshürden für gesundheitsbezogene Angebote konfrontiert und gelten gleichzeitig als schwer erreichbar für solche Angebote.

Welche Strategien betroffene Menschen in diesen Lebenskontexten entwickeln, und was für Bedürfnisse sie im Kontext psychischer Gesundheit haben, dazu wissen wir jedoch wenig. Mit einem ethnographischen Ansatz exploriert das Projekt ‘ReachOut’ die Bedürfnisse und Strategien zur Förderung, Erhaltung oder Wiederherstellung psychischer Gesundheit aus der Perspektive von Obdachlosen und Sans-Papiers. Damit kann besser beurteilt werden, wie Angebote und Zugänge gestaltet werden müssen, um diese zwei Gruppen zu erreichen.

Referentinnen

  • Sabrina Laimbacher, PhD Studentin, MScN, Wissenschaftliche Mitarbeiterin AF&E Pflege, Departement Gesundheit der Berner Fachhochschule 
  • Sabrina Gröble, MSc Gesundheitswissenschaften und Technologie ETH, Wissenschaftliche Mitarbeiterin AF&E Pflege, Departement Gesundheit der Berner Fachhochschule

Free me akut – Freiheitseinschränkende Massnahmen im Akutspital

Treffpunkt Gesundheitsforschung vom Donnerstag, 22. Februar 2022 mit Silvia Thomann und Sandra Siegrist-Dreier.

Free me akut – Freiheitseinschränkende Massnahmen im Akutspital. In Zusammenarbeit mit der Akademie-Praxis-Partnerschaft BFH-Insel Gruppe wurde exploriert, wie freiheitseinschränkende Massnahmen im Akutspital angewendet werden und ob es Veränderungsbedarf und -möglichkeiten gibt. Dies und weiteres beantwortete die Veranstaltung Treffpunkt Gesundheitsforschung.

Referentinnen

  • Silvia Thomann, PhD Studentin, MScN, Co-Leiterin Innovationsfeld Qualität und Qualitätsentwicklung aF&E Pflege Departement Gesundheit der BFH
  • Sandra Siegrist-Dreier, MScN, Intensivpflegefachfrau NDS IP, Wissenschaftliche Mitarbeiterin AF&E Pflege, Departement Gesundheit der BFH

 

Fachkräftemangel

Treffpunkt Gesundheitsforschung vom Donnerstag, 17. Juni 2021. Belastungsfaktoren, Skills und Grademix in Gesundheitsorganisationen: Resultate aus den Projekten STRAIN und EQUI.

Der Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen stellt die Schweiz vor grosse Herausforderungen. Seit 2017 kooperieren die fünf öffentlichen Fachhochschulen Gesundheit unter der Leitung der BFH im Projekt «Strategie gegen den Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen» gemeinsam im Competence Network Health Workforce (CNHW).

Die STRAIN-Studie ist eine Interventionsstudie, die national über alle Berufsgruppen und Settings im Gesundheitswesen hinweg durchgeführt wurde. Mit dem Ziel der Erfassung von Belastungsfaktoren und der Evaluation eines Schulungsprogramms auf Führungsebene.

Die EQUI-Studie hat zum Ziel evidenzbasierte, bedarfsgerechte und umsetzbare Konzepte zu Grademix und Diversitätsmanagement zu entwickeln.

RESPONS – Lebens- und Pflegequalität im Pflegeheim in der Schweiz

Treffpunkt Gesundheitsforschung vom Mittwoch, 31. März 2021. Forschungsprojekt «RESPONS – Lebens- und Pflegequalität im Pflegeheim in der Schweiz».

Die zunehmende Multimorbidität, der Fachkräftemangel und die restriktive Finanzierung der Langzeitpflege tragen dazu bei, dass eine gute Pflegequalität zunehmend eine Herausforderung darstellt. Im Jahr 2019 befragte das Projektteam von «RESidents Perspectives Of Living in Nursing Homes in Switzerland (RESPONS)» 1’264 Bewohner*innen aus 49 Pflegeheimen in der Deutsch- und Westschweiz zu ihrer Lebens- und Pflegequalität. Parallel dazu füllten 1’810 Angehörige von Pflegeheimbewohner*innen einen Fragebogen aus über ihre Sicht der Lebens- und Pflegequalität. Die beiden sich ergänzenden Perspektiven vermitteln ein umfassendes und aktuelles Bild der Qualität in Schweizer Pflegeheimen. Die gute Nachricht vorweg: Die Lebens- und Pflegequalität wird insgesamt als gut eingeschätzt. Allerdings zeigen die Ergebnisse auch Themenbereiche, wo Qualitätsverbesserungen anzugehen sind.

An der Online-Veranstaltung präsentierten wir die Hauptergebnisse der beiden Studien RESPONS 2019 sowie RESPONS-Fam 2019 und diskutieren diese mit Expert*innen.

Buchvernissage – War der Coronavirus-Lockdown notwendig?

Treffpunkt Gesundheitsforschung vom Dienstag, 9. Februar 2020. Online-Buchvernissage «War der Coronavirus-Lockdown notwendig? Versuch einer wissenschaftlichen Antwort» von Dr. Dirk Richter.

Die Online-Vernissage zum Buch von Dr. Dirk Richter gab den Auftakt für die neue Reihe «Treffpunkt Gesundheitsforschung». Die erste Veranstaltung führten wir gemeinsam mit dem Zentrum Psychiatrische Rehabilitation der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern durch.

«War der Coronavirus-Lockdown notwendig? Versuch einer wissenschaftlichen Antwort»

Wie kaum ein zweites gesundheitsbezogenes Thema hat der Lockdown in der jüngeren Vergangenheit Anlass zu kontroversen Diskussionen gegeben. Dr. Dirk Richter, Pflegefachmann und Soziologe, hat in seinem Buch die Hintergründe des Lockdowns während der ersten Welle im Frühjahr 2020 analysiert. Er kommt zu dem Schluss, dass der Lockdown zwar nicht notwendig, aber in der Situation unvermeidbar war. Nicht zwingend notwendig wäre der Lockdown dann gewesen, wenn eine angemessene Pandemieplanung vorhanden gewesen sei – dies war aber ausser in einigen südostasiatischen Ländern nirgendwo der Fall. Hinzu kamen psychologische, politische und wissenschaftliche Dynamiken in den meisten westlichen Staaten, welche dann im Grunde keine Alternative zuliessen. Das Buch erschien am 12. Janaur 2021 im deutschen Transkript-Verlag in einer Print-Ausgabe und ist seit Mitte Januar 2021 in einer kostenlosen Open Access-Ausgabe erhältlich.