Genderreflektierende Soziale Arbeit mit Jugendlichen

Dieser CAS befähigt Sie, bei der Jugendarbeit in Genderfragen angemessen zu handeln und den daraus erwachsenen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen.

  • Sie können Ihr erworbenes Fachwissen zu Gender und Intersektionalität praxisorientiert anwenden. 
  • Sie erwerben «ethnographische Kompetenz», d.h. Sie reflektieren Ihre alltägliche pädagogische Praxis systematisch und auf der Basis von relevanten Theorien.
  • Mit dieser ethnographischen Kompetenz können Sie die Wirkungen Ihres Handelns auf Gender und Intersektionalität einschätzen. 
  • Sie nutzen die ethnographische Kompetenz, um neue Massnahmen oder Angebote für eine genderreflektierende Praxis zu entwerfen. 
  • Sie können Ihren eigenen professionellen Standpunkt unter Berücksichtigung von Gender und Intersektionalität überzeugend vertreten und dokumentieren.
  • Sie können Ihre Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsroutinen erkennen, hinterfragen und weiterentwickeln.
Kursteilnehmende

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Certificate of Advanced Studies (CAS)
  • Dauer 15 Studientage + ca. 270 Stunden Selbststudium
  • Unterrichtstage in der Regel Montag
  • Anmeldefrist 10.12.2019
  • Anzahl ECTS 12 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 6'800
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Soziale Arbeit
  • Nächste Durchführung März 2020 bis März 2021

Inhalt + Aufbau

Portrait

Der CAS befähigt Fachpersonen, die mit Jugendlichen arbeiten, ihre eigene Haltung und ihre konkrete Praxis bezüglich Gender und Intersektionalität zu reflektieren. Mittels Praxisbeobachtung und -analyse hinterfragen Sie eigene Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsroutinen und können diese weiterentwickeln. Praxisorientiert wird vermittelt, wie geeignete Angebote für Jugendliche gestaltet werden können. Aktuelle Herausforderungen im Hinblick auf Gender und Intersektionalität werden diskutiert und angemessene Lösungen erarbeitet. Zu den relevanten Herausforderungen zählen beispielsweise: Geschlecht als sozialer Platzanweiser, die komplexe Verschränkung von Geschlecht mit anderen Kategorien sozialer Ungleichheit oder die Ermöglichung von Handlungsalternativen für alle Geschlechter.

Ausbildungsziel

Fachkompetenzen

Die Absolventinnen und Absolventen…

  • kennen die Grundlagen der Gender-Theorie und verstehen geschlechtsbezogene Normierungen und Diskriminierungen, geschlechtliche und sexuelle Vielfalt sowie die Verschränkungen von Gender mit anderen Kategorien der sozialen Ungleichheit. 
  • erkennen die aktuellen genderbezogenen Herausforderungen für Jugendliche in der Schweiz. 
  • identifizieren genderreflektierende Ansätze der Sozialen Arbeit.

Methodenkompetenzen 

Die Absolventinnen und Absolventen…

  • können die erworbene «ethnographischen Kompetenz» nutzen, um die Wirkungen ihrer eigenen pädagogischen Praxis im Hinblick auf Gender und seiner intersektionalen Verschränkungen zu erkennen. 
  • sind in der Lage, mit dem erworbenen Wissen und aufgrund der Praxis- und Selbstreflexion genderreflektierende Massnahmen und Angebote für ihre Praxis zu entwerfen. 
  • sind befähigt, Massnahmen zur genderreflektierenden Arbeit mit Jugendlichen zu bewerten und Anpassungen zu empfehlen oder vorzunehmen. 

Sozialkompetenzen

Die Absolventinnen und Absolventen…

  • können ihren eigenen professionellen Standpunkt unter Berücksichtigung von Gender und seiner intersektionalen Verschränkungen überzeugend vertreten und dokumentieren.
  • sind in der Lage, ihr eigenes Team zu neuen genderreflektierenden Ansätzen und Massnahmen zu motivieren und die Mitarbeitenden auf diesem Weg zu begleiten. 

Selbstkompetenzen

Die Absolventinnen und Absolventen…

  • haben sich mit ihrer eigenen Geschlechtlichkeit und sexuellen Orientierung sowie Privilegien und Diskriminierungserfahrungen auseinandergesetzt. 
  • sind in der Lage, ihre eigene konkrete Praxis sowie ihre Haltungen in Bezug auf Gender und seine intersektionalen Verschränkungen zu reflektieren. 
  • können ihre Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsroutinen erkennen, hinterfragen und weiterentwickeln.

Die Lerneinheiten beziehen sich auf drei Themenschwerpunkte, die ineinandergreifen.

Aktuelle Theorien und Forschungsbefunde im Hinblick auf Gender und Jugendlichen

  • Verschränkung der Kategorie Geschlecht mit anderen Kategorien sozialer Ungleichheit (Intersektionalität)
  • Transformationen der Geschlechterverhältnisse
  • Gender und seine Verschränkungen in der Jugendphase
  • aktueller Forschungsstand zu den Herausforderungen einer genderreflektierenden Arbeit mit Jugendlichen (Fallstricke der professionellen Interaktion, Herausforderungen der spezifischen Handlungsfelder)

Forschende Praxis-Reflexion

  • Einführung in die Methoden der ethnographischen Beobachtung
  • Das Beobachtungsprotokoll als Instrument der Selbstreflexion
  • Auswertung der Beobachtungsprotokolle
  • Prozessreflexion des Beobachtungs- und Auswertungsprozesses

Planung und Evaluation

  • Konzeption geschlechterreflektierender Handlungsalternativen
  • Erprobung der Handlungsalternative
  • Herausforderungen und Stolpersteine in der Praxis
  • Evaluation der Handlungsalternative

Zusätzliche Lerneinheiten:

  • Reflexion und Ergebnissicherung im Hinblick auf den Gesamtprozess
  • Kollegiale Beratung

Der CAS besteht aus 15 Präsenztagen (Inputs, Kleingruppenarbeit, Auswertungsgruppen, Abschlusskolloquium)

Das begleitende Selbststudium beinhaltet

  • ethnographische Beobachtungen im Tandem
  • kollegiale Beratung im Tandem
  • umfangreiches Literaturstudium (z.T. ergänzt durch digitales Lernen).

Der CAS-Studiengang gilt als bestanden, wenn:

  • die Teilnehmenden die Präsenzveranstaltungen zu 80% besucht haben;  
  • alle vier ethnographischen Protokolle der eigenen Praxis mit dem Prädikat «erfüllt» bewertet wurden;
  • die Abschlussarbeit mit dem Prädikat «erfüllt» beurteilt wurde;
  • aktiv am Abschluss-Kolloquium teilgenommen wurde.

Titel + Abschluss

Certificate of Advanced Studies (CAS) der Berner Fachhochschule in Genderreflektierender Sozialer Arbeit mit Jugendlichen  

Dozentinnen + Dozenten

Prof. Dr. Stefanie Duttweiler

Prof. Dr. Eveline Ammann Dula

und andere

Partner

Voraussetzungen + Zulassung

Der Studiengang richtet sich an

  • Fachpersonen aus der Jugendarbeit
  • Fachpersonen aus der Schulsozialarbeit
  • Fachpersonen aus der Heimerziehung

Bitte beachten Sie unsere Zulassungsbedingungen.

Organisation + Anmeldung

März 2020 bis März 2021
Der CAS besteht aus 15 Präsenztagen, die meist montags von 8.45–17.15 Uhr stattfinden (Ausnahme: 5.–7. März sowie 18.–19. September 2020).

10.12.2019

Studienort + Infrastruktur