Naturstein und seine Erhaltung

In diesem Studiengang werden Sie auf den verantwortungsbewussten, behutsamen und schonenden Umgang in der Steinkonservierung vorbereitet.

Der Studiengang:

  • richtet sich an künftige und bereits praktizierende Fachpersonen, die sich beruflich mit der Erhaltung von Naturstein auseinandersetzen: Personen aus der praktischen Restaurierung und Konservierung, Steinmetze, Mitarbeitende der Denkmalpflege, Studierende und Diplomierte im Bereich Architektur und Bau (AHB) sowie aus der Archäologie,
  • vermittelt Ihnen ein umfassendes Wissen über relevante Belange der Steingewinnung und dessen Bearbeitung, über auftretende Schäden an Natursteinen und die Möglichkeiten, diese zu beheben,
  • vermittelt Ihnen Kompetenzen in den Bereichen der Oberflächenbehandlung, Bemalung, Fassung und des präventiven Schutzes von Naturstein,
  • vermittelt Ihnen handwerkliche Techniken sowie die konservatorisch-restauratorische Anwendung von Werkzeugen und Materialien.
Stimmungsbild Naturstein

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Certificate of Advanced Studies (CAS)
  • Dauer 1 Semester
  • Unterrichtstage Dienstag bis Freitag ganztags
  • Anmeldefrist 15. September 2019
  • Anzahl ECTS 15 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 5’100
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Standort Fellerstrasse
  • Departement Hochschule der Künste Bern
  • Nächste Durchführung Herbstsemester 2019

Studiengangsbroschüre CASMinor Naturstein

Inhalt + Aufbau

Portrait

Das interdisziplinär abgestützte Kursprogramm reicht von der Entstehung, den spezifischen Eigenschaften und der Bearbeitung von Naturstein bis hin zu seinen vielfältigen Bedeutungen. Weitere Schwerpunkte bilden historische und moderne Techniken der Untersuchung, Dokumentation, Konservierung und Restaurierung, kunsttechnologische und künstlerische Aspekte sowie die Oberflächenbehandlung, Bemalung, Fassung und präventiven Schutz von Naturstein.
 
Der CAS Naturstein und seine Erhaltung ist ein Angebot des HKB-Fachbereichs Konservierung und Restaurierung und der HKB Weiterbildung.

Ausbildungsziel

Mit dem erfolgreichen Abschluss erwerben Sie nachfolgende Kompetenzen:

  • Sie erkennen und benennen Gesteine (mit Fokus Schweiz) sowie deren Zuordnung zu Lagerstätten und Steinbrüchen, sowie deren Anwendung in Architektur und Ausstattung
  • Sie können Steinbearbeitungswerkzeug und deren Bearbeitungsspuren chronologisch in den historischen Kontext einordnen
  • Sie erkennen Fügetechniken des Steins und Anwendungen von Steinfurnieren und Tessere an Kulturgütern (Bauwerke, Skulpturen, Dekorationstechniken, Steinböden, Terrazzo und Mosaiken)
  • Sie können Werke wichtiger Bildhauer in die Entwicklung der Steinskulptur einordnen
  • Sie erkennen Fasstechniken, präventive Schutzmassnahmen und -anstrichen sowie Retuschen auf Stein
  • Sie sind fähig Schadensbildern an Stein sowie Zuordnung zu möglichen natürlichen und künstlichen Ursachen (inkl. Dokumentation und Kartierung) zu erkennen und zu benennen
  • Sie haben gelernt sinnvolle Untersuchungsmethoden unterschiedlicher Dienstleister zur Einschätzung des Schadensausmasses auszuwählen
  • Sie können historische und moderne Erhaltungskonzepte und Restaurierungsverfahren für Stein beurteilen
  • Sie kennen die korrekte Anwendung von Reinigungs-, Festigungs-, Hinterfüllungs- und Aufmörtelungsmethoden an Stein

Inhalte

Die Ausbildung ist modular aufgebaut und nach thematischen Schwerpunkten gegliedert. Die definierten Lernziele der jeweiligen Kurstage und Module sind miteinander vernetzt.

Modul 1:

Geologische Grundlagen, Steinbearbeitung und Verwendung

Modul2:

Kunsthistorische Grundlagen, Fügetechniken, Bildhauerei & Polychromie

Modul 3:

Degradation, Schadensbilder, Laboruntersuchung, Festigung, Reinigung und Industrieprodukte

Modul 4:

Schadensgutachter, Erhaltungskonzepte, Ersatz, Aufmörtelung)

Modul 5:

Fallstudien zu Erhaltungskonzepten

Modul 6:

Erhaltungskonzepte und Abschlussarbeit

Studienreise

Das Programm enthält diverse Exkursionen mit Beiträgen von Fachpersonen: Münsterbauhütte Bern und Basel, Universität Bern/Institut für Geologie, Naturhistorisches Museum Bern, Münster Konstanz und Freiburg i. B., Musée Romain Avenches.

Methodik

Die Methodik und Didaktik entspricht den Grundsätzen der aktuellen Hochschul- und Weiterbildungsdidaktik. Der Kontaktunterricht ist so angelegt, dass er einen hohen Einbezug der Studierenden ermöglicht und Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen mit einbringen können. Fachinput als auch Praxisarbeiten sind gleichermassen vertreten. Durch methodische Vielfalt, Diskussionen und kritische Betrachtungen wird die Entwicklung von neuen Ideen und Lösungen gefördert. Das Selbststudium umfasst Vor- und Nachbereitung des Kontaktunterrichts, Skript- und Literaturstudium, Reflexion und Dokumentation der eigenen Lernprozesse und der Praxistransfers.

Evaluation + Qualitätssicherung

Die Studienleitung bietet eine intensive Lernbegleitung an und ist zudem für eine einheitliche Haltung beim didaktischen Vorgehen, bei der Kursgestaltung und für den aktuellen Praxisbezug besorgt. Jeder Kurs wird von der Studienleitung und den Studierenden evaluiert. Die Anliegen der Studierenden werden als konkreter Auftrag zur steten Optimierung der Kursgestaltung entgegengenommen. Die Abschlussarbeiten werden nach transparenten Beurteilungsrastern eingeschätzt.

Die Studienleitung geht davon aus, dass alle Teilnehmenden die Bedingungen zur Zertifizierung und seine Erhaltung erreichen. Dies umfasst die Teilnahme an den Kontaktstunden gemäss Studienreglement, dem Erbringen der entsprechenden Praxistransfers und Präsentation des eigenen Projektes bei der Abschlussveranstaltung.

In Bezug zu den angestrebten Kompetenzen erhalten sie im Verlauf des Ausbildungsgangs eine Auswahl an Aufträgen, um das Erlernte im eigenen Praxisfeld auf individuelle Weise anzuwenden und diese Umsetzung zu reflektieren. Sie dokumentieren diesen Praxistransfer und erhalten von der Studienleitung oder den Dozierenden ein Feedback. 

Titel + Abschluss

Certificate of Advanced Studies (CAS) in «Naturstein und seine Erhaltung»

Dozentinnen + Dozenten

Studienleitung

Professor Ueli Fritz: Mitbegründer des Restaurierungsatelier Fritz & Fehringer  mit dem Schwergewicht auf die restauratorische Bauforschung von Gebäuden des 19. Und 20. Jahrhunderts Landesbibliothek Bern, Bundeshaus Bern, Oberzolldirektion Bern, Bundesamt für Verkehr Bern, Finanzdirektion Bern, ETH Zürich, Semper-Sternwarte Zürich etc. Seit 1999 Dozent in der Vertiefungsrichtung Architektur, Ausstattung und Möbel mit dem Schwergewicht auf die Materialien des 20. Jahrhunderts.

Dozierendenpool

Es werden zudem verschiedene externe ReferentInnen eingeladen (insb. vom Institut für Geologie der Universität Bern, vom Naturhistorischen Museum, von den Münsterbauhütten Bern und Basel).

Voraussetzungen + Zulassung

Zukünftige und bereits praktizierende Fachpersonen, die sich beruflich mit der Erhaltung von Naturstein auseinandersetzen: Konservatoren und Restauratorinnen, Personen aus der praktischen Restaurierung, Steinmetze, Mitarbeitende der Denkmalpflege, Studierende und Diplomierte im Bereich Architektur und Bau (AHB), sowie aus der Archäologie, etc.

Zulassungsbedingungen

Der CAS setzt in der Regel einen Abschluss an einer Kunsthochschule, einer Fachhochschule oder einer Universität oder einer gleichwertigen Vorbildung voraus. Die Module setzen keine umfassende Kenntnis der Geologie voraus. Es wird von einer selbständigen Vertiefung der handwerklichen Anwendungen ausgegangen.

Ausnahmen

Die Aufnahme „sur dossier“ ist in Absprache mit der Studienleitung möglich, wenn die Kandidatin oder der Kandidat seit mindestens fünf Jahren beruflich intensiv im Bereich Denkmalpflege und Umnutzung tätig ist. Dies gilt besonders, wenn entsprechende Vorbildungen und berufliche Erfahrungen als Steinmetz oder in der Denkmalpflege nachgewiesen werden können. Dieses Aufnahmeverfahren erfordert eine gründliche Evaluation der vorhandenen Fähigkeiten sowie ein Aufnahmegespräch.

Anmeldung

DDie Studienleitung entscheidet gestützt auf die eingereichten Anmeldeunterlagen (Lebenslauf mit Angabe der aktuellen Tätigkeit, Motivationsschreiben, Diplomkopien) und einem persönlichen Aufnahmegespräch abschliessend über die Aufnahme. Die Studienleitung behält sich vor, bei einer grossen Anzahl von Studienbewerbern eine Auswahl zu treffen.

Sprachkenntnisse

Deutsch

Organisation + Anmeldung

Der CAS umfasst 15 ECTS-Credits und dauert ein Semester. Die Ausbildung ist berufsbegleitend.

Unterrichtstage sind von Dienstag bis Freitag ganztags. Detaillierte Kursdaten folgen. Änderungen vorbehalten.

Anmeldeschluss: 15. September 2019
Studienbeginn: Herbstsemester 2019

Studiengebühr CHF 5'100 plus Einschreibegebühr CHF 150. Die Gebühren sind steuerlich absetzbar.

Unterstützung der Bernischen Denkmalpflege-Stiftung

Es besteht die Möglichkeit, bei der Bernischen Denkmalpflege-Stiftung einen Beitrag an die Kurskosten zu beantragen, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

  • abgeschlossene Berufslehre (vorzugsweise mit Weiterbildung "Handwerker in der Denkmalpflege mit eidg. Fachausweis") oder Fachhochschulabschluss auf dem Gebiet Konservierung/Restaurierung.
  • berufliche Tätigkeit in vornehmlich denkmalpflegerischem Umfeld und mit Bezug zum Kanton Bern.

Das Beitragsgesuch ist direkt an die Bernische Denkmalpflege-Stiftung zu richten. Es muss folgende Angaben enthalten: Begründung/Motivation für den Kursbesuch, Unterlagen zum Beleg der obengenannten Voraussetzungen und einen Lebenslauf.

6 bis 12 Teilnehmende. Mit 6 Teilnehmenden ist die Studiendurchführung garantiert.

Infoveranstaltungen + Beratung

Studienberatung

Studienleiter: Ueli Fritz
Telefon +41 31 848 38 93

Sekretariat: Ana Cancela
Telefon +41 31 848 38 84

Infoveranstaltungen

Es sind derzeitig keine Veranstaltungen geplant.

Studienort + Infrastruktur