Psychosomatik

Im CAS erarbeiten Sie die Grundlagen der psychosomatischen Medizin in Bezug zum patientenzentrierten Berufsalltag von Pflege- und Therapieberufen sowie Hebammen.

Der CAS-Studiengang befähigt Sie

  • anhand von realen Patientensituationen berufliche Skills zu entwickeln, welche die Behandlung dieser Leiden ermöglichen,

  • Ressourcen zu erfassen und deren Entwicklung zu unterstützen,
  • Methoden zur Stärkung und zum Aufbau konkreter Alltags- und Handlungskompetenzen anzuwenden,
  • Patientinnen und Patienten in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken, d. h. sie im Umgang mit chronischen Zuständen  wie z. B. Schmerzen, Angst und Panik, Schlaf- oder Essstörungen zu unterstützen,
  • gesundheitsförderndes Verhalten zu optimieren,
  • eigene Resilienz zu fördern.
Bild CAS Psychosomatik

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Certificate of Advanced Studies (CAS)
  • Dauer 17 Studientage und 1 Prüfungstag
  • Unterrichtstage Mo, Di, Fr
  • Anmeldefrist 30. Oktober 2020
  • Anzahl ECTS 12 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 6'400
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Gesundheit
  • Nächste Durchführung Januar bis Oktober 2021

Inhalt + Aufbau

Porträt

Multikausal bedingte Leiden erfordern ein multimodales Vorgehen. Deshalb ist die psychosomatische Medizin eine interprofessionelle Querschnittsdisziplin. Im CAS-Studiengang «Psychosomatik» erarbeiten Sie die Grundlagen der psychosomatischen Medizin in Bezug zum patientenzentrierten Berufsalltag von Pflege- und Therapieberufen sowie Hebammen. Bei psychophysiologischen Veränderungen stehen vegetative, stressendokrine, perzeptive und affektive Phänomene im Vordergrund. Der multimodale Therapieansatz setzt ein breites Assessment voraus, welches über die übliche organmedizinische Kompetenz auch neurowissenschaftliches, psychologisches, biographisches und systemisches Denken integrieren muss. Der CAS-Studiengang «Psychosomatik» führt Sie in die multimodale Behandlungsweise ein. In einem multidisziplinär geprägten Studium erarbeiten Sie fachliche Methoden und Strategien, um betroffenen Menschen eine angemessene Gesundheitsversorgung anzubieten. In der Psychosomatik geht es neben der Erarbeitung medizinischer und therapeutischer Erkenntnisse insbesondere darum, die Interaktion zwischen Patientinnen und Patienten, deren Angehörigen und Health Professionals zu reflektieren und das Berufsverständnis im Kontext der patientenzentrierten Gesundheitsversorgung weiterzuentwickeln. Dies beinhaltet die Reflexion des eigenen Gesundheits- und Krankheitsverständnisses im Umgang mit vulnerablen Patientengruppen und im Kontext des multimodalen Therapieansatzes der psychosomatischen Medizin.

Der CAS-Studiengang wird in enger Zusammenarbeit zwischen dem Kompetenzbereich für Psychosomatische Medizin, Universitätsklinik für Neurologie, Insel Gruppe und der Berner Fachhochschule Gesundheit durchgeführt.

Ausbildungsziel

  • Sie erwerben Kompetenzen zum Verständnis psychosomatischer Erkrankungen.
  • Sie können auch angesichts der Zunahme von Stress- und Schmerzerkrankungen eine neue Haltung gegenüber der Phänomenologie dieser Erkrankungen entwickeln.
  • Sie lernen vulnerable Persönlichkeitsprofile zu erkennen.
  • Sie lernen situative Risiko- und Problemkonstellationen zu erkennen und zu gewichten.
  • Sie können Ihren berufsspezifischen Beitrag im Rahmen der multimodalen Therapieversorgung definieren.
  • Sie lernen der Entstehung sekundärer Traumatisierung und Überlastungsphänomenen professionell zu begegnen.
  • Sie lernen Strategien und Methoden zu nutzen, um als Fachpersonen das eigene berufliche Verhalten zu reflektieren.

CAS Psychosomatik: Interprofessionell und ganzheitlich

Für Kathrin Hirter, Pflegeexpertin, und Therapieexpertin Ergotherapie Lorena Bulzis der Insel Gruppe Bern ist klar: Die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Psychosomatik bietet grosses Potenzial, um Beschwerden der Betroffenen frühzeitig zu erkennen und zu lindern.

Im Kompetenzbereich «Wissen und Verstehen»

Sie erwerben Kompetenzen zum Verständnis psychosomatischer Erkrankungen. Nachdem Sie den CAS-Studiengang erfolgreich absolviert haben, kennen Sie:

  • die Charakteristika der Lebensstadien (Entwicklungsmedizin),
  • die menschlichen Grundbedürfnisse, Resilienzfaktoren und Stressoren (medizinische Psychologie),
  • die Symptomatik und Klassifikation von Stress- und Schmerzerkrankungen (Kankheitslehre),
  • die Möglichkeiten zur Erfassung und Unterstützung von Ressourcen,
  • die Bausteine der multimodalen Therapie,
  • die Manifestation funktioneller Störungen aus dem Blickwinkel der Organspezialisierungen,
  • die gemeinsamen Charakteristika psychosomatischer Störungsbilder,
  • das Zürcher Ressourcen Modell (Embodyment, Achtsamkeit),
  • das Mental Equilibrium.

Im Kompetenzbereich «Anwendung von Wissen und Verstehen»

Mit diesen Kenntnissen können Sie auch angesichts der Zunahme von Stress- und Schmerzerkrankungen eine neue Haltung gegenüber der Phänomenologie dieser Erkrankungen entwickeln. Sie sind fähig,

  • anhand von realen Patientensituationen berufliche Skills zu entwickeln, welche die Behandlung dieser Leiden ermöglichen,
  • Ressourcen zu erfassen und deren Entwicklung zu unterstützen,
  • Methoden zur Stärkung und zum Aufbau konkreter Alltags- und Handlungskompetenzen anzuwenden,
  • Patientinnen und Patienten in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken, d. h. sie im Umgang mit chronischen Zuständen wie z. B. Schmerzen, Angst und Panik, Schlaf- oder Essstörungen zu unterstützen,
  • gesundheitsförderndes Verhalten zu optimieren,
  • die eigene Resilienz zu fördern.

Im Kompetenzbereich «Urteilen»

Sie können

  • vulnerable Persönlichkeitsprofile erkennen,
  • situative Risiko- und Problemkonstellationen erkennen und gewichten,
  • Ihren berufsspezifischen Beitrag im Rahmen der multimodalen Therapieversorgung definieren,
  • der Entstehung sekundärer Traumatisierung und Überlastungsphänomenen professionell begegnen,
  • Strategien und Methoden nutzen, um als Fachpersonen das eigene berufliche Verhalten zu reflektieren.

Im Kompetenzbereich «Kommunikative Fertigkeiten»

Sie können

  • das fachspezifische Wording anwenden für einen nichtstigmatisierenden Patientenumgang,
  • eine angepasste Patientenedukation bei funktionellen Störungen durchführen,
  • eine angepasste Angehörigenedukation im Umgang mit funktionellen Störungen durchführen,
  • kommunikative Grundregeln, Fallstricke und Chancen im interprofessionellen Patientenumgang beschreiben,
  • psychosomatischen Situationen im Kontext der Patientenversorgung (Mental Equilibrium) angemessen begegnen.

Aufbau

Struktur CAS Psychosomatik Bild vergrössern

Fachkurs «Mind & Body Care» (4 ECTS-Credits)
 

In diesem Fachkurs erarbeiten Sie Grundlagen der psychosomatischen Medizin. Der Fokus des Fachkurses liegt im Erkennen der Zusammenhänge, zum Beispiel bei der Stress- und Schmerzsymptomatik:

  • Verhaltensmedizin: Menschliche Grundbedürfnisse, Resilienzfaktoren und Stressoren
  • Entstehung von Stress- und SchmerzerkrankungenUmgang mit komorbiden Angst-, Depression- und Traumaerkrankungen
  • Erfassung und Unterstützung von Ressourcen
  • Stärkung und Aufbau konkreter Alltags- und Handlungskompetenzen
  • Charakteristika der Lebensstadien (Entwicklungsmedizin)
  • Bausteine der multimodalen Therapie
  • Patientenedukation bei funktionellen Störungen
  • Grundregeln, Fallstricke und Chancen im interprofessionellen Patientenumgang
  • Patientenzentrierte Pflege- und Behandlungsansätzte in psychosomatischen Situationen

Fachkurs «Kunst der multimodalen Therapie» (4 ECTS-Credits)
 

Sie erarbeiten und vertiefen fallbezogen spezifische Therapiezugänge der psychosomatischen Medizin:

  • Manifestiation funktioneller Störungen aus dem Blickwinkel der Organmedizin
  • Gemeinsame Charakteristika psychosomatischer Erkrankungen
  • Pflegerische, psychotherapeutische, physio- und ergotherapeutische Therapiezugänge
  • Vulnerable Persönlichkeitsprofile
  • Grundregeln, Fallstricke und Chancen im interprofessionellen Patientenumgang
  • Reflektion des eigenen beruflichen Verhaltens
  • Entwicklung von Resilienz
  • Prävention von sekundärer Traumatisierung und Überlastungsphänomenen
  • Optimierung gesundheitsförderndem Verhalten
  • Zürcher Ressourcen Modell (Embodyment, Achtsamkeit)
  • Mental Equilibrium

Evidence Based Practice-Modul «Care Report», «Project» oder «Review» (4 ECTS-Credits)
 

  • Sie besuchen ein Symposium
  • Sie besuchen vier Kolloquien zur Erstellung der Abschlussarbeit
  • Sie besuchen acht Journalclubs
  • Sie verfassen eine Abschlussarbeit
  • Sie präsentieren ihre Abschlussarbeit in einer öffentlichen Veranstaltung
  • Fallbesprechungen
  • Vorträge
  • Gruppenarbeiten
  • Selbststudium: Theoretische Grundlagen werden im Selbststudium erarbeitet. Dazu stellen wir Ihnen die dazu nötige Literatur zur Verfügung. Deren Bearbeitung gelingt ausgehend von leitenden Fragestellungen.

Die Kompetenznachweise für den CAS-Studiengang «Psychosomatik» setzen sich aus den Kompetenznachweisen der einzelnen Fachkurse und dem gewählten Modul «Wissenstransfer» zusammen:

Im Fachkurs «Mind & Body Care»

In einem Kurzvortrag stellen Sie Ihre individuelle Fallanalyse mit dem Ziel eines vollumfänglichen Transfers der erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse in eine Realsituation vor. Vorbereitend darauf erstellen Sie eine schriftliche Arbeit: Die biographische Kontextualisierung der Krankheitsentwicklung ist eine wichtige Grundlage für das Verständnis von funktionellen Körpersymptomstörungen. Sie erstellen auf Basis Ihres erworbenen entwicklungsmedizinischen Grundlagenwissens eine Biographie-Reportage über eine Patientin oder einen Patienten. Diese reflektiert die biographischen Daten und Fakten in Bezug auf Gefährdungsrisiken, Resilienzfaktoren, Bewältigungsstrategien, Symptomatologie und des professionellen Hilfebedarfs (Therapieplanung).

Im Fachkurs «Kunst der multimodalen Therapie»

In einem öffentlichen Symposium stellt jede Arbeitsgruppe ihre Modularbeit in einem Kurzvortrag vor.
Vorbereitend bearbeiten Sie in Kleingruppen (2 bis 3 Personen) eine bestimmte Fragestellung zu einem bestimmten Störungsbild qualitativ und quantitativ. Idealerweise wird ein Thema gewählt, welches im eigenen Berufsalltag direkt vorkommt: Z. B. Schlafstörungen in Pflegeberufen, Essstörungen in der Ernährungsberatung, Hyperalgesie in der Rheumatologie, Stress-Assessment bei Herzinfarktpatientinnen und -patienten, Fibromyalgie bei Migrantinnen, phobischer Schwindel im Bereich der HNO, Panikattacken auf der Notfallstation.

Im «Evidence Based Practice-Modul»

Der Kompetenznachweis besteht je Evidence Based Practice-Modul aus

  • der Abschlussarbeit,
  • der öffentlichen Verteidigung der Abschlussarbeit,
  • der erfolgreichen Mitarbeit in acht Journalclubs.

Titel + Abschluss

Certificate of Advanced Studies (CAS) in «Psychosomatik»

Der CAS-Studiengang kann in folgenden fünf MAS- und DAS-Studiengängen anerkannt werden:

Partner

Kompetenzbereich Psychosomatische Medizin, Universitätsklinik für Neurologie

Voraussetzungen + Zulassung

  • Pflegefachpersonen HF, FH
  • Hebammen
  • Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten
  • Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberater
  • Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten
  • Logopädinnen und Logopäden

Es gelten die allgemeinen Zulassungsbedingungen, die Sie im folgenden Dokument finden:

Organisation + Anmeldung

Fachkurs «Kunst der multimodalen Therapie»

6 Studientage, Januar bis Februar 2021
Unterrichtszeiten: in der Regel von 08.30 - 16.30 Uhr

  • Freitag, 15. Januar 2021
  • Freitag, 22. Januar 2021
  • Freitag, 29. Januar 2021
  • Freitag, 5. Februar 2021
  • Freitag, 19. Februar 2021
  • Freitag, 26. Februar 2021

«Evidence Based Practice-Modul»

5 Kurstage und 1 Prüfungstag, März bis Juli 2021


Fachkurs «Mind & Body Care»

6 Studientage, September bis Oktober 2021
Unterrichtszeiten: in der Regel von 08.30 - 16.30 Uhr

  • Freitag, 3. September 2021
  • Freitag, 10. September 2021
  • Freitag, 17. September 2021
  • Freitag, 15. Oktober 2021
  • Freitag, 22. Oktober 2021
  • Freitag, 29. Oktober 2021

Die Kosten für den CAS-Studiengang «Psychosomatik» stellen sich wie folgt zusammen:

  • Fachkurs «Mind & Body Care»: CHF 2'300
  • Fachkurs «Kunst der multimodalen Therapie»: CHF 2'300
  • «Evidence Based Practice-Modul»: CHF 1'800

Total: CHF 6'400

Wir stellen Ihnen für die beiden Fachkurse und für das «Evidence Based Practice-Modul» je eine separate Rechnung zu.

Anmeldefrist

30. Oktober 2020

Im Rahmen des Online-Anmeldeprozesses benötigen wir von Ihnen folgende Dokumente:

  • Kopien Ihrer Bildungsabschlüsse (im PDF-Format, max. 1 MB pro Dokument)
  • Passfoto (JPEG)

Bitte laden Sie diese Dokumente auch dann hoch, wenn Sie diese bereits im Rahmen einer anderen Anmeldung eingereicht haben. Wenn Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.  Geben Sie bitte im Feld «Bemerkungen» das von Ihnen gewünschte EBP-Modul an. Wenn Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Geschäftsbedingungen

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.

Alle Weiterbildungsangebote Psychische Gesundheit und Krankheit

Machen Sie Karriere und entwickeln Sie sich beruflich wie auch persönlich weiter mit einer Weiterbildung an der Berner Fachhochschule Gesundheit.

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