Schutz vor Naturgefahren

Ein integraler Schutz von Siedlungen und Infrastruktur vor Naturgefahren erfordert Fachleute mit fundierten Kompetenzen. Die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten können Sie in diesem CAS erwerben.

In diesem Studiengang

  • vertiefen Sie die Grundlagen zu den relevanten Naturgefahren der Schweiz,
  • beschäftigen Sie sich mit dem Integralen Risikomanagement,
  • untersuchen Sie spezifische Schutzmassnahmen für die verschiedenen Naturgefahren,
  • profitieren Sie von interaktiven Unterrichtseinheiten, praktischer Geländearbeit und Exkursionen,
  • führen Sie einen Dialog mit Personen verschiedener Fachrichtungen und Berufe.

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Certificate of Advanced Studies (CAS) «Schutz vor Naturgefahren»
  • Dauer November 2019 bis Juni 2020
  • Unterrichtstage Diverse Durchführungsdaten
  • Anmeldefrist Vier Wochen vor Modulbeginn
  • Anzahl ECTS 12 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 6’500.– für das ganze CAS
    Die Module können auch einzeln besucht werden, die Kosten variieren je nach Modul.
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Burgdorf
  • Departement Architektur, Holz und Bau
  • Nächste Durchführung November 2019

Inhalt + Aufbau

Portrait

In diesem CAS können Sie sich fundierte Kenntnisse und Fähigkeiten zum Risikomanagement, zu den Prozessen verschiedener Naturgefahren sowie zu Schutzmassnahmen erwerben. Je nach Erfahrung, Interesse und beruflicher Motivation können Sie den Fokus individuell auf tektonische, meteorologische, hydrologische, gravitative und/oder prei-/glaziale Naturgefahren legen.

Ausbildungsziel

In diesem Weiterbildungsstudiengang lernen Sie die Prozesse kennen, die zu Naturgefahren führen können. Nach Abschluss des CAS können Sie Gefahrenbeurteilungen, Risikoanalysen und -bewertungen interpretieren, die Einwirkungen auf Bauobjekte ermitteln und geeignete Schutzmassnahmen planen sowie bis Umsetzung zu projektieren.

Das CAS ist modular aufgebaut. Sie können die Module können auch separat besuchen und abschliessen.

Modul 1: Einführung

Sie kennen die nötigen Aufgaben, um Schutzmassnahmen zu planen und verstehen, wie diese zusammenwirken. Sie verstehen die Rolle der Versicherungen in der Elementarschadenprävention (ESP), insbesondere derjenigen des VKF. Sie verstehen die für Naturgefahren in der Schweiz relevanten Grundlagen der Geologie. Sie können die Inhalte des CAS in Bezug zu Ihrer persönlichen beruflichen Tätigkeit setzen.

Wahlpflichtmodul 2.1: Naturwissenschaftliche Grundlagen

Sie kennen die naturwissenschaftlichen Begriffe, die für Naturgefahren von Bedeutung sind. Ihnen sind die verschiedenen Einflussfaktoren und Prozesse, die zu Naturgefahren werden können, vertraut. Sie verstehen die Quantifizierung dieser Prozesse und können deren charakteristische physikalische Grössen hinsichtlich ihrer Bedeutung für Schutzmassnahmen interpretieren.

 

Wahlpflichtmodul 2.2: Ingenieur-Grundlagen

Sie wissen, welche Ingenieur-Disziplinen für welche Naturgefahren relevant und zur Planung und Dimensionierung von Schutzmassnahmen nötig sind. Ihnen sind die grundlegenden Begriffe, Konzepte und Methoden dieser Disziplinen bekannt. Sie können mit den nötigen Angaben gesuchte Grössen berechnen und die Ergebnisse beurteilen und interpretieren.


Modul 3: Risiko- und Erhaltungsmanagement

Sie kennen die Grundlagen zum Erhaltungsmanagement von Schutzmassnahmen vor Naturgefahren. Sie verstehen die Idee des Integralen Risikomanagements und das Risikokonzept. Sie können Risiken analysieren, unter Angabe der nötigen Werte berechnen und bewerten. Sie kennen die Wirkungsprinzipien verschiedener Schutzmassnahmen, können diese für eine gegebene Risikosituation anhand von Kriterien auswählen, ihre Effizienz quantitativ bewerten und ihre Erhaltung konzeptionell managen.

 

Wahlpflichtmodul 4.1: Schutzmassnahmen im Mittelland

Anhand der nötigen Ausgangsdaten zu Naturgefahren im Mittelland können Sie deren Einwirkungen auf Bauobjekte ermitteln. Sie sind in der Lage, bauliche Massnahmen zum Objektschutz unter Berücksichtigung rechtlicher, ökonomischer, ökologischer und ästhetischer Kriterien auszuwählen, zu entwickeln und für die Umsetzung zu bemessen. Sie wissen, wie Massnahmen zum Schutz vor Naturgefahren im Mittelland langfristig und effizient erhalten werden können.

 

Wahlpflichtmodul 4.2: Schutzmassnahmen im Gebirge

Anhand der nötigen Ausgangsdaten zu Naturgefahren im Gebirge können Sie deren Einwirkungen auf Bauobjekte ermitteln. Sie sind in der Lage, bauliche Massnahmen zum Objektschutz unter Berücksichtigung rechtlicher, ökonomischer, ökologischer und ästhetischer Kriterien auszuwählen, zu entwickeln und für die Umsetzung zu bemessen. Sie wissen, was speziell zu beachten ist, um Schutzmassnahmen vor gravitativen Naturgefahren langfristig und effizient zu erhalten.

 

Modul 5: Zertifikatsarbeit

  • Interaktive Vorlesungen, Erfahrungsaustausch und Diskussionen
  • Gruppenarbeiten und -übungen
  • Neuste Erkenntnisse aus Forschung/Entwicklung und Praxis
  • Studium von Best-Practice-Beispielen mit Reflexion
  • Exkursionen, Besichtigung von Gefahrensituationen und Schutzmassnahmen
  • Inputreferate ausgewiesener Fachleute
  • Selbststudium
  • E-Learning
  • Lerntagebuch
  • Coaching und persönliche Betreuung
  • Zertifikatsarbeit
  • Gegenseitige Präsentation der Zertifikatsarbeiten und Diskussion

Sie schliessen den Studiengang mit einem Kompetenznachweis ab. Dieser umfasst ein individuelles Lernjournal für die einzelnen Module sowie eine schriftliche, zu präsentierende Zertifikatsarbeit.

Titel + Abschluss

Dozentinnen + Dozenten

Martin Stolz, Studienleiter CAS Schutz vor Naturgefahren - Projektierung und Umsetzung von Objektschutzmassnahmen, Leiter Institut für Infrastruktur und Siedlungsentwicklung, BFH

Dr. Armin Rist, Stv. Leiter CAS Schutz vor Naturgefahren - Projektierung und Umsetzung von Objektschutzmassnahmen, Stv. Leiter Kompetenzbereich Geotechnik und Naturereignisse, BFH

Weitere ausgewiesene Expertinnen und Experten

Partner

Voraussetzungen + Zulassung

Das Angebot richtet sich an Absolventen und Absolventinnen folgender Fachrichtungen:

  • Naturwissenschaften wie Geographie, Geologie, Meteorologie oder Umweltwissenschaften
  • Architektur, Städtebau, Raum- und Verkehrsplanung
  • Bau-, Forst-, Kultur- oder Umweltingenieurwesen

Angesprochen sind Berufstätige in:

  • Planungsbüros
  • Firmen
  • (Gebäude-) Versicherungen
  • Behörden und ähnliche Stellen

Schulische Voraussetzungen

Hochschulabschluss (Fachhochschule, Universität) in den oben genannten Fachrichtungen oder erfolgreicher Abschluss des VKF-Kurses Naturgefahrenfachperson

Sprachkenntnisse

Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Die Zertifikatsarbeit kann auch auf Französisch oder Englisch geschrieben werden.

Ausnahmen

Bewerberinnen und Bewerber, welche nicht über den geforderten Abschluss verfügen, können «sur dossier» zugelassen werden, wenn sich die Befähigung zur Teilnahme aus dem Nachweis mehrjähriger Berufserfahrung im Bereich Naturgefahren ergibt.

Organisation + Anmeldung

Der Studiengang umfasst insgesamt rund 140 Kontaktlektionen (inkl. Exkursionen und Präsentationen der Zertifikatsarbeiten), verteilt auf ca. 12 Studientage. Für das E-Learning, die Vor- und Nachbearbeitung, die selbstständigen Übungen und die Zertifikatsarbeit wird mit einem zusätzlichen Aufwand von ca. 220 bis 260 Stunden gerechnet.

Die Kurstage sind so gelegt, dass Sie alle Wahlpflichtmodule besuchen können (die zusätzlichen Wahlpflichtmodule werden separat verrechnet).

Variieren je nach Modul.

Anmeldefrist ist vier Wochen vor CAS- resp. Modulbeginn.

CHF 6’500 für das ganze CAS

CHF 2’400 für die Einzelbuchung des Moduls 2.1 oder 2.2
CHF 1’400 für die Einzelbuchung des Moduls 3
CHF 2’800 für die Einzelbuchung des Moduls 4.1 oder 4.2

Maximal 25 Personen pro Modul.

Studienort + Infrastruktur