Demenzfreundliche Kultur in Theorie und Praxis

Menschen mit einer Demenz haben das Recht, als Person mit ihren Bedürfnissen wahrgenommen zu werden. Zu einem Leben in Würde und mit Qualität gehört auch die Teilhabe am alltäglichen Leben und an menschlicher Gemeinschaft.

Der Fachkurs:

  • richtet sich an Personen, die sich für eine demenzfreundliche Kultur in Institutionen oder Gesellschaft einsetzen wollen.
  • thematisiert die gängigen Demenzbilder unserer Gesellschaft und regt zur Reflexion des eigenen Menschenbildes an.
  • sensibilisiert für Haltungsfragen im Rahmen der Demenzbetreuung.
  • erläutert und vertieft einen anthropologischen Bezugsrahmen zu «Person-Sein» und «Sorge».
  • zeigt Modelle und Handlungsansätze für demenzfreundlicher Städte und Quartiere auf.
Patina

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Fachkursbestätitung
  • Dauer 6 Kurstage
  • Unterrichtstage Diverse
  • Anmeldefrist 01.07.2020
  • Anzahl ECTS Keine
  • Kosten CHF 2'200
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Soziale Arbeit
  • Nächste Durchführung August bis Oktober 2020
    Jährliche Durchführung geplant
  • Broschüre

Weiterbildungsprogramm 2018 | 2019 Institut Alter

Inhalt + Aufbau

Portrait

Unsere gesellschaftlichen und persönlichen Menschenbilder prägen unseren Umgang mit Demenz. Dieser Fachkurs vermittelt Ihnen einen anthropologischen Bezugsrahmen, der auch Menschen mit einer weit fortgeschrittenen Demenz das «Person-Sein» und damit ein Leben in Würde und mit Qualität zuspricht und ermöglicht. Sie lernen Modelle und Handlungsansätze kennen, die an Demenz erkrankten Menschen eine möglichst lange Teilhabe am alltäglichen Leben ermöglicht und werden mit dem Konzept demenzfreundlicher Städte und Quartiere vertraut.

Ausbildungsziel

  • Sie kennen die theoretischen, anthropologischen Grundlagen einer «demenzfreundlichen Kultur».
  • Sie können praktische Handlungsansätze in Ihrer Institution umsetzen.
  • Sie sind sensibilisiert für kritische Situationen wie Depersonalisation, oder Entwürdigung.
  • Sie sind in der Lage ihr eigenes Menschenbild zu reflektieren.

Inhalte

  • Menschenbild und Menschenwürde: Anthropologische Grundlagen
  • Integration, Segregation, Inklusion, Partizipation – Begriffe und Konzepte
  • Demenzfreundliche Gestaltung des Quartiers für zu Hause lebende Menschen mit Demenz
  • Praxismodelle: Demenzfreundliche Stadt, demenzfreundliche Institution

Neben den Kurstagen wird eine Institutionsbesichtigung vorbereitet, durchgeführt und reflektiert.

Unsere Lern- und Arbeitsformen betonen Praxisorientierung, Reflexion und die Integration von Fachwissen aus unterschiedlichen Disziplinen und Erfahrungszusammenhängen. Das Kontaktstudium wird ergänzt durch   praxisrelevante Übungen und Anwendungsaufgaben sowie den fachlichen Austausch in Gruppen.

Der Kompetenznachweis wird nur von den Teilnehmenden geleistet, welche einen CAS-Abschluss anstreben. Er besteht im Erstellen eines 6-8-seitigen Transferberichts (Theorie-Praxis-Transfer; Reflexion) zu den Inhalten des Fachkurses. Der Aufwand beträgt 60 Arbeitsstunden.

Titel + Abschluss

Dozentinnen und Dozenten

Änderungen vorbehalten

Bildungsleitlinien

Wir legen in unseren Weiterbildungsangeboten Wert auf den Austausch zwischen Professionen und Disziplinen, einen aktuellen Forschungsbezug und eine förderungsorientierte Bildungskultur. 

Altersrelevante Themen  

Im Institut Alter werden in bestehenden und neuen Handlungsfeldern Akzente gesetzt. Im Fokus der Weiterbildungen stehen Fragen der Lebensgestaltung im Alter, die sowohl aus der Perspektive des Individuums als auch aus der weiteren gesellschaftlichen und politischen Optik bearbeitet werden. Die Begriffe Alter und Altern beinhalten eine hohe Diversität der entsprechenden Lebensspanne. Altersrelevante Themen haben Bedeutung auch für andere Lebensphasen und -herausforderungen.

Weiterbildung an der Fachhochschule

Die Angebote des Instituts Alter haben eine interdisziplinäre und interprofessionelle Ausrichtung. Entsprechend richten sie sich auch an Zielgruppen unterschiedlicher beruflicher Herkunft. Es geht in der Hochschul-Weiterbildung um die Vermittlung vertiefender Fachkenntnisse, um das Erschliessen von grösseren Verständniszusammenhängen sowie die mehrperspektivische Bearbeitung von Themen mit hoher Praxisrelevanz.

Weiterbildung und Forschung

Im Institut Alter sind die Leistungsbereiche Weiterbildung und Forschung aufeinander bezogen; ein kontinuierlicher Austausch ermöglicht die Weiterentwicklung beider Bereiche. Im Rahmen von empirisch ausgerichteten Modul- oder Masterarbeiten profitieren die Weiterbildungsstudierenden vom Knowhow der angewandten gerontologischen Forschung, regen ihrerseits mit ihren Praxisthemen aber auch die Forschung an und tragen so in vielfältiger Weise zu den Forschungsaktivitäten und zum Forschungsfundus des Instituts Alter bei.

Weiterbildung im Kontext der grösseren Wissensgemeinschaft

Das Institut Alter der Berner Fachhochschule pflegt ein breites Netzwerk zu schweizerischen und internationalen Hochschulen, welche im Altersbereich eine bedeutsame Forschungs- und Bildungstradition haben sowie vergleichbare oder ergänzende Projekte bearbeiten. Durch den gezielten Einsatz von namhaften Dozierenden unterschiedlicher gerontologischer Traditionen und Ansätze, erhalten die Studierenden Zugang zu breitem und nachhaltig abgestützten Expertenwissen im Themenfeld Alter.

Bildung für die Praxis mit der Praxis

Um Lösungen für die aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Probleme zu finden, braucht es Fachwissen einerseits sowie die Fähigkeit zur geeigneten Implementierung dieses Wissens in der Praxis andererseits. Das Institut Alter kann auf ein umfangreiches und bewährtes Netzwerk von Dozierenden zurückgreifen, welche den Anforderungen wissenschaftlicher und zugleich auch praktischer Expertise entsprechen. Sie bieten Gewähr dafür, dass das vermittelte Wissen in den Kontext der Berufs- und Lebenspraxis transferiert werden kann. 

Bildungskultur

Das Weiterbildungsstudium geschieht in einer förderungs- und unterstützungsorientierten Bildungskultur. Die Studienleitung steht begleitend und beratend zur Verfügung, so dass die Studierenden ihren individuellen Bildungsanliegen nachgehen können. Unter den Studierenden wird eine Zusammenarbeitskultur gefördert, die gemeinsame und individuelle Reflexion sowie die entsprechenden Such- und Findungsprozesse zulässt und unterstützt. Die Reflexion gerontologischer Themen und Inhalte geschieht bezogen auf das Handlungsfeld, aber ebenso auch auf das Altersbild und die eigene Person.

Voraussetzungen + Zulassung

Der Fachkurs richtet sich an Personen, denen die Lebensbedingungen der Menschen mit einer Demenzerkrankung ein Anliegen sind, sei es im häuslichen, im Quartier-, wie auch im institutionellen Umfeld.

Bitte beachten Sie unsere Zulassungsbedingungen.


Berufliche Voraussetzungen

Erfahrungen in der Betreuungsarbeit mit alten Menschen und ein Praxisfeld in der ambulanten, stationären oder intermediären Altersarbeit oder im privaten Bereich während der ganzen Kursdauer.

Organisation + Anmeldung

24./25. August 2020
14./15. September 2020
19./20. Oktober 2020

Jeweils 8.45 – 16.45 Uhr

Studienort + Infrastruktur