Eigenbewegungskompetenz im fragilen Alter

Bei der zunehmenden Verletzlichkeit im Alter ist die Entwicklung von Eigenbewegungskompetenzen eine wesentliche Grundlage für ein gutes Leben. Mit seinem Befähigungsansatz setzt dieser Fachkurs einen Kontrapunkt zum defizitären Altersbild, das mit Krankheit, Abbau und Vereinsamung verknüpft ist.

Der Fachkurs:

  • richtet sich an Personen, die sich in der Sorgearbeit mit alten, verletzlichen Menschen und deren Angehörigen engagieren.
  • vermittelt Ihnen die Bewegungslehre Kinaesthetics, welche der Evaluation der eigenen Bewegungskompetenz dient.
  • betrachtet anhand eines lebensweltorientierten Ansatzes körperliche und geistig-psychische Fähigkeiten sowie soziale und lebensräumliche Ressourcen.
  • ist Grundlage und Voraussetzung für den anschliessenden Fachkurs «Bewegungslernen im fragilen Alter».
Patina

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Fachkursbestätigung
  • Dauer 6 Kurstage
  • Unterrichtstage Diverse
  • Anmeldefrist 23.10.2019
  • Anzahl ECTS Keine
  • Kosten CHF 2'200
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Soziale Arbeit
  • Nächste Durchführung November 2019 bis Februar 2020
  • Broschüre

Weiterbildung Institut Alter | Studienaufbau

Inhalt + Aufbau

Portrait

Die befähigende Sorgearbeit und ihre Maximen der Selbstständigkeit und Selbstbestimmung erfordern eine Fokussierung auf die Fähigkeitspotenziale alter, unterstützungsbedürftiger Menschen. Die Entwicklung derer Bewegungskompetenzen kommt hierbei grosse Bedeutung zu. Im Gegenzug behindern psychosoziale Faktoren wie Sturzangst diese Befähigung und fördern Abhängigkeiten. Die Evaluation der Eigenbewegungskompetenz im fragilen Alter bildet daher den Kern dieses Fachkurses.

Ausbildungsziel

  • Sie können Eigenschaften und Funktionen Ihrer eigenen Bewegung anhand der Bewegungsperspektiven des Maietta-Hatch Kinaesthetics Konzeptsystems evaluieren.
  • Sie verfügen über differenziertes Körperwissen und können die Eigenbewegungskompetenz unterstützungsbedürftiger alter Menschen evaluieren.
  • Menschenbild
    Bewegungsbasierte Reflexion eigener Annahmen und Überzeugungen
  • Gestaltungsfaktoren menschlicher Interaktionen
    Sinnessystem – Zeit – Raum – Kraft
  • Menschliche Bewegung
    Anatomie, Bewegungsfähigkeiten, Bewegungskommunikation
  • Menschliche Funktionen
    Fortbewegungsaktivitäten, örtlich fixierte Aktivitäten, vitale und willkürliche Aktivitäten
  • Lebensraum und Hilfsmittel
    Bewegungsförderliche Umgebungsgestaltung

Neben den Kursblöcken vertiefen Sie die Inhalte und Methode in selbstorganisierten, begleiteten Bewegungsgruppen und wenden das Gelernte in Ihrem eigenen Praxisfeld an

Unsere Lern- und Arbeitsformen betonen Praxisorientierung, Reflexion und die Integration von Fachwissen aus unterschiedlichen Disziplinen und Erfahrungszusammenhängen. Das Kontaktstudium wird ergänzt durch   praxisrelevante Übungen und Anwendungsaufgaben sowie den fachlichen Austausch in Gruppen.

Der Kompetenznachweis wird nur von den Teilnehmenden geleistet, welche einen CAS-Abschluss anstreben. Er besteht im Erstellen eines 6-8-seitigen Transferberichts (Theorie-Praxis-Transfer; Reflexion) zu den Inhalten des Fachkurses. Der Aufwand beträgt 60 Arbeitsstunden.

Titel + Abschluss

Dozentinnen und Dozenten

Änderungen vorbehalten

Altersrelevante Themen  

Im Institut Alter werden in bestehenden und neuen Handlungsfeldern Akzente gesetzt. Im Fokus der Weiterbildungen stehen Fragen der Lebensgestaltung im Alter, die sowohl aus der Perspektive des Individuums als auch aus der weiteren gesellschaftlichen und politischen Optik bearbeitet werden. Die Begriffe Alter und Altern beinhalten eine hohe Diversität der entsprechenden Lebensspanne. Altersrelevante Themen haben Bedeutung auch für andere Lebensphasen und -herausforderungen.

Weiterbildung an der Fachhochschule

Die Angebote des Instituts Alter haben eine interdisziplinäre und interprofessionelle Ausrichtung. Entsprechend richten sie sich auch an Zielgruppen unterschiedlicher beruflicher Herkunft. Es geht in der Hochschul-Weiterbildung um die Vermittlung vertiefender Fachkenntnisse, um das Erschliessen von grösseren Verständniszusammenhängen sowie die mehrperspektivische Bearbeitung von Themen mit hoher Praxisrelevanz.

Weiterbildung und Forschung

Im Institut Alter sind die Leistungsbereiche Weiterbildung und Forschung aufeinander bezogen; ein kontinuierlicher Austausch ermöglicht die Weiterentwicklung beider Bereiche. Im Rahmen von empirisch ausgerichteten Modul- oder Masterarbeiten profitieren die Weiterbildungsstudierenden vom Knowhow der angewandten gerontologischen Forschung, regen ihrerseits mit ihren Praxisthemen aber auch die Forschung an und tragen so in vielfältiger Weise zu den Forschungsaktivitäten und zum Forschungsfundus des Instituts Alter bei.

Weiterbildung im Kontext der grösseren Wissensgemeinschaft

Das Institut Alter der Berner Fachhochschule pflegt ein breites Netzwerk zu schweizerischen und internationalen Hochschulen, welche im Altersbereich eine bedeutsame Forschungs- und Bildungstradition haben sowie vergleichbare oder ergänzende Projekte bearbeiten. Durch den gezielten Einsatz von namhaften Dozierenden unterschiedlicher gerontologischer Traditionen und Ansätze, erhalten die Studierenden Zugang zu breitem und nachhaltig abgestützten Expertenwissen im Themenfeld Alter.

Bildung für die Praxis mit der Praxis

Um Lösungen für die aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Probleme zu finden, braucht es Fachwissen einerseits sowie die Fähigkeit zur geeigneten Implementierung dieses Wissens in der Praxis andererseits. Das Institut Alter kann auf ein umfangreiches und bewährtes Netzwerk von Dozierenden zurückgreifen, welche den Anforderungen wissenschaftlicher und zugleich auch praktischer Expertise entsprechen. Sie bieten Gewähr dafür, dass das vermittelte Wissen in den Kontext der Berufs- und Lebenspraxis transferiert werden kann. 

Bildungskultur

Das Weiterbildungsstudium geschieht in einer förderungs- und unterstützungsorientierten Bildungskultur. Die Studienleitung steht begleitend und beratend zur Verfügung, so dass die Studierenden ihren individuellen Bildungsanliegen nachgehen können. Unter den Studierenden wird eine Zusammenarbeitskultur gefördert, die gemeinsame und individuelle Reflexion sowie die entsprechenden Such- und Findungsprozesse zulässt und unterstützt. Die Reflexion gerontologischer Themen und Inhalte geschieht bezogen auf das Handlungsfeld, aber ebenso auch auf das Altersbild und die eigene Person.

Voraussetzungen + Zulassung

Personen im Sozial-, Gesundheits-, Bildungs- und Beratungswesen sowie an Personen in der Freiwilligenarbeit, die mit unterstützungs-/pflegebedürftigen betagten Menschen und ihren Bezugspersonen (insbesondere Angehörigen) im ambulanten, intermediären oder stationären Bereich arbeiten oder zukünftig arbeiten möchten. Pflegende oder betreuende Angehörige, die sich fundiert mit der Thematik auseinandersetzen und in diesem Arbeitsbereich engagieren möchten.

Bitte beachten Sie unsere Zulassungsbedingungen.


Berufliche Voraussetzungen

Erfahrungen in der Betreuungsarbeit mit alten Menschen und ein Praxisfeld in der ambulanten, stationären oder intermediären Altersarbeit oder im privaten Bereich während der ganzen Kursdauer.

Organisation + Anmeldung

27./28. November 2019
8./9. Januar 2020
19./20. Februar 2020

Jeweils 8.45 – 16.45 Uhr

23.10.2019

Studienort + Infrastruktur