Ethische und rechtliche Fragen in der Demenzbetreuung

Ethik und Recht bilden wichtige Leitplanken für das berufliche Handeln mit Menschen mit Demenz. In beiden Bereichen zeigen sich Unsicherheiten oder fehlende Kenntnisse in der institutionellen Praxis. Der Fachkurs vertieft diese Themen und hilft Ihnen als Fachperson, in diesen Bereichen sichere Entscheidungen zu treffen.

Der Fachkurs:

  • richtet sich an Fachpersonen der Demenzbetreuung, die hinsichtlich der Rechtslage sowie des ethischen Diskurses Sicherheit gewinnen wollen.
  • zeigt auf, welche Konsequenzen das Erwachsenenschutzrecht von 2013 für die Altersbetreuung generell und für die Betreuung von Menschen mit Demenz im Besonderen hat.
  • führt in den ethischen Diskurs und in das Instrument ethischer Fallbesprechungen ein.
  • thematisiert einige ethische Schwerpunktthemen: Wunsch und Wille; Gerechtigkeit; würdevolles Leben und Sterben.
  • vergleicht die rechtliche und ethische Sichtweise in einigen zentralen Fragen des Betreuungsalltags.
Patina

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Fachkursbestätigung
  • Dauer 6 Kurstage
  • Unterrichtstage Diverse
  • Anmeldefrist 25.3.2020
  • Anzahl ECTS Keine
  • Kosten CHF 2'200
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Soziale Arbeit
  • Nächste Durchführung 29.4.2020 / 30.4.2020 / 2.6.2020 / 3.6.2020 / 29.6.2020 / 30.6.2020
    Jährliche Durchführung geplant
  • Broschüre

Weiterbildungsangebot Institut Alter

Inhalt + Aufbau

Portrait

Im beruflichen Alltag der Betreuung von Menschen mit Demenz stellen sich manche ethischen und rechtlichen Fragen. Entscheidend dabei ist die Tatsache, dass in sehr vielen Fällen «stellvertretendes Handeln» nötig ist, weil Urteils- und Handlungsfähigkeit der Betroffenen abnehmen. Im Fachkurs werden sowohl die geltende Rechtlage vertieft, als auch ethische Grundprinzipien erläutert, reflektiert und mit der Rechtslage verglichen. Zudem wird ein für den institutionellen Kontext geeignetes Instrument ethischer Fallbesprechungen eingeführt und angeleitet.

Ausbildungsziel

  • Sie sind vertraut mit dem seit dem 1. Januar 2013 in der Schweiz gültigen Erwachsenenschutzrecht und dessen Relevanz für die Betreuung von Menschen mit einer Demenz.
  • Sie verfügen über vertiefte Kenntnisse zu den ethischen Fragen betreffend Willen und Wunsch urteilsunfähig gewordener Menschen, würdevollem Leben und Sterben, Gerechtigkeit sowie der Verantwortung von Einzelnen und Institutionen.
  • Sie kennen die Bedeutung von Recht und Ethik für die institutionellen Betreuungsfragen und sind in der Lage, ethische Fallbesprechungen Ihrer Institution zu initiieren.

Inhalte

  • Das Erwachsenenschutzrecht in der Praxis der Altersarbeit und im Kontext der Urteilsunfähigkeit
  • Ethisches Denken und Argumentieren (Anleitung zu ethischen Fallbesprechungen)
  • Ethische Grundprinzipien
  • Wille und Wunsch urteilsunfähig gewordener Menschen
  • Gerechtigkeit in der institutionellen Betreuung
  • Würdevolles Leben und Sterben: was heisst das?
  • Ethik und Recht im Diskurs

Zwischen den Unterrichtstagen treffen Sie sich in Studierendengruppen und führen ethische Fallbesprechungen durch.

Unsere Lern- und Arbeitsformen betonen Praxisorientierung, Reflexion und die Integration von Fachwissen aus unterschiedlichen Disziplinen und Erfahrungszusammenhängen. Das Kontaktstudium wird ergänzt durch   praxisrelevante Übungen und Anwendungsaufgaben sowie den fachlichen Austausch in Gruppen.

Der Kompetenznachweis wird nur von den Teilnehmenden geleistet, welche einen CAS-Abschluss anstreben. Er besteht im Erstellen eines 6-8-seitigen Transferberichts (Theorie-Praxis-Transfer; Reflexion) zu den Inhalten des Fachkurses. Der Aufwand beträgt 60 Arbeitsstunden.

Titel + Abschluss

Dozentinnen und Dozenten

Änderungen vorbehalten

Altersrelevante Themen  

Im Institut Alter werden in bestehenden und neuen Handlungsfeldern Akzente gesetzt. Im Fokus der Weiterbildungen stehen Fragen der Lebensgestaltung im Alter, die sowohl aus der Perspektive des Individuums als auch aus der weiteren gesellschaftlichen und politischen Optik bearbeitet werden. Die Begriffe Alter und Altern beinhalten eine hohe Diversität der entsprechenden Lebensspanne. Altersrelevante Themen haben Bedeutung auch für andere Lebensphasen und -herausforderungen.

Weiterbildung an der Fachhochschule

Die Angebote des Instituts Alter haben eine interdisziplinäre und interprofessionelle Ausrichtung. Entsprechend richten sie sich auch an Zielgruppen unterschiedlicher beruflicher Herkunft. Es geht in der Hochschul-Weiterbildung um die Vermittlung vertiefender Fachkenntnisse, um das Erschliessen von grösseren Verständniszusammenhängen sowie die mehrperspektivische Bearbeitung von Themen mit hoher Praxisrelevanz.

Weiterbildung und Forschung

Im Institut Alter sind die Leistungsbereiche Weiterbildung und Forschung aufeinander bezogen; ein kontinuierlicher Austausch ermöglicht die Weiterentwicklung beider Bereiche. Im Rahmen von empirisch ausgerichteten Modul- oder Masterarbeiten profitieren die Weiterbildungsstudierenden vom Knowhow der angewandten gerontologischen Forschung, regen ihrerseits mit ihren Praxisthemen aber auch die Forschung an und tragen so in vielfältiger Weise zu den Forschungsaktivitäten und zum Forschungsfundus des Instituts Alter bei.

Weiterbildung im Kontext der grösseren Wissensgemeinschaft

Das Institut Alter der Berner Fachhochschule pflegt ein breites Netzwerk zu schweizerischen und internationalen Hochschulen, welche im Altersbereich eine bedeutsame Forschungs- und Bildungstradition haben sowie vergleichbare oder ergänzende Projekte bearbeiten. Durch den gezielten Einsatz von namhaften Dozierenden unterschiedlicher gerontologischer Traditionen und Ansätze, erhalten die Studierenden Zugang zu breitem und nachhaltig abgestützten Expertenwissen im Themenfeld Alter.

Bildung für die Praxis mit der Praxis

Um Lösungen für die aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Probleme zu finden, braucht es Fachwissen einerseits sowie die Fähigkeit zur geeigneten Implementierung dieses Wissens in der Praxis andererseits. Das Institut Alter kann auf ein umfangreiches und bewährtes Netzwerk von Dozierenden zurückgreifen, welche den Anforderungen wissenschaftlicher und zugleich auch praktischer Expertise entsprechen. Sie bieten Gewähr dafür, dass das vermittelte Wissen in den Kontext der Berufs- und Lebenspraxis transferiert werden kann. 

Bildungskultur

Das Weiterbildungsstudium geschieht in einer förderungs- und unterstützungsorientierten Bildungskultur. Die Studienleitung steht begleitend und beratend zur Verfügung, so dass die Studierenden ihren individuellen Bildungsanliegen nachgehen können. Unter den Studierenden wird eine Zusammenarbeitskultur gefördert, die gemeinsame und individuelle Reflexion sowie die entsprechenden Such- und Findungsprozesse zulässt und unterstützt. Die Reflexion gerontologischer Themen und Inhalte geschieht bezogen auf das Handlungsfeld, aber ebenso auch auf das Altersbild und die eigene Person.

Voraussetzungen + Zulassung

Der Fachkurs richtet sich an Personen in verantwortlichen Funktionen, die ihre rechtlichen Kenntnisse auffrischen wollen und ethische Fragen im Zusammenhang mit der Demenzbetreuung vertieft reflektieren wollen. Grundlagenkenntnisse zu Demenz werden vorausgesetzt.

Bitte beachten Sie unsere Zulassungsbedingungen.


Berufliche Voraussetzungen

Erfahrungen in der Betreuungsarbeit mit alten Menschen und ein Praxisfeld in der ambulanten, stationären oder intermediären Altersarbeit oder im privaten Bereich während der ganzen Kursdauer.

Organisation + Anmeldung

29./30. April 2020
2./3. Juni 2020
29./30. Juni 2020

Jeweils 8.45 – 16.45 Uhr

Studienort + Infrastruktur