Forensic Nursing

In diesem Fachkurs sensibilisieren wir Sie darauf, Befunde als gewaltbedingt zu erfassen, entsprechende Abklärungen zu planen oder selber auszuführen.

Der Fachkurs:

  • richtet sich an Fachpersonen aus den Bereichen Pflege, Geburtshilfe, Physiotherapie sowie an Rettungssanitäterinnen und -sanitäter und auf Anfrage an weitere Gesundheitsfachpersonen,
  • vermittelt Ihnen die Kompetenzen, Opfer von Gewaltdelikten zu erkennen, kompetent zu behandeln und geeignete Empfehlungen zum weiteren Vorgehen auszusprechen,
  • ermöglicht Ihnen, spezielle Misshandlungsformen wie häusliche und sexuelle Gewalt, insbesondere an Kindern und Frauen, zu erkennen,
  • befähigt Sie, Befunde wie Traumata und Verletzungen zwischen unfallbedingt, selbstbeigebracht und deliktisch beigefügt zu differenzieren,
  • befähigt Sie, allgemeine Symptome und Risikokonstellationen bei Kindern und Erwachsenen, welche auf Gewalt hinweisen, zu erkennen,
  • befähigt Sie, professionell pflegerisch mit Gewalttätern umzugehen und eine Risikoprognose zu erstellen,
  • befähigt Sie, forensische Beweise und Spuren zu erfassen, zu sichern und eine gerichtsverwertbare Dokumentation zu erstellen,
  • vermittelt Ihnen die Grundlagen der forensischen Toxikologie zu Alkohol, Drogen und Medikamenten bezüglich verkehrsmedizinischer und klinisch-medizinischer Relevanz.

Fachkurs Forensic Nursing - drei Fragen an die Expertin

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Fachkurs
  • Dauer 8 Kurstage
  • Unterrichtstage Di, Mi, Do
  • Anmeldefrist 24. Februar 2020
  • Anzahl ECTS 5 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 2’500
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Gesundheit
  • Nächste Durchführung Mai bis Juni 2020

Inhalt + Aufbau

Portrait

Sie lernen, bei Patientinnen und Patienten, die körperliche Gewalt, Verletzungen durch Waffen, Verkehrsunfällen oder Vergiftungen erlitten haben, die forensische Schnittstelle zwischen der Gesundheitsversorgung und Institutionen der Rechtsdurchsetzung darzustellen. Sie erkennen Opfer von Gewaltdelikten, erheben Befunde, dokumentieren diese und sprechen geeignete Empfehlungen aus. Im Fachkurs sensibilisieren wir Sie darauf, Befunde als gewaltbedingt zu erfassen, entsprechende Abklärungen zu planen oder selber auszuführen.

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«Forensisches Denken hilft Gesundheitsfachpersonen im Umgang mit Schnittstellen zwischen Medizin und Justiz, zum Beispiel unterstützt das Wissen um die rechtlichen Grundlagen und Möglichkeiten in komplexen Situationen entsprechende Massnahmen rechtszeitig zu planen und adäquat zu intervenieren. Dabei spielt die Vernetzung zu Partnerinstitutionen wie die Opferhilfe, Kinderschutzgruppe, dem Institut für Rechtsmedizin, der Justiz und Polizei und anderen eine wesentliche Rolle.
 

Speziell dient dieses Wissen Patientinnen und Patienten jeden Alters nach Gewalterfahrungen, damit es möglichst nicht zu einer sekundären Viktimisierung kommt und allfällige Verfahren möglichst effizient und professionell eingeleitet und durchgeführt werden können.»


Dr. med. Ursula Klopfstein

Ausbildungsziel

  • Sie beschäftigen sich mit relevanten Aspekten des Strafprozessrechts in der Gesundheitsversorgung.
  • Sie haben sich mit dem Behandlungsvertrag zwischen Gesundheitsfachperson, Täter und Opfer auseinandergesetzt.
  • Sie wissen um den Datenschutz im Umfeld der Gesundheitsversorgung in forensisch relevanten Situationen.
  • Sie kennen die geltenden Melderechte und -pflichten.
  • Sie wissen um das Angebot der Opferhilfe und kennen den Ablauf einer Beratung der Opferhilfe.
  • Sie kennen verschiedene Formen von häuslicher Gewalt und deren Auswirkungen, sowie von sexueller Gewalt bei Kindern, Jugendlichen und Frauen.
  • Sie haben Kenntnis der wichtigen Fakten zu sexueller Ausbeutung von Kindern.
  • Sie verfügen über Wissen zu allgemeiner Traumatologie.
  • Sie kennen verschiedene Schadensarten und die Abgrenzung zwischen Unfall, Selbsthandlung und Delikt. Unterschiedliche Arten von Verletzungen können sie voneinander differenzieren.
  • Sie erkennen klinische Zeichen für Misshandlung und Gewalt an Kindern und wissen um das weitere Vorgehen.
  • Sie erlangen ein vertieftes Wissen zu Gewaltphänomenen aus Forschung und Praxis.
  • Sie wissen um empirische Ergebnisse zu Ausmass, Formen, Auswirkungen und Umgang von Gewaltphänomenen.
  • Sie kennen Manifestationen von Gewalt im öffentlichen Raum und ihre Opfer und Täter.
  • Sie erkennen allgemeine Symptome und Risikokonstellationen bei Kindern und Erwachsenen, welche auf Gewalt hinweisen.
  • Sie erfassen Gewaltbetroffenheit anhand von Assessmentinstrumenten.
  • Sie erlangen Kenntnisse zum Opferschutz und zur Gefährlichkeitseinschätzung.
  • Sie sind fähig, forensische Beweise zu erfassen, zu sichern und eine gerichtsverwertbare Dokumentation zu erstellen.
  • Sie können Verletzungen und Spurenbilder erfassen, beurteilen und dokumentieren, unter anderem anhand einer fotografischen Dokumentation.
  • Sie verstehen die Grundlagen der forensischen Toxikologie zu Alkohol, Drogen und Medikamenten bezüglich verkehrsmedizinischer und klinisch medizinischer Relevanz.
  • Sie wissen um die Besonderheiten des aussergewöhnlichen Todesfalles, inklusive Todesfeststellung, Leichenschau, Todesbescheinigung.
  • Rechtliche Grundlagen
  • Opferhilfe unter besonderer Berücksichtigung der häuslichen Gewalt
  • Spezielle Misshandlungsformen wie sexuelle Gewalt
  • Traumatologie
  • Gewalt an Kindern
  • Gewaltphänomene
  • Risikoanamnese und Täteransprache
  • Dokumentation und Spurensicherung
  • Toxikologie und Verkehrsmedizin
  • Umgang mit Todesfällen im Spital und Langzeiteinrichtungen

Sie bearbeiten eine forensisch pflegerische Fallvignette und werden anschliessend von einer Fachexpertin interviewt.

Titel + Abschluss

Fachkurs in «Forensic Nursing»

Der Fachkurs kann in folgenden MAS- und DAS-Studiengängen ein Wahlmodul sein:

Dozentinnen + Dozenten

  • Dr. med. Ursula Klopfstein, Allgemeinärztin und Dozentin der BFH
  • Dr. Anne Kersten, Sozialwissenschaftlerin & Pflegefachfrau, Dozentin der BFH und Uni Fribourg
  • Susanne Nielen Gangwisch, Sozialarbeiterin FH, Stellenleiterin der Beratungsstelle für Opferhilfe Aargau Solothurn
  • Agota Lavoyer, Sozialarbeiterin, Fachberaterin und stv. Stellenleiterin Lantana, Fachstelle Opferhilfe bei sexueller Gewalt
  • Dr. iur. Christian Peter, Rechtsanwalt HEP und Partner Bern
  • Eva Künzli MLaw, Juristin Berner Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt, Polizei- und Militärdirektion Bern
  • Roland Knöri, Fachstellenleiter Fachstelle Drohung & Gewalt, Kantonspolizei Bern
  • Dr. Christian Wüthrich, Leiter Kinder- und Jugendpsychiatrie Inselspital Bern
  • Jörg Zbinden, Gruppenchef Kriminaltechnischer Dienst der Kantonspolizei Bern
  • Fachpersonen des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern

Partner

Der Fachkurs wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin (IRM) der Universität Bern durchgeführt.

Voraussetzungen + Zulassung

  • Pflegefachpersonen
  • Physiotherapeutinnen, Physiotherapeuten
  • Hebammen
  • Rettungssanitäterinnen, Rettungssanitäter
  • Weitere, im Gesundheitssystem tätige Fachpersonen, auf Anfrage

Es gelten die allgemeinen Zulassungsbedingungen, die Sie im folgenden Dokument finden:

Organisation + Anmeldung

8 Kurstage, Mai bis Juni 2020

  • Mittwoch, 13. Mai 2020

  • Donnerstag, 14. Mai 2020

  • Mittwoch, 27. Mai 2020

  • Donnerstag, 28. Mai 2020

  • Mittwoch, 10. Juni 2020

  • Mittwoch, 17. Juni 2020

  • Mittwoch, 24. Juni 2020

  • Dienstag, 30. Juni 2020

Anmeldeschluss: 24. Februar 2020
Start Fachkurs: 13. Mai 2020

CHF 2'500

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.

Im Rahmen des Online-Anmeldeprozesses benötigen wir von Ihnen folgende Dokumente:

  • Diplome (im PDF-Format, max. 1 MB pro Dokument)

Bitte laden Sie diese Dokumente auch dann hoch, wenn Sie diese bereits im Rahmen einer anderen Anmeldung eingereicht haben. Wenn Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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