Grundlagen idiolektischer Gesprächsführung

Idiolektik beinhaltet eine Fragetechnik, welche auf die Eigensprache des Gegenübers eingeht. Ihm eröffnen sich dadurch eigene Lösungen und Antworten auf persönliche Anliegen.

Der Fachkurs:

  • richtet sich an Personen, die sich professionell oder ehrenamtlich in der Sorgearbeit mit alten Menschen oder in der Angehörigenarbeit engagieren.
  • vermittelt Ihnen die Gesprächsmethode Idiolektik, die wertschätzend, sorgfältig und präzise auf die Eigensprache des Gegenübers eingeht.
  • ermöglicht es Ihnen, eine Vertrauensbasis zu Ihrem Gegenüber zu schaffen und ihm Zugang zu seinen eigenen Ressourcen, Erkenntnissen und Lösungen zu ermöglichen.
  • ist Grundlage und Voraussetzung für den anschliessenden Fachkurs «Idiolektische Gesprächsführung in der Altersarbeit».
Patina

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Fachkursbestätigung
  • Dauer 6 Kurstage
  • Unterrichtstage Diverse
  • Anmeldefrist 1.7.2020
  • Anzahl ECTS Keine
  • Kosten CHF 2'200
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Soziale Arbeit
  • Nächste Durchführung 26.8.2020 / 27.8.2020 / 30.9.2020 / 1.10.2020 / 18.11.2020 / 19.11.2020

Inhalt + Aufbau

Portrait

Wenn ein Mensch seine Lebenswelt oder eine konkrete Situation beschreibt, findet dieses Erleben in seiner Eigensprache (Idiolekt) seinen einzigartigen Ausdruck. Idiolektik beinhaltet eine Fragekunst, die sorgfältig und präzise mit dieser Eigensprache umgeht. Es ist eine Kunst, kurze, einfache Fragen zu stellen ohne das Gesprächsziel, Antworten, Erklärungen und Lösungen vorwegzunehmen. Das aktive Zuhören und Aufgreifen der individuellen Ausdrucksweise befördert so eine vertrauensvolle Beziehungsaufnahme. Dies hilft dem Gegenüber, über seine eigensprachlich verankerten Ressourcen zu eigenen, stimmigen Erkenntnissen und Antworten auf persönliche Fragen zu gelangen.

Ausbildungsziel

  • Sie sind mit den wichtigsten Referenzen und der Herkunft der Idiolektik vertraut.
  • Sie können den Begriff und die Bedeutung von Eigensprache an eigenen Beispielen erläutern.
  • Sie kennen die mit der Idiolektischen Gesprächsführung verbundene Grundhaltung und können diese in Theorie und Praxis reflektieren.
  • Sie kennen die elementaren Fragetechniken und Interventionen der Idiolektik und wissen, wie ein Gespräch begonnen, weitergeführt und abgeschlossen wird.
  • An eigenen Beispielen können Sie aufzeigen, wie und wann idiolektische Gesprächsführung angewendet kann.

Gesprächsführung lernt man am besten, indem man Gespräche führt und die gemachte Erfahrung mit der Theorie verbindet. Das Anwenden, Üben und Reflektieren idiolektisch geführter Gespräche nimmt im Fachkurs daher grossen Raum ein.

Theoretische Grundlagen

  • Ursprung der Idiolektik und wissenschaftliche Referenzen
  • Konstruktivismus und Idiolektik
  • Psychosomatik und Eigensprache sowie archaische Relikte der Eigensprache

Praxis idiolektischer Gesprächsführung

  • Vertrauensrahmen für ein Gespräch schaffen
  • Schlüsselworte wahrnehmen, aufgreifen und kurz, einfach und zieloffen nach deren individuellen Bedeutung fragen
  • Nonverbale und paraverbale Signale im Gespräch wahrnehmen
  • Unterscheiden zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Die Bedeutung von Thema, Tempo und Tonfall sowie der Würdigung in der Gesprächsgestaltung
  • Die Orientierung am Konkreten und Bildhaften und dessen Wirkung

Unsere Lern- und Arbeitsformen betonen Praxisorientierung, Reflexion und die Integration von Fachwissen aus unterschiedlichen Disziplinen und Erfahrungszusammenhängen. Das Kontaktstudium wird ergänzt durch   praxisrelevante Übungen und Anwendungsaufgaben sowie den fachlichen Austausch in Gruppen.

Der Kompetenznachweis wird nur von den Teilnehmenden geleistet, welche einen CAS-Abschluss anstreben. Er besteht im Erstellen eines 6-8-seitigen Transferberichts (Theorie-Praxis-Transfer; Reflexion) zu den Inhalten des Fachkurses. Der Aufwand beträgt 60 Arbeitsstunden.

Titel + Abschluss

Dozentinnen und Dozenten

Änderungen vorbehalten

Altersrelevante Themen  

Im Institut Alter werden in bestehenden und neuen Handlungsfeldern Akzente gesetzt. Im Fokus der Weiterbildungen stehen Fragen der Lebensgestaltung im Alter, die sowohl aus der Perspektive des Individuums als auch aus der weiteren gesellschaftlichen und politischen Optik bearbeitet werden. Die Begriffe Alter und Altern beinhalten eine hohe Diversität der entsprechenden Lebensspanne. Altersrelevante Themen haben Bedeutung auch für andere Lebensphasen und -herausforderungen.

Weiterbildung an der Fachhochschule

Die Angebote des Instituts Alter haben eine interdisziplinäre und interprofessionelle Ausrichtung. Entsprechend richten sie sich auch an Zielgruppen unterschiedlicher beruflicher Herkunft. Es geht in der Hochschul-Weiterbildung um die Vermittlung vertiefender Fachkenntnisse, um das Erschliessen von grösseren Verständniszusammenhängen sowie die mehrperspektivische Bearbeitung von Themen mit hoher Praxisrelevanz.

Weiterbildung und Forschung

Im Institut Alter sind die Leistungsbereiche Weiterbildung und Forschung aufeinander bezogen; ein kontinuierlicher Austausch ermöglicht die Weiterentwicklung beider Bereiche. Im Rahmen von empirisch ausgerichteten Modul- oder Masterarbeiten profitieren die Weiterbildungsstudierenden vom Knowhow der angewandten gerontologischen Forschung, regen ihrerseits mit ihren Praxisthemen aber auch die Forschung an und tragen so in vielfältiger Weise zu den Forschungsaktivitäten und zum Forschungsfundus des Instituts Alter bei.

Weiterbildung im Kontext der grösseren Wissensgemeinschaft

Das Institut Alter der Berner Fachhochschule pflegt ein breites Netzwerk zu schweizerischen und internationalen Hochschulen, welche im Altersbereich eine bedeutsame Forschungs- und Bildungstradition haben sowie vergleichbare oder ergänzende Projekte bearbeiten. Durch den gezielten Einsatz von namhaften Dozierenden unterschiedlicher gerontologischer Traditionen und Ansätze, erhalten die Studierenden Zugang zu breitem und nachhaltig abgestützten Expertenwissen im Themenfeld Alter.

Bildung für die Praxis mit der Praxis

Um Lösungen für die aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Probleme zu finden, braucht es Fachwissen einerseits sowie die Fähigkeit zur geeigneten Implementierung dieses Wissens in der Praxis andererseits. Das Institut Alter kann auf ein umfangreiches und bewährtes Netzwerk von Dozierenden zurückgreifen, welche den Anforderungen wissenschaftlicher und zugleich auch praktischer Expertise entsprechen. Sie bieten Gewähr dafür, dass das vermittelte Wissen in den Kontext der Berufs- und Lebenspraxis transferiert werden kann. 

Bildungskultur

Das Weiterbildungsstudium geschieht in einer förderungs- und unterstützungsorientierten Bildungskultur. Die Studienleitung steht begleitend und beratend zur Verfügung, so dass die Studierenden ihren individuellen Bildungsanliegen nachgehen können. Unter den Studierenden wird eine Zusammenarbeitskultur gefördert, die gemeinsame und individuelle Reflexion sowie die entsprechenden Such- und Findungsprozesse zulässt und unterstützt. Die Reflexion gerontologischer Themen und Inhalte geschieht bezogen auf das Handlungsfeld, aber ebenso auch auf das Altersbild und die eigene Person.

Voraussetzungen + Zulassung

Personen im Sozial-, Gesundheits-, Bildungs- und Beratungswesen sowie an Personen in der Freiwilligenarbeit, die mit unterstützungs-/pflegebedürftigen betagten Menschen und ihren Bezugspersonen im ambulanten, intermediären oder stationären Bereich arbeiten oder zukünftig arbeiten möchten. Pflegende oder betreuende Angehörige, die sich fundiert mit der Thematik auseinandersetzen möchten.

Bitte beachten Sie unsere Zulassungsbedingungen.


Berufliche Voraussetzungen

Erfahrungen in der Betreuungsarbeit mit alten Menschen und ein Praxisfeld in der ambulanten, stationären oder intermediären Altersarbeit oder im privaten Bereich während der ganzen Kursdauer.

Organisation + Anmeldung

26./27. August 2020
30. September/1. Oktober 2020
18./19. November 2020

Studienort + Infrastruktur