Idiolektische Gesprächsführung in der Altersarbeit

Idiolektische Gespräche, welche die Eigensprache und die Sichtweise des Gegenübers kompromisslos anerkennen, können oft Wunder bewirken. Gerade bei Menschen im fragilen Alter oder mit einer Demenzerkrankung eröffnen sie neue Erlebens- und Handlungshorizonte.

Der Fachkurs:

  • richtet sich an Personen, die sich professionell oder ehrenamtlich in der Sorgearbeit mit alten Menschen oder in der Angehörigenarbeit engagieren.
  • befähigt Sie, mit Menschen im fragilen Alter, Menschen mit einer Demenzerkrankung und mit pflegenden Angehörigen professionell und systematisch idiolektische Gespräche zu führen
  • baut auf dem Fachkurs «Grundlagen idiolektischer Gesprächsführung» auf
Patina

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Fachkursbestätigung
  • Dauer 6 Kurstage
  • Unterrichtstage Diverse
  • Anmeldefrist 30.6.2021
  • Anzahl ECTS Keine
  • Kosten CHF 2'200
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Soziale Arbeit
  • Nächste Durchführung August bis November 2021
  • Broschüre

Weiterbildungsangebot Institut Alter

Inhalt + Aufbau

Portrait

Wenn es in der Sorgearbeit mit unterstützungsbedürftigen alten Menschen um kooperatives Verhalten oder um belastende Situationen geht, können Professionelle oder Angehörige an ihre kommunikativen Grenzen stossen. Hier ermöglicht idiolektisches Zuhören, Mitgehen und Nachfragen eine Vertrauensbasis und echte Kooperation auf der Handlungsebene. Auf dieser Grundlage kann das Gegenüber auch in schwierigen oder existentiellen Situationen besser an seine Potenziale anknüpfen, zu Erkenntnissen gelangen und aus sich selbst heraus Lösungen entwickeln.

Ausbildungsziel

  • Sie sind in den Grundlagen idiolektischer Gesprächsführung gefestigt.
  • Sie gestalten idiolektisch geführte Gespräche in unterschiedlichen Settings und Anspruchssituationen der Sorgearbeit
  • Sie sind in der Lage idiolektisch geführte Gespräche mit Menschen im eigenen Praxisfeld der Altersarbeit durchzuführen, zu analysieren und zu dokumentieren.

Gesprächsführung lernt man am besten, indem man Gespräche führt und die gemachte Erfahrung mit der Theorie verbindet. Das Anwenden, Üben und Reflektieren idiolektisch geführter Gespräche nimmt im Fachkurs daher grossen Raum ein.

Theoretische Grundlagen

  • Vertiefung der im Fachkurs «Grundlagen idiolektischer Gesprächsführung» vermittelten Inhalte
  • Bedeutung von Tempo, Tonfall und Thema
  • Wahrnehmung non- und paraverbaler Signale (Körperhaltung, Bewegung, Mimik, Gestik; Tonfall und Sprachmelodie)
  • Umgang mit Widerstand

Praxis idiolektischer Gesprächsführung

  • mit alten Menschen im stationären Pflegekontext
  • mit alten, daheim lebenden Menschen
  • mit Menschen mit einer Demenzerkrankung
  • mit pflegenden resp. betreuenden Angehörigen

Unsere Lern- und Arbeitsformen betonen Praxisorientierung, Reflexion und die Integration von Fachwissen aus unterschiedlichen Disziplinen und Erfahrungszusammenhängen. Das Kontaktstudium wird ergänzt durch   praxisrelevante Übungen und Anwendungsaufgaben sowie den fachlichen Austausch in Gruppen.

Der Kompetenznachweis wird nur von den Teilnehmenden geleistet, welche einen CAS-Abschluss anstreben. Er besteht im Erstellen eines 6-8-seitigen Transferberichts (Theorie-Praxis-Transfer; Reflexion) zu den Inhalten des Fachkurses. Der Aufwand beträgt 60 Arbeitsstunden.

Titel + Abschluss

Dozentinnen und Dozenten

Altersrelevante Themen  

Im Institut Alter werden in bestehenden und neuen Handlungsfeldern Akzente gesetzt. Im Fokus der Weiterbildungen stehen Fragen der Lebensgestaltung im Alter, die sowohl aus der Perspektive des Individuums als auch aus der weiteren gesellschaftlichen und politischen Optik bearbeitet werden. Die Begriffe Alter und Altern beinhalten eine hohe Diversität der entsprechenden Lebensspanne. Altersrelevante Themen haben Bedeutung auch für andere Lebensphasen und -herausforderungen.

Weiterbildung an der Fachhochschule

Die Angebote des Instituts Alter haben eine interdisziplinäre und interprofessionelle Ausrichtung. Entsprechend richten sie sich auch an Zielgruppen unterschiedlicher beruflicher Herkunft. Es geht in der Hochschul-Weiterbildung um die Vermittlung vertiefender Fachkenntnisse, um das Erschliessen von grösseren Verständniszusammenhängen sowie die mehrperspektivische Bearbeitung von Themen mit hoher Praxisrelevanz.

Weiterbildung und Forschung

Im Institut Alter sind die Leistungsbereiche Weiterbildung und Forschung aufeinander bezogen; ein kontinuierlicher Austausch ermöglicht die Weiterentwicklung beider Bereiche. Im Rahmen von empirisch ausgerichteten Modul- oder Masterarbeiten profitieren die Weiterbildungsstudierenden vom Knowhow der angewandten gerontologischen Forschung, regen ihrerseits mit ihren Praxisthemen aber auch die Forschung an und tragen so in vielfältiger Weise zu den Forschungsaktivitäten und zum Forschungsfundus des Instituts Alter bei.

Weiterbildung im Kontext der grösseren Wissensgemeinschaft

Das Institut Alter der Berner Fachhochschule pflegt ein breites Netzwerk zu schweizerischen und internationalen Hochschulen, welche im Altersbereich eine bedeutsame Forschungs- und Bildungstradition haben sowie vergleichbare oder ergänzende Projekte bearbeiten. Durch den gezielten Einsatz von namhaften Dozierenden unterschiedlicher gerontologischer Traditionen und Ansätze, erhalten die Studierenden Zugang zu breitem und nachhaltig abgestützten Expertenwissen im Themenfeld Alter.

Bildung für die Praxis mit der Praxis

Um Lösungen für die aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Probleme zu finden, braucht es Fachwissen einerseits sowie die Fähigkeit zur geeigneten Implementierung dieses Wissens in der Praxis andererseits. Das Institut Alter kann auf ein umfangreiches und bewährtes Netzwerk von Dozierenden zurückgreifen, welche den Anforderungen wissenschaftlicher und zugleich auch praktischer Expertise entsprechen. Sie bieten Gewähr dafür, dass das vermittelte Wissen in den Kontext der Berufs- und Lebenspraxis transferiert werden kann. 

Bildungskultur

Das Weiterbildungsstudium geschieht in einer förderungs- und unterstützungsorientierten Bildungskultur. Die Studienleitung steht begleitend und beratend zur Verfügung, so dass die Studierenden ihren individuellen Bildungsanliegen nachgehen können. Unter den Studierenden wird eine Zusammenarbeitskultur gefördert, die gemeinsame und individuelle Reflexion sowie die entsprechenden Such- und Findungsprozesse zulässt und unterstützt. Die Reflexion gerontologischer Themen und Inhalte geschieht bezogen auf das Handlungsfeld, aber ebenso auch auf das Altersbild und die eigene Person.

Voraussetzungen + Zulassung

Personen im Sozial-, Gesundheits-, Bildungs- und Beratungswesen sowie an Personen in der Freiwilligenarbeit, die mit unterstützungs-/pflegebedürftigen betagten Menschen und ihren Bezugspersonen im ambulanten, intermediären oder stationären Bereich arbeiten oder zukünftig arbeiten möchten. Pflegende oder betreuende Angehörige, die sich fundiert mit der Thematik auseinandersetzen möchten.

Bitte beachten Sie unsere Zulassungsbedingungen.


Berufliche Voraussetzungen

Erfahrungen in der Betreuungsarbeit mit alten Menschen und ein Praxisfeld in der ambulanten, stationären oder intermediären Altersarbeit oder im privaten Bereich während der ganzen Kursdauer.

Organisation + Anmeldung

6 Tage zwischen August und November 2021, jeweils 8.45 – 16.45 Uhr

Detaildurchführungsdaten folgen

Studienort + Infrastruktur