Lebensweltorientierte Assessments Betreuung

Durch lebensweltorientierte Assessments lernen Sie Fähigkeiten- und Ressourcenpotenziale alter, verletzlicher Menschen zu erkennen, die für eine befähigende Betreuung und damit für ein gutes Leben genutzt werden können.

Der Fachkurs:

  • richtet sich an Personen, die sich in der Betreuungsarbeit mit alten, verletzlichen Menschen und deren Angehörigen engagieren,
  • basiert auf einem Betreuungsverständnis, das sich an der Befähigung und der Menschenwürde orientiert,
  • ermöglicht es Ihnen, die subjektiven Kriterien eines guten Lebens zu erfassen und daraus Konsequenzen für die Betreuung zu ziehen,
  • befähigt Sie, Mitarbeitende und weitere Personen in der Durchführung lebensweltorientierter Assessments zu schulen,
  • befähigt Sie, Mitarbeitende und weitere Personen in der Durchführung lebensweltorientierter Assessments zu schulen.
  • ist Bestandteil des Projektes «Daheim – Befähigen im verletzlichen Alter» und bietet Ihnen unmittelbaren Einblick ins Projekt und dessen Ergebnisse.
Patina

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Fachkurs
  • Dauer 6 Kurstage, April bis November 2019
  • Unterrichtstage Diverse Durchführungsdaten
  • Anmeldefrist 15.3.2019
  • Anzahl ECTS Keine
  • Kosten CHF 1'800
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Soziale Arbeit
  • Nächste Durchführung 5.4.19 / 17.5.19 / 28.6.19 / 16.8.19 / 11.10.19 / 15.11.19
  • Broschüre

Weiterbildungsprogramm 2018 | 2019 Institut Alter

Inhalt + Aufbau

Portrait

Alte, verletzliche Menschen möchten daheim ein gutes Leben führen. Dazu braucht es neben der Pflege zunehmend auch professionelle, befähigende Betreuung. Lebensweltorientierte Assessments sollen es ermöglichen, Fähigkeiten und Ressourcenpotenziale im Leben dieser Menschen zu erfassen. Anhand dieser Informationen lässt sich beschreiben, wie eine befähigende Betreuung gestaltet werden kann.

Ausbildungsziel

Sie können an Fallbeispielen Ihrer Betreuungsarbeit aufzeigen, wie lebensweltorientierte Betreuung alte, verletzliche Menschen und deren Angehörige zu einem guten Leben daheim befähigen kann.

Sie sind in der Lage mit zuhause lebenden, unterstützungsbedürftigen alten Menschen und deren Angehörigen oder Freiwilligen lebensweltorientierte Assessments Betreuung durchzuführen.

Sie sind befähigt, andere Personen in Ihrer Organisation in der Durchführung lebensweltorientierter Assessments Betreuung zu schulen und zu begleiten.

Sie können Ihre Betreuungsarbeit an den Kriterien eines guten Lebens im fragilen Alter kritisch reflektieren.

Lebenswelten verstehen

Dem Fachkurs liegt ein Modell zugrunde, welches es ermöglicht Lebenswelten ganzheitlich zu betrachten. Dazu gehören Körper und Geist-Psyche als die beiden Fähigkeitsbereiche des Menschen sowie die soziale und physikalische Umwelt als seine beiden Ressourcenbereiche.

Lebensweltorientierte Assessments

In diesen vier Bereichen können mittels lebensweltorientierten Assessments Informationen gesammelt werden, die für ein gutes Leben von Bedeutung sind und daher in einer auf Befähigung ausgerichteten Betreuung zu beachten sind. Dazu gehören u.a.:

  • die Befähigungsfaktoren Vertrauen, Dankbarkeit und Lebenssinn in Phasen der Verletzlichkeit.
  • die Nutzung der Eigensprache als Zugang zu eigenen Lösungen der Lebensgestaltung.
  • die Analyse der Eigenbewegungskompetenz in kritischen Alltags- resp. Unterstützungsaktivitäten, die mit Kraft nicht (mehr) zu bewältigen sind.
  • die Analyse einer befähigenden Umgebungsgestaltung im Bereiche des Wohn- und Lebensraumes.

Multiplikatorenschulung

Sie werden nicht nur dazu befähigt, lebensweltorientierte Assessments in ihrer Betreuungsarbeit anzuwenden. Sie erwerben zusätzlich das Rüstzeug, andere Personen in der Durchführung dieser Assessments zu schulen und zu begleiten.

Selbstreflexion: Eine Betreuung der Würde

Arbeit mit Menschen bedarf zwingend der Selbstreflexion. Hier geht es um zwei wesentliche Faktoren einer Betreuung der Würde: Die Gewährung fundamentaler Freiheiten und die Vermeidung von Demütigung.

  • Anwendungsorientiertes Kontaktstudium
  • Selbststudium

Konsequente Praxisorientierung

Unsere Praxisnähe spiegelt sich nicht nur in den Studieninhalten. Reflektierte, dokumentierte und evaluierte Praxiserfahrungen bilden wesentliche Bestandteile unserer Weiterbildung. Wir arbeiten mit Beispielen, Fällen und Situationen aus Ihrem Erfahrungsbereich und die Kompetenznachweise stehen in direktem Bezug zu Ihrer beruflichen Situation. Das Studium lässt Ihnen Raum zu Reflexion und Diskussion und fördert damit die Entwicklung neuer Ideen für Ihre berufliche Praxis.

Titel + Abschluss

Sie erhalten eine Kursbestätigung.

Dozentinnen und Dozenten

Bildungsleitlinien

Wir legen in unseren Weiterbildungsangeboten Wert auf den Austausch zwischen Professionen und Disziplinen, einen aktuellen Forschungsbezug und eine förderungsorientierte Bildungskultur. 

Altersrelevante Themen  

Im Institut Alter werden in bestehenden und neuen Handlungsfeldern Akzente gesetzt. Im Fokus der Weiterbildungen stehen Fragen der Lebensgestaltung im Alter, die sowohl aus der Perspektive des Individuums als auch aus der weiteren gesellschaftlichen und politischen Optik bearbeitet werden. Die Begriffe Alter und Altern beinhalten eine hohe Diversität der entsprechenden Lebensspanne. Altersrelevante Themen haben Bedeutung auch für andere Lebensphasen und -herausforderungen.

Weiterbildung an der Fachhochschule

Die Angebote des Instituts Alter haben eine interdisziplinäre und interprofessionelle Ausrichtung. Entsprechend richten sie sich auch an Zielgruppen unterschiedlicher beruflicher Herkunft. Es geht in der Hochschul-Weiterbildung um die Vermittlung vertiefender Fachkenntnisse, um das Erschliessen von grösseren Verständniszusammenhängen sowie die mehrperspektivische Bearbeitung von Themen mit hoher Praxisrelevanz.

Weiterbildung und Forschung

Im Institut Alter sind die Leistungsbereiche Weiterbildung und Forschung aufeinander bezogen; ein kontinuierlicher Austausch ermöglicht die Weiterentwicklung beider Bereiche. Im Rahmen von empirisch ausgerichteten Modul- oder Masterarbeiten profitieren die Weiterbildungsstudierenden vom Knowhow der angewandten gerontologischen Forschung, regen ihrerseits mit ihren Praxisthemen aber auch die Forschung an und tragen so in vielfältiger Weise zu den Forschungsaktivitäten und zum Forschungsfundus des Instituts Alter bei.

Weiterbildung im Kontext der grösseren Wissensgemeinschaft

Das Institut Alter der Berner Fachhochschule pflegt ein breites Netzwerk zu schweizerischen und internationalen Hochschulen, welche im Altersbereich eine bedeutsame Forschungs- und Bildungstradition haben sowie vergleichbare oder ergänzende Projekte bearbeiten. Durch den gezielten Einsatz von namhaften Dozierenden unterschiedlicher gerontologischer Traditionen und Ansätze, erhalten die Studierenden Zugang zu breitem und nachhaltig abgestützten Expertenwissen im Themenfeld Alter.

Bildung für die Praxis mit der Praxis

Um Lösungen für die aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Probleme zu finden, braucht es Fachwissen einerseits sowie die Fähigkeit zur geeigneten Implementierung dieses Wissens in der Praxis andererseits. Das Institut Alter kann auf ein umfangreiches und bewährtes Netzwerk von Dozierenden zurückgreifen, welche den Anforderungen wissenschaftlicher und zugleich auch praktischer Expertise entsprechen. Sie bieten Gewähr dafür, dass das vermittelte Wissen in den Kontext der Berufs- und Lebenspraxis transferiert werden kann. 

Bildungskultur

Das Weiterbildungsstudium geschieht in einer förderungs- und unterstützungsorientierten Bildungskultur. Die Studienleitung steht begleitend und beratend zur Verfügung, so dass die Studierenden ihren individuellen Bildungsanliegen nachgehen können. Unter den Studierenden wird eine Zusammenarbeitskultur gefördert, die gemeinsame und individuelle Reflexion sowie die entsprechenden Such- und Findungsprozesse zulässt und unterstützt. Die Reflexion gerontologischer Themen und Inhalte geschieht bezogen auf das Handlungsfeld, aber ebenso auch auf das Altersbild und die eigene Person.

Voraussetzungen + Zulassung

Fachpersonen im Sozial-, Gesundheits-, Bildungs- und Beratungswesen sowie Personen in der Freiwilligenarbeit, die mit unterstützungs- und pflegebedürftigen betagten Menschen, ihren Angehörigen und Bezugspersonen arbeiten oder zukünftig arbeiten möchten.

Bitte beachten Sie unsere Zulassungsbedingungen.


Berufliche Voraussetzungen

Erfahrungen in der Betreuungsarbeit mit alten Menschen und ein Praxisfeld in der ambulanten, stationären oder intermediären Altersarbeit oder im privaten Bereich während der ganzen Kursdauer.

Organisation + Anmeldung

5. April 2019
17. Mai 2019
28. Juni 2019
16. August 2019
11. Oktober 2019
15. November 2019

Studienort + Infrastruktur