Psychoedukation

In diesem Fachkurs werden Sie auf Einzel- und auf Gruppeninterventionen vorbereitet. Sie werden in der Lage sein, Bausteine der Psychoedukation auf Ihre Klientinnen und Klienten individualisiert anzuwenden.

Der Fachkurs:

  • richtet sich an Fachpersonen aus den Bereichen Pflege und Sozialpädagogik sowie an Gesundheitsfachpersonen und andere am Thema Psychoedukation interessierte Personen,
  • vermittelt Ihnen Hintergrundwissen zu den theoretischen Ansätzen der Psychoedukation,
  • befähigt Sie, verschiedene Bausteine aus störungsspezifischen oder Diagnose-übergreifenden Psychoedukationsmanualen gemeinsam mit Ihren Klientinnen und Klienten umzusetzen,
  • befähigt Sie, Probleme und Ressourcen einer Klientin oder eines Klienten zu erkennen und das Psychoedukationsprogramm auf deren individuelle Bedürfnisse abzustimmen,
  • vermittelt Ihnen die notwendigen kommunikativen Fertigkeiten, um eine Einzel- oder Gruppenpsychoedukation durchzuführen,
  • stellt Ihnen die wichtigste Literatur zur Psychoedukation vor und befähigt Sie, sich über Literatur- und Internetquellen die neuesten Erkenntnisse zum Thema anzueignen.
Fachkurs Psychoedukation

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Fachkurs
  • Dauer Durchführung Frühling 2020: 8 Kurstage
    Durchführung Herbst 2020: 7 Kurstage
  • Unterrichtstage Diverse Durchführungsdaten
  • Anmeldefrist Durchführung Frühling 2020: 24. November 2019
    Durchführung Herbst 2020: 3. Juli 2020
  • Anzahl ECTS Durchführung Frühling 2020: 5 ECTS-Credits
    Durchführung Herbst 2020: 4 ECTS-Credits
  • Kosten Durchführung Frühling 2020: CHF 2’500
    Durchführung Herbst 2020: CHF 2’300
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Gesundheit
  • Nächste Durchführung - Februar bis April 2020
    - November bis Dezember 2020

Inhalt + Aufbau

Porträt

In den englischsprachigen Ländern ist Psychoedukation ein fester Bestandteil der psychiatrischen Pflege. Zahlreiche Guidelines und Behandlungsleitlinien fordern psychoedukative Interventionen. Psychoedukation kann mit Einzelpersonen oder in Gruppen durchgeführt werden; sowohl im stationären als auch im ambulanten Setting. Psychoedukation ist eine wichtige klientenzentrierte Intervention unabhängig von der Diagnose der Klientin, des Klienten. Sie zielt darauf ab, Betroffenen aber auch Angehörigen Wissen, Informationen und Techniken zum Krankheitsmanagement zu vermitteln. In einem Zeitalter, in dem Adherence und Recoveryorientierung die Haltung professioneller Fachpersonen prägen, sind Unterstützungsmassnahmen gefragt, die beraten, informieren und Möglichkeiten der Selbsthilfe aufzeigen.

Im Fachkurs lernen Sie entsprechende Massnahmen kennen. Sie werden sowohl auf Einzel- als auch Gruppeninterventionen vorbereitet und sind anschliessend in der Lage, Bausteine der Psychoedukation auf Ihre Klientinnen und Klienten individualisiert anzuwenden.

Ausbildungsziel

  • Sie erarbeiten sich Hintergrundwissen zu theoretischen Ansätzen der Psychoedukation.
  • Sie können verschiedene Bausteine aus störungsspezifischen oder diagnoseübergreifenden Psychoedukationsmanualen gemeinsam mit ihren Klientinnen und Klienten umsetzen.
  • Sie sind in der Lage, Probleme und Ressourcen einer Klientin, eines Klienten zu erkennen und das Psychoedukationsprogramm auf deren individuellen Bedürfnisse abzustimmen.
  • Sie verfügen über die notwendigen kommunikativen Fertigkeiten, um eine Einzel- oder Gruppenpsychoedukation durchführen zu können.
  • Sie kennen die wichtigste Literatur zu Psychoedukation und sind in der Lage, sich über Literatur- und Webrecherche die neuesten Erkenntnisse zum Thema anzueignen.

Nach Abschluss des Fachkurses verfügen Sie über Fertigkeiten in der Psychoedukation. Folgende Kompetenzen erwerben Sie:

Wissen und Verstehen
 

  • Sie verfügen über vertieftes Hintergrundwissen zu Psychoedukationsmanualen. Dazu gehören Symptome und Krankheitsbegriff, Ursachen und Krankheitskonzept, Epidemiologie und Verlauf, Behandlungsmöglichkeiten, praktisches Handlungswissen, Angehörigenbegleitung, zentrale emotionale Themen und Begleitung von «Kindern als Angehörige».
  • Sie sind befähigt, dieses Wissen mit geeigneten Methoden an Klientinnen und Klienten weiterzugeben.
  • Sie haben Kenntnis über zentrale Themen der Gruppendynamik. Hierzu zählen die «Themenzentrierte Interaktion» nach Ruth Cohn, Vorbereitung von Gruppen, Gruppenphasen und gruppendynamische Prozesse, Störungen in Gruppen.
  • Sie haben Kenntnisse zur Einzelpsychoedukation.

Anwendung von Wissen und Verstehen
 

  • Sie verfügen über pädagogische Methoden, die Sie befähigen, Wissen an Klientinnen und Klienten weiterzugeben.
  • Sie können die pädagogischen Methoden reflektieren und gegebenenfalls anpassen. Dazu benutzen Sie strukturierte Psychoedukationsprogramme.
  • Sie können eine Einzelpsychoedukation planen und umsetzen.

Urteilen
 

  • Sie können einschätzen, welche Klientin, welcher Klient psychoedukative Interventionen benötigt und aus einer Palette an Wissenselementen und Methoden die Passenden auswählen.

Kommunikative Fertigkeiten
 

  • Sie wenden die kommunikativen Fertigkeiten an, welche im Zusammenhang mit den beschriebenen Methoden stehen.

Selbstlernfähigkeit
 

  • Sie leiten selbstständig eine Psychoedukation mit anschliessender Supervision.
  • Sie lesen und verstehen Interventionsstudien, welche die Evidenz der Psychoedukation begründen.

Fachliche Inhalte und Wissensvermittlung
 

  • Symptome und Krankheitsbegriff (z. B. Frühwarnzeichen, Prodromalphase)
  • Ursachen und Krankheitskonzept (z. B. Vulnerabilitäts- Stress- Modell)
  • Epidemiologie und Verlauf
  • Therapie (Akut- und Langzeitbehandlung)
  • Praktisches Handlungswissen
  • Zentrale emotionale Themen
  • Angehörige begleiten
  • «Kinder als Angehörige»
  • Gruppenprozesse, Gruppenbildung, Gruppenvorbereitung
  • Einzelpsychoedukation

Wissensvermittlung und Methodenkompetenz zu Gruppenarbeit, Gruppendynamik
 

  • Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Cohn
  • Moderationstechnik
  • Gruppenphasen
  • Gruppendynamik

Didaktische Methoden zu Psychoedukationsmodellen
 

  • Diagnoseübergreifende Psychoedukation
  • Psychoedukation bei bipolaren Störungen
  • Psychoedukation bei affektiven Störungen nach Pitschel-Walz
  • Psychoedukation bei Schizophrenie APES

Selbsterfahrung
 

  • Selbstständiges Leiten einer Einzel- oder Gruppenpsychoedukation mit Supervision während des gesamten Fachkurses
  • Kontaktstudium
  • Bearbeiten von klinischen Fallbeispielen
  • Üben in Lerngruppen
  • E-Learning
  • Selbststudium

Der Fachkurs wird im Co-Teaching von Sibylle Glauser und Edith Scherer durchgeführt. Damit gewährleisten wird eine Gruppenstabilität und fördern eine hohe Lern- und Transferkontinuität.

Variante 1

Der Fachkurs kann ohne Kompetenznachweis abgeschlossen werden. Sie erhalten einen Teilnahmenachweis ohne ECTS-Credits.

Variante 2

Der Fachkurs kann im Rahmen des CAS «Sucht und Abhängigkeitserkrankungen» oder im Rahmen eines DAS «Psychische Gesundheit» oder MAS «Mental Health» mit 5, respektive 4 ECTS-Credits anerkannt werden. In diesem Fall führen Sie eine mündliche Fallbeschreibung am letzten Kurstag durch und verfassen eine ca. 6-seitige Fallstudie zu einer psychoedukativen Intervention, die Sie in Ihrer eigenen Praxis umgesetzt haben.

Titel + Abschluss

Variante 1

Sie erhalten einen Teilnahmenachweis mit aufgelisteten Kursinhalten und Kurszielen.

Variante 2

Sie erhalten eine Kursbestätigung über das Absolvieren des Fachkurses «Psychoedukation» an der Berner Fachhochschule und erhalten 4 ECTS-Credits ausgewiesen.

Dieser Fachkurs kann in folgenden Studiengängen ein Wahlmodul sein:

Dozentinnen + Dozenten

Voraussetzungen + Zulassung

  • Pflegefachpersonen
  • Sozialpädagoginnen und -pädagogen
  • Gesundheitsfachpersonen
  • Am Thema Psychoedukation interessierte Personen

Es gelten die allgemeinen Zulassungsbedingungen, die Sie im folgenden Dokument finden:

Organisation + Anmeldung

Durchführung Frühling 2020

8 Kurstage, Februar bis April 2020
Ca. 100 Stunden Selbststudium, total 150 Stunden studentischer Arbeitsaufwand

Durchführung Herbst 2020

7 Kurstage, November bis Dezember 2020
Ca. 70 Stunden Selbststudium, total 120 Stunden studentischer Arbeitsaufwand

Durchführung Frühling 2020
 

  • Montag, 10. Februar 2020
  • Dienstag, 11. Februar 2020
  • Donnerstag, 5. März 2020
  • Freitag, 6. März 2020
  • Donnerstag, 26. März 2020
  • Freitag, 27. März 2020
  • Samstag, 28. März 2020
  • Montag, 20. April 2020 (Fallvorstellung)

Durchführung Herbst 2020
 

  • Montag, 2. November 2020

  • Dienstag, 3. November 2020

  • Montag, 16. November 2020

  • Dienstag, 17. November 2020

  • Montag, 30. November 2020

  • Dienstag, 1. Dezember 2020

  • Montag, 14. Dezember 2020 (Fallvorstellung)

Durchführung Frühling 2020

Anmeldefrist: 24. November 2019
Start Fachkurs: 10. Februar 2020

Durchführung Herbst 2020

Anmeldefrist: 3. Juli 2020
Start Fachkurs: 2. November 2020

  • Durchführung Frühling 2020: CHF 2’500
  • Durchführung Herbst 2020: CHF 2’300

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.

Im Rahmen des Online-Anmeldeprozesses benötigen wir von Ihnen folgende Dokumente (im PDF-Format, max. 1 MB pro Dokument):

  • Diplome

Bitte laden Sie diese Dokumente auch dann hoch, wenn Sie diese bereits im Rahmen einer anderen Anmeldung eingereicht haben. Wenn Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Studienort

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