Psychoedukation

In diesem Fachkurs werden Sie auf Einzel- und Gruppenpsychoedukation vorbereitet. Sie werden in der Lage sein, Bausteine der Psychoedukation auf Ihre Klient*innen individualisiert anzuwenden.

Der Fachkurs

  • richtet sich an Fachpersonen aus den Bereichen Pflege und Sozialpädagogik sowie an Gesundheitsfachpersonen und andere am Thema Psychoedukation interessierte Personen;
  • vermittelt Ihnen Hintergrundwissen zu den theoretischen Ansätzen der Psychoedukation;
  • befähigt Sie, verschiedene Bausteine aus störungsspezifischen oder Diagnose-übergreifenden Psychoedukationsmanualen gemeinsam mit Ihren Klient*innen umzusetzen;
  • befähigt Sie, Probleme und Ressourcen eines/einer Klient*in zu erkennen und das Psychoedukationsprogramm auf deren individuelle Bedürfnisse abzustimmen;
  • vermittelt Ihnen die notwendigen kommunikativen Fertigkeiten, um eine Einzel- oder Gruppenpsychoedukation durchzuführen;
  • stellt Ihnen die wichtigste Literatur zur Psychoedukation vor und befähigt Sie, sich über Literatur- und Internetquellen die neuesten Erkenntnisse zum Thema anzueignen.
Fachkurs Psychoedukation

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Fachkurs
  • Dauer 6 Kurstage
  • Unterrichtstage Do + Fr
  • Anmeldefrist 31. Oktober 2021
  • Anzahl ECTS 4 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 2’300
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Gesundheit
  • Nächste Durchführung Januar bis März 2022

Inhalt + Aufbau

Porträt

In den englischsprachigen Ländern ist Psychoedukation ein fester Bestandteil der psychiatrischen Pflege. Zahlreiche Guidelines und Behandlungsleitlinien fordern psychoedukative Interventionen. Psychoedukation kann mit Einzelpersonen oder in Gruppen durchgeführt werden; sowohl im stationären als auch im ambulanten Setting. Psychoedukation ist eine wichtige klientenzentrierte Intervention unabhängig von der Diagnose dem/der Klient*in. Sie zielt darauf ab, Betroffenen aber auch Angehörigen Wissen, Informationen und Techniken zum Krankheitsmanagement zu vermitteln. In einem Zeitalter, in dem Adherence und Recoveryorientierung die Haltung professioneller Fachpersonen prägen, sind Unterstützungsmassnahmen gefragt, die beraten, informieren und Möglichkeiten der Selbsthilfe aufzeigen.

Im Fachkurs lernen Sie entsprechende Massnahmen kennen. Sie werden sowohl auf Einzel- als auch Gruppeninterventionen vorbereitet und sind anschliessend in der Lage, Bausteine der Psychoedukation auf Ihre Klient*innen individualisiert anzuwenden.

Ausbildungsziel

  • Sie erarbeiten sich Hintergrundwissen zu theoretischen Ansätzen der Psychoedukation.
  • Sie können verschiedene Bausteine aus störungsspezifischen oder diagnoseübergreifenden Psychoedukationsmanualen gemeinsam mit ihren Klient*innen umsetzen.
  • Sie sind in der Lage, Probleme und Ressourcen einem/einer Klient*in zu erkennen und das Psychoedukationsprogramm auf deren individuellen Bedürfnisse abzustimmen.
  • Sie verfügen über die notwendigen kommunikativen Fertigkeiten, um eine Einzel- oder Gruppenpsychoedukation durchführen zu können.
  • Sie kennen die wichtigste Literatur zu Psychoedukation und sind in der Lage, sich über Literatur- und Webrecherche die neuesten Erkenntnisse zum Thema anzueignen.

Nach Abschluss des Fachkurses verfügen Sie über Fertigkeiten in der Psychoedukation. Folgende Kompetenzen erwerben Sie:

Wissen und Verstehen

  • Sie verfügen über vertieftes Hintergrundwissen zu Psychoedukationsmanualen. Dazu gehören Symptome und Krankheitsbegriff, Ursachen und Krankheitskonzept, Epidemiologie und Verlauf, Behandlungsmöglichkeiten, praktisches Handlungswissen, Angehörigenbegleitung, zentrale emotionale Themen und Begleitung von «Kindern als Angehörige».
  • Sie sind befähigt, dieses Wissen mit geeigneten Methoden an Klient*innen weiterzugeben.
  • Sie haben Kenntnis über zentrale Themen der Gruppendynamik. Hierzu zählen die «Themenzentrierte Interaktion» nach Ruth Cohn, Vorbereitung von Gruppen, Gruppenphasen und gruppendynamische Prozesse, Störungen in Gruppen.
  • Sie haben Kenntnisse zur Einzelpsychoedukation.

Anwendung von Wissen und Verstehen

  • Sie verfügen über pädagogische Methoden, die Sie befähigen, Wissen an Klient*innen weiterzugeben.
  • Sie können die pädagogischen Methoden reflektieren und gegebenenfalls anpassen. Dazu benutzen Sie strukturierte Psychoedukationsprogramme.
  • Sie können eine Einzelpsychoedukation planen und umsetzen.

Urteilen

  • Sie können einschätzen, welche/r Klient*in psychoedukative Interventionen benötigt und aus einer Palette an Wissenselementen und Methoden die Passenden auswählen.

Kommunikative Fertigkeiten

  • Sie wenden die kommunikativen Fertigkeiten an, welche im Zusammenhang mit den beschriebenen Methoden stehen.

Selbstlernfähigkeit

  • Sie leiten selbstständig eine Psychoedukation mit anschliessender Supervision.
  • Sie lesen und verstehen Interventionsstudien, welche die Evidenz der Psychoedukation begründen.

Fachliche Inhalte und Wissensvermittlung

  • Symptome und Krankheitsbegriff (z. B. Frühwarnzeichen, Prodromalphase)
  • Ursachen und Krankheitskonzept (z. B. Vulnerabilitäts- Stress- Modell)
  • Epidemiologie und Verlauf
  • Therapie (Akut- und Langzeitbehandlung)
  • Praktisches Handlungswissen
  • Zentrale emotionale Themen
  • Angehörige begleiten
  • «Kinder als Angehörige»
  • Gruppenprozesse, Gruppenbildung, Gruppenvorbereitung
  • Einzelpsychoedukation

Wissensvermittlung und Methodenkompetenz zu Gruppenarbeit, Gruppendynamik

  • Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Cohn
  • Moderationstechnik
  • Gruppenphasen
  • Gruppendynamik

Didaktische Methoden zu Psychoedukationsmodellen

  • Diagnoseübergreifende Psychoedukation
  • Psychoedukation bei bipolaren Störungen
  • Psychoedukation bei affektiven Störungen nach Pitschel-Walz
  • Psychoedukation bei Schizophrenie APES

Selbsterfahrung

  • Selbstständiges Leiten einer Einzel- oder Gruppenpsychoedukation mit Supervision während des gesamten Fachkurses
  • Kontaktstudium
  • Bearbeiten von klinischen Fallbeispielen
  • Üben in Lerngruppen
  • E-Learning
  • Selbststudium

Der Fachkurs wird im Co-Teaching von Sibylle Glauser und Edith Scherer durchgeführt. Damit gewährleisten wird eine Gruppenstabilität und fördern eine hohe Lern- und Transferkontinuität.

Als Kompetenznachweis führen Sie eine mündliche Fallbeschreibung am letzten Kurstag durch und verfassen eine ca. 6-seitige Fallstudie zu einer psychoedukativen Intervention, die Sie in Ihrer eigenen Praxis umgesetzt haben.

Titel + Abschluss

Fachkurs in «Psychoedukation»

e-log-Label

Dozentinnen

Voraussetzungen + Zulassung

  • Pflegefachpersonen
  • Sozialpädagoginnen und -pädagogen
  • Gesundheitsfachpersonen
  • Am Thema Psychoedukation interessierte Personen

Es gelten die allgemeinen Zulassungsbedingungen, die Sie im folgenden Dokument finden:

Sprachkenntnisse

Deutsch und Englisch: Die Präsenzveranstaltungen werden auf Deutsch gehalten. Mitunter werden schriftliche Lehrmaterialien in englischer Sprache verwendet.

Organisation + Anmeldung

6 Kurstage, Januar bis März 2022
Für 4 ECTS-Credits rechnen wir mit einem Workload von 120 Stunden (inkl. der Kurstage)
Unterrichtszeiten: in der Regel von 08.30 - 16.30 Uhr

  • Donnerstag, 20. Januar 2022

  • Donnerstag, 27. Januar 2022
  • Donnerstag, 3. Februar 2022
  • Donnerstag, 17. Februar 2022
  • Donnerstag, 24. Februar 2022
  • Donnerstag, 3. März 2022

Anmeldefrist

31. Oktober 2021

Im Rahmen des Online-Anmeldeprozesses benötigen wir von Ihnen folgende Dokumente:

  • Kopien Ihrer Bildungsabschlüsse (im PDF-Format, max. 1 MB pro Dokument)
  • Passfoto (JPEG)

Bitte laden Sie diese Dokumente auch dann hoch, wenn Sie diese bereits im Rahmen einer anderen Anmeldung eingereicht haben. Wenn Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Geschäftsbedingungen

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.

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