Generationenbeziehungen

Generationenbeziehungen

Die demografische Alterung, neue Familienmodelle sowie verändertes Mobilitäts- und Erwerbsverhalten haben nachhaltige Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen den Generationen und insbesondere auf die Verfügbarkeit von Pflege und Betreuung innerhalb familiärer Netzwerke. Das BFH-Zentrum erarbeitet Grundlagenlagenwissen und entwickelt innovative Lösungen, die es erlauben, den damit verbundenen Herausforderungen zu begegnen. Im Fokus stehen dabei einerseits Betreuungsnetzwerke, pflegende Angehörige, Freiwillige und Unternehmen, andererseits aber auch sozialpolitische Unterstützungsmassnahmen.

Referenzprojekte

 

Zukunft der Pflegebereitschaft von Angehörigen und Freiwilligen

Die Sicherstellung der Pflege und die damit verbundene Kostenentwicklung ist gerade im Hinblick auf die demografische Alterung der Schweizer Bevölkerung eine grosse Herausforderung. Aus Deutschland vorliegende Daten geben zur Sorge Anlass, dass zukünftig auch in der Schweiz mit einer nachlassenden Pflegebereitschaft von Familienangehörigen zu rechnen ist. Auf Basis einer repräsentativen schriftlichen Befragung 40- bis 65-jähriger Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer werden Szenarien des zukünftig zu erwartenden Pflegepotenzials von Angehörigen und Freiwilligen in der ambulanten Betreuung älterer Menschen aufgezeigt. Es werden evidenzbasierte Empfehlungen zuhanden der kantonalen und kommunalen Alterspolitik formuliert.

Lebensraum im Alter

Die Qualität des öffentlichen Raumes stellt sich im Zusammenspiel zwischen gebauter Umgebung und den darin ermöglichten sozialen Beziehungen her. Die bauliche Ausgestaltung sowie die Infrastruktur eines Quartiers werden dann positiv bewertet, wenn sie dazu beitragen, Vertrautheit und Sicherheit zu schaffen, soziale Beziehungen zu fördern und ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen zu lassen. Durch eine Analyse der räumlichen Praktiken Älterer konnte der Einfluss der Gestaltung des öffentlichen Raums auf die soziale Teilhabe im Alter dargestellt werden. In drei Quartieren der Stadt Bern wurden anhand teilnehmender Beobachtungen, begleiteter Quartierbegehungen, fotoethnographischer Methoden sowie mit Interviews und Fokusgruppengesprächen Informationen zur Raumnutzung von älteren Personen gesammelt und Massnahmen zur altersfreundlichen Gestaltung des öffentlichen Raumes abgeleitet. Aus den empirischen Ergebnissen wurden praxisrelevante Leitsätze zur alter(n)sfreundlichen Gestaltung von Wohnquartieren abgeleitet.

Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Erfolgreiche Firmen investieren in den Wissenstransfer zwischen Älteren und Jüngeren, um den Wissensverlust durch Pensionierung zu minimieren. Als Kriterien erfolgreicher HR-Konzepte erweisen sich auch Integration und Wertschätzung. Ältere Arbeitnehmende fühlen sich mehrheitlich von Mitarbeitern und Vorgesetzten geschätzt und erfreuen sich einer guten Gesundheit. Sie geben ihr Erfahrungswissen informell in der Zusammenarbeit mit jüngeren Mitarbeitenden weiter. Ihrerseits profitieren sie vom IT-Wissen der jüngeren Generation. Dennoch wünscht sich die Mehrheit eine frühzeitige Pensionierung, sofern die finanzielle Absicherung gewährleistet ist. Das qualitative Forschungsdesign umfasste 34 ältere Arbeitnehmende ab 55 Jahren aus den Branchen Bau, Verkauf, Industrie und Verwaltung und erlaubt Aussagen zu branchenspezifischen Besonderheiten.

 

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