Organisation sozialer Dienstleistungen

Organisation sozialer Dienstleistungen

Leistungen im Bereich der Sozialen Arbeit und der Gesundheitsversorgung lassen sich als personenbezogene Dienstleistungen beschreiben, die aus der Interaktion zwischen Fachpersonen und Klientinnen und Klienten oder Patientinnen und Patienten entstehen. Bearbeitet werden Fragestellungen zur Steuerung, zu Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung sowie Kooperation und Vernetzung in einer Reihe von Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Hierzu gehört beispielsweise der «Qualitäts- und Leistungscheck für Sozialdienste» im Kanton Bern sowie verschiedenste Projekte im Bereich der Schulsozialarbeit.

Referenzprojekte

Analyse-Instrument für Sozialdienste im Malus
Im bernischen Lastenausgleich zur Sozialhilfe gibt es unbeabsichtigte Systemeffekte wie beispielsweise zu wenig Anreize für mehr Kostenbewusstsein bei den Gemeinden. Daher hat die Politik 2012 in der Teilrevision des Finanz- und Lastenausgleichs neue Anreize eingebaut. Ein Bonus-Malus-System soll effizient arbeitende Sozialdienste finanziell belohnen und solche mit hohen Sozialhilfekosten sanktionieren.
Die BFH wurde 2013 von der Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) beauftragt, ein Analyse- und Unterstützungsinstrument zu entwickeln, mit dem beeinflussbare Faktoren eines Sozialdienstes analysiert werden können. Es ermöglicht, qualitative und quantitative Qualitäts- und Leistungsaspekte in der wirtschaftlichen und persönlichen Sozialhilfe zu erfassen, Stärken und Schwächen zu analysieren sowie die Kennzahlen in einem Benchmark mit Bonus-Sozialdiensten zu vergleichen. Die BFH formuliert anschliessend einen Bericht mit Handlungsempfehlungen für den betreffenden Dienst.
Der Qualitäts- und Leistungscheck wurde bei der ersten Umsetzung 2014 in bisher sechs Sozialdiensten eingesetzt. Weitere Einsätze und eine Weiterentwicklung sind vorgesehen.


Kooperationsformen und Nutzungsstrukturen in der Schulsozialarbeit
Vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen für die Schulen und der zunehmenden Etablierung der Schulsozialarbeit stellen sich im schulischen Alltag neue Anforderungen an die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen. Die BFH beforscht in Zusammenarbeit mit der PH Bern die bestehenden Kooperationsformen zwischen Schulsozialarbeitenden, Schulleitungen, Lehrpersonen und ausserschulischen Einrichtungen der Jugendhilfe und fragt nach deren Folgen für die Nutzerinnen und Nutzer der Schulsozialarbeit. Mit dem Projekt wird die Grundlagenforschung zur Schulsozialarbeit in der Schweiz vorangetrieben. Ziel ist es, den beteiligten Akteuren Orientierungswissen bereitzustellen und dazu beizutragen, das schulsozialarbeiterische Handeln zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt. Es endet voraussichtlich 2017.

Qualität sichern und weiterentwickeln – Schritt für Schritt
Ziel des Projektes ist es, Qualitätsaspekte, Qualitätserkennung und –entwicklung von Schweizer Ärztinnen und Ärzten zu überprüfen und gegenseitig zu vergleichen. Die BFH entwickelte im Auftrag des Verbandes deutschschweizerischer Ärztegesellschaften – VEDAG ein Qualitäts-Basis-Modul, mit welchem Ärztinnen und Ärzte sich selber und das Praxisteam testen, Abläufe in der Praxis bewerten und Patienten befragen können. Neben der fachlichen Qualität der ärztlichen Leistung werden auch Organisationsaspekte, der Arbeitsalltag sowie psycho-soziale Faktoren betrachtet. Die Ärztinnen und Ärzte erfassen ihre Leistungen systematisch, erhalten individuelle Auswertungen und Empfehlungen am Auswertungsworkshop nach jeder Erhebungsphase. 

 

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BFH-Zentrum Soziale Sicherheit

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