"Von der Alp auf die Geige" - Musiksaiten aus Schafdarm nach Herstellungsverfahren des 19. Jahrhunderts

Die heutige Herstellung von Musiksaiten aus Darm unterscheidet sich grundlegend von den historischen Methoden. Es ist deshalb für Musiker heute schwierig, Darmsaiten zu bekommen, die ihren Ansprüchen an die historische Praxis genügen.

Fiche signalétique

  • Département HESB | Haute école des arts de Berne
  • Pôle de recherche Institut Interpretation
  • Champ de recherche Historisch informierte Performance
  • Durée 01.02.2014 - 31.10.2015
  • Direction du projet Kai Köpp
  • Équipe du projet Samuel Kohler
    David Sinclair
    Jane Achtman
    Danja Wiederkehr
  • Partenaires - secteur privé EFRANO Musiksaiten Technische Darmsaiten
    Nicholas Baldock, Musikalienhändler & Saitenhersteller
  • Partenaires - établissements de recherche, y c. BFH HESB | Haute école des arts de Berne
    HESB|Haute école des sciences agronomiques,forestières et alimentaires
  • Mots-clés Historisch informierte Performance 19. Jh., Musiksaite aus Schafdarm, Markneukirchen

Contexte initial

Aus Darm von Schweizer Alpschafen werden nach historischen Verfahren Musiksaiten hergestellt, deren musikpraktische Eigenschaften empirisch untersucht werden sollen. Die Qualität des Endprodukts ist kritisch, denn Darmsaiten finden heute nicht nur bei sämtlichen Barockorchestern oder Gambenconsorts, sondern auch auf historischen Gitarren und modernen Harfen, sowie bei hochwertigen Tennisschlägern und sogar (ausserhalb der EU) als chirurgisches Nahtmaterial Verwendung.

But

Nach philologisch erforschten Quellen des 19. Jahrhunderts zur Saitenherstellung in Markneukirchen werden experimentelle Musiksaiten aus Schafdarm von Schweizer Alpschafen hergestellt und deren Spieleigenschaften empirisch untersucht.

Compétences clés

Historische Quellenstudien werden mit Methoden der Interpretationsforschung und musikpraktischer Expertise zu einem Forschungsprojekt verbunden, das einen hohe Impact-Faktor für die historische Aufführungspraxis hat.

Résultat

Die Erforschung der historischen Herstellungsmethoden und die Dokumentation in Form eines Quellen-Reader und von Oral History gelang umfassend. Die Ergebnisse werden in einer Buchpublikation veröffentlicht. Das Schweizer Rohmaterial konnte nicht verwendet werden, da bei der Reinigung Probleme auftraten. Es musste auf englisches Rohmaterial ausgewichen werden. Die Saitenherstellung wurde erfolgreich durchgeführt, es haben sich Fragen für ein Folgeprojekt konkretisiert.

Perspectives

Es wird mit sechs Partnern ein Folgeprojekt bei der KTI eingegeben, das sich vertieft mit der Aufbereitung und Konservierung des Rohmaterials beschäftigen wird und zum Ziel hat, einen praxistauglichen Saitenprototypen zu testen.