Die Bedeutung des Unrechtsbewusstseins in der Jugendstrafrechtspflege: Eine Untersuchung der Sanktionspraxis und der Einstellung delinquent gewordener Jugendlicher zu ihrer Straftat

Da im neuen Jugendstrafrecht schuldhaftes Handeln als Rechtsfolge immer eine Strafe nach sich zieht, werden sich die Strafbehörden vermehrt mit der Schuldfähigkeit und Fragen des Unrechtsbewusstseins der Täterschaft befassen müssen.

Fiche signalétique

  • Département HESB | Travail social
  • Pôle de recherche Sécurité sociale et intégration
  • Champ de recherche Intervention Sociale
  • Durée 01.01.2007 - 31.12.2009
  • Direction du projet Marianne Aeberhard
  • Équipe du projet Marianne Aeberhard
    Christoph Urwyler
  • Mots-clés Swiss juvenile justice system, guilty knowledge, culpability, juvenile crime

Contexte initial

Unrechtsbewusstsein ist ein komplexes Gefüge von Einstellungen und Fähigkeiten. Es ist die Grundlage für die Initiierung eines Veränderungsprozesses und damit Teil der Veränderungsmotivation. In der Studie wurden vier veschiedene Typen beschrieben, welche sich bezüglich ihrer Argumentationsmuster und Fallkriterien unterscheiden.

But

Das Forschungsprojekt untersuchte den Stellenwert des Unrechtsbewusstseins in der Urteilspraxis und die Frage, wie die Unrechtseinsicht in Zusammenhang mit entwicklungsbedingten Einflussfaktoren für Delinquenz steht und erfasst werden kann.

Compétences clés

Die Daten wurden im Rahmen des DoRE-Projekts «Klientel und Praxis der Jugendstrafrechtspflege» erhoben. Kernelement waren die Auswertungen der Stellungnahme zum eigenen Delikt mit dem Ziel einer Typenbildung und Fremdbeurteilung.

Résultat

Das Forschungsprojekt lieferte Hinweise bezüglich der Bedeutung des Unrechtsbewusstseins für die Wahl der jugendstrafrechtlichen Sanktion und wies Zusammenhänge zwischen Entwicklungsstand und Tateinsicht bei straffälligen Jugendlichen auf.

Perspectives

Die Ergebnisse dieser qualitativ ausgerichteten Studie bildeten die Grundlage für die geplanten quantitativen Auswertungen. Diese werden im Rahmen einer Dissertation, des genannten DoRE-Projekts und einer Nachfolgeuntersuchung vorgenommen.