Schmerzen messen bei Neugeborenen

26.05.2020 Jetzt einsatzbereit: Der neue Berner Schmerzscore für Neugeborene (BSN-R)

Direkt nach der Geburt müssen Neugeborene täglich 7 bis 14 Prozeduren ertragen. Ob sie dabei Schmerzen empfinden, können Gesundheitsfachpersonen mit dem Berner Schmerzscore ermitteln. Dieser wurde im Rahmen einer Nationalfondsstudie der Berner Fachhochschule überarbeitet und erleichtert künftig die Schmerzerkennung auch bei Frühgeborenen und kranken Neugeborenen.


Neugeborene können sprachlich nicht ausdrücken, ob sie Schmerzen empfinden, sondern sind darauf angewiesen, dass Gesundheitsfachpersonen ihre Schmerzen erkennen, erfassen und behandeln. Der Berner Schmerzscore für Neugeborene (BSN) ist seit 1996 eines der meist verwendeten Schmerzerfassungsinstrumente für Neugeborene im deutschsprachigen Raum. Um die Schmerzerkennung bei Neugeborenen bei Prozeduren wie beispielsweise dem Fersenstich adäquat zu erfassen, wurde der BSN im Rahmen einer Nationalfondsstudie der Berner Fachhochschule BFH weiterentwickelt.

4 Schmerzindikatoren, 3 Kontextfaktoren

Gemäss dem neuen Berner Schmerzscore für Neugeborene (BSN-R) lassen Weinen, Gesichtsmimik, Körperausdruck und Herzfrequenz darauf schliessen, ob ein Neugeborenes an Schmerzen leidet. Weiter beeinflussen das Gestationsalter, der Verhaltenszustand und die Tatsache, ob ein Säugling beatmet wird, die Schmerzen. Die vier Schmerzindikatoren und die drei Kontextfaktoren wurden im Zuge eines aufwändigen Verfahrens mit 154 Früh- und Neugeborenen und 2000 Videosequenzen herausgearbeitet.

Test bestanden 

Im Januar 2020 wurde der BSN-R auf dessen Nutzerfreundlichkeit in der Neonatologie des Inselspitals, Universitätsspital Bern, und in der Klinik für Neonatologie des Universitätsspitals Zürich mit einzelnen Pflegefachpersonen getestet. Die Testphase zeigte: Mit dem BSN-R können Gesundheitsfachpersonen schnell und unkompliziert feststellen, ob ein Neugeborenes Schmerzen leidet. Neu fällt auch bei Frühgeborenen und kranken Neugeborenen die Schmerzerkennung leichter.

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Fachgebiet: Gesundheit, Hebamme
Rubrik: Forschung