ONLINE: Spastizität: Differentialdiagnostik und Behandlung 3. Juni 2020

Prof. Dr. habil. Jan Mehrholz, SRH Hochschule für Gesundheit, Deutschland

03.06.2020, 17.00-18.00 Uhr – Online-Präsentation

Steckbrief

  • Startdatum 03.06.2020, 17.00-18.00 Uhr
  • Ort Online-Präsentation
  • Kosten Die Teilnahme an der Guest Lecture ist kostenlos.

Flyer Guest Lecture

Guest Lecture Spastizität: Differentialdiagnostik und Behandlung

Bild zu Guest Lecture Spastizität: Differentialdiagnostik und Behandlung

In der Vergangenheit wurde Spastik, im Gegensatz zur mangelnden Kraft und Koordination, als eine der Hauptdeterminanten der Behinderung angesehen. Physiologische Experimente zeigten jedoch frühzeitig, dass wenn Spastik reduziert wurde (z. B. durch Medikamente), dies nicht unbedingt zu einer besseren Aktivität führte. Es folgten Studien mit Vergleichen zwischen den Beeinträchtigungen auf Schädigungsebene, bei denen festgestellt wurde, dass Spastik deutlich geringer mit Aktivitäten zusammenhängt als motorische Beeinträchtigungen der oberen und unteren Extremitäten.
Eine moderne und etablierte Einteilung der Folgen einer zentralen Schädigung ist die Einteilung in Plus-, Minus- und adaptiven Symptomen. Hierbei ist die Spastik lediglich ein Plussymptom neben anderen, kann gut definiert und damit klar von anderen Symptomen abgegrenzt werden.
In dieser aktuellen Einteilung sind es vor allen Dingen die Minussymptome wie zum Beispiel die Muskelkraft, die mangelnde Geschicklichkeit die schnelle Ermüdbarkeit die in Studien den bedeutendsten Einfluss auf Aktivitäten im täglichen Leben zum Beispiel nach Schlaganfall gezeigt haben.
In aktuellen Studien zeigt sich ebenfalls, dass wenn Spastik klar definiert und zuverlässig und valide gemessen wird diese nicht per se in jedem Fall behandlungsbedürftig ist.
Diese Erkenntnisse führen mittlerweile zu einer deutlichen Veränderung des Schwerpunkts von Interventionen in der neurologischen Rehabilitation, zum Beispiel, dass zur Verbesserung von Aktivitäten möglichst alltagsnah das Gehen, Treppensteigen, Greifen und Manipulieren geübt werden sollte.

Moderation

  • Dajana Hubacher
  • Clare Maguire

Gastdozent

Prof. Dr. habil. Jan Mehrholz
Prof. Dr. habil. Jan Mehrholz

Prof. Dr. habil. Jan Mehrholz ist Studiengangsleiter des Master-Studiengangs Neurorehabilitation an der SRH Hochschule für Gesundheit am Campus Gera und seit über 20 Jahren Forscher im Bereich der Neurologischen Rehabilitation. In seiner Forschung fokussiert er sich schwerpunktmässig auf die Effekte von Physiotherapie im Bereich Gehfähigkeit, Aktivität und Mobilität. Als erfahrener Physiotherapeut arbeitet er ebenfalls im Bereich der Neurorehabilitation und verbindet so die Forschung und die Praxis.
Anschliessend an sein Aufbaustudium in Gesundheitswissenschaften/ Public Health promovierte er im Jahr 2007 an der TU Dresden zum Dr. rer. Medic («magna cum laude») und ist nach erfolgreicher Habilitation im 2010 als Dozent mit Lehrbefähigung im Fach Gesundheitswissenschaften/Public Health an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden tätig, wo er ebenfalls in Forschung und Lehre vertreten ist.
Im Dezember 2018 erhielt Prof. Dr. habil. Jan Mehrholz den renommierten H. J. Bauer-Rehabilitationspreis, der von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutschen Gesellschaft für neurologische Rehabilitation (DGNR) verliehen wird.

Lageplan (die Guest Lecture findet online statt)