Fachstelle für interprofessionelle Lehre

Im Gesundheitswesen ist der Dialog und die gelingende Zusammenarbeit mit andern Berufsgruppen entscheidend. Wir bereiten die Studierenden zum Wohl von Patient*innen und Kund*innen darauf vor. Zum professionsspezifischen Wissen, den Fertigkeiten und Haltungen als Hebamme, Ernährungsberater*in, Pflegefachfrau/-mann oder Physiotherapeut*in erlernen Sie darum im Bachelor-Studium an der Berner Fachhochschule Gesundheit auch interprofessionelle Kompetenzen.

Fachübergreifende Zusammenarbeit

Interprofessionelle Akzente im Bachelor-Studium am Departement Gesundheit der Berner Fachhochschule

Das Gesundheitswesen steht vor Herausforderungen: Um diese zu meistern und die Versorgungsqualität zu sichern, müssen Gesundheitsfachpersonen unterschiedlicher Fachrichtungen untereinander wie auch mit den Patientinnen, den Patienten, deren Angehörigen und Fachpersonen ausserhalb des Gesundheitswesens zusammenarbeiten. Das Bachelor-Studium an der Berner Fachhochschule Gesundheit bereitet die Studierenden auf dieses interprofessionelle Umfeld vor.

Seit September 2020 werden in den Vollzeit-Programmen der Bachelor-Studiengänge Pflege, Hebamme, Ernährung und Diätetik sowie Physiotherapie die jeweiligen Curricula mit neuen interprofessionellen Modulen ergänzt. Insgesamt 12 ECTS-Credits des gesamten Bachelor-Studiums (180 ECTS-Credits) erwerben die Studierenden der vier Professionsrichtungen gemeinsam in den drei interprofessionellen Modulen «Personzentrierte Gesundheitsversorgung», «Interprofessionelle Zusammenarbeit und eHealth» sowie «Gesundheitsförderung im interprofessionellen Kontext». Dabei lernen sie in Kleingruppen mit-, von- und übereinander.

Interprofessionelle Module der Bachelor-Studiengänge an der BFH Gesundheit

Konzept der Interprofessionellen Module

Das IP-Modulkonzept (Interprofessionelle Module) versteht interprofessionelle Kompetenz als Teil der beruflichen Gesamtkompetenz und die interprofessionellen Module als integrale Bestandteile der Bachelor-Studiengänge. Die Module stehen in Bezug zueinander, bauen aufeinander auf und erweitern sich gegenseitig.

Modulverbindende inhaltliche Schwerpunkte Bild vergrössern

Die Schwerpunktthemen Personzentrierung, kommunikative sowie ethische Grundlagen der interprofessionellen Zusammenarbeit verbinden die jeweiligen Fokusthemen aller IP-Module als «rote Fäden» inhaltlich miteinander.

Fachstelle Interprofessionelle Lehre - Modul 1

Modul 1

Personzentrierte Gesundheitsversorgung

1. Semester
(Herbstsemester)

Fachstelle Interprofessionelle Lehre - Modul 2

Modul 2

Interprofessionelle Zusammenarbeit und eHealth

3. Semester
(Herbstsemester)

1. Durchführung Herbstsemester 2021

Fachstelle Interprofessionelle Lehre - Modul 3

Modul 3

Gesundheitsförderung im interprofessionellen Kontext

6. Semester
(Frühlingssemester)

1. Durchführung Frühlingssemester 2023

Modul 1: Personzentrierte Gesundheitsversorgung

Jeder Mensch ist einzigartig und einmalig. Aber er lebt und überlebt nur als Teil einer Gemeinschaft und eines Systems. Dies zeigt sich besonders deutlich an den zahlreichen Übergängen zwischen Gesundheit und Krankheit im Verlauf der Lebensspanne. Hier sind Menschen oftmals auf professionelle Hilfe angewiesen. Das interprofessionelle Team verfügt über unterschiedliche Kompetenzen, welche eine Person in der Bewältigung komplexer Gesundheitsaufgaben unterstützen können.

Themen im Modul 1

  1. Die Person in Ihrer Lebenswelt
  2. Die Person im Kontinuum zwischen Gesund- und Kranksein
  3. Die Person und die Akteure des Gesundheitssystems
  4. Die Person im System Ethik und Recht
  5. Die Person und das Versorgungsteam

Modul 2: Interprofessionelle Zusammenarbeit und eHealth

Interprofessionelle Zusammenarbeit gilt als zentrale Voraussetzung, um der steigenden Komplexität in der Gesundheitsversorgung und den damit einhergehenden hohen Qualitätsanforderungen wie dem Fachkräftemangel und dem ökonomischen Druck zu begegnen. Die WHO (2010) fordert Fachleute unterschiedlicher Professionen auf, in effektiver Zusammenarbeit voneinander lernen. Wenn Personen mit einem Gesundheitsproblem und ihre Angehörigen dabei vermehrt als Partner in die interprofessionelle Zusammenarbeit eingebunden werden, resultiert dies eher in Lösungen, die den unterschiedlichen Lebenswelten der betroffenen Personen entsprechen.
Eine gelingende Zusammenarbeit bedingt eine Koordination über Berufsgruppen hinweg. Diese Koordination wird in zunehmendem Masse durch digitale Anwendungen ermöglicht, die den Datenaustausch auch über Institutionen hinweg erleichtern.

Themen im Modul 2

  1. Fokus Interprofessionalität
  2. Rahmenbedingungen eHealth
  3. Digitale Technologien im Einsatz
  4. Kommunikation im Behandlungsteam
  5. Entscheidungsfindung
  6. Digitale Gesundheitskompetenz

Modul 3: Gesundheitsförderung im interprofessionellen Kontext

Gesundheit ist das Ergebnis vielschichtiger Prozesse und wird von unterschiedlichen Einflussfaktoren geprägt – beispielsweise körperlicher, psychischer, systemischer/sozialer, kultureller, materieller usw. Eine wirkungsvolle und erfolgreiche Gesundheitsförderung und Prävention sind daher nur unter Berücksichtigung verschiedenster Perspektiven möglich. Gesundheitsfachpersonen, welche im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention tätig sind, tragen mit ihrem professionellen Blickwinkel entsprechend zu einer interprofessionellen Gesamtkompetenz bei.
Die Studierenden bringen ihre professionelle Perspektive sowie Vorwissen und Erfahrungen aus dem ganzen Studium in das Modul ein und überprüfen, verarbeiten bzw. vertiefen diese in einem realen, interprofessionellen Projekt.

Themen im Modul 3

  1. Gesundheitsförderung im interprofessionellen Kontext
  2. Prävention und psychosoziale Gesundheit
  3. Interprofessionelles Projekt

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