Neue Studie liefert detaillierte Zahlen zu gasförmigen Emissionen durch Güllelager

24.06.2020 Die Landwirtschaft in der Schweiz verursacht einen Grossteil der schädlichen Ammoniakemissionen. Güllelager sind dabei eine wichtige Quelle. Mitarbeitende der BFH-HAFL und anderer Forschungsinstitutionen haben die bisher umfassendste Übersicht über Emissionen von Ammoniak und Treibhausgasen aus der Güllelagerung publiziert.

Güllelager


Ammoniak ist ein Luftschadstoff, der vielfältige schädliche Auswirkungen auf natürliche Ökosysteme, Boden und Wasser hat. Zusätzlich trägt es indirekt zur Bildung von Treibhausgasen und lungengängigem Feinstaub bei, der die menschliche Gesundheit schädigt.

Die Landwirtschaft verursacht in der Schweiz mehr als 90% der gesamten Ammoniakemissionen. Dies bedeutet gleichzeitig grosse Verluste von Stickstoff für die landwirtschaftliche Produktion. Güllelager sind eine wichtige Quelle von Ammoniak und Treibhausgasen.

Mitarbeiter der BFH-HAFL haben in einer mehrjährigen Arbeit gemeinsam mit anderen international führenden Wissenschaftlern/-innen die bisher umfassendste Übersicht über Emissionen von Ammoniak und der Treibhausgase Lachgas, Methan und Kohlendioxid aus der Lagerung von Gülle publiziert. Die Studie zeigt, dass Schweinegülle höhere Emissionen von Ammoniak und Treibhausgasen verursacht als Gülle von Rindvieh.

Starke Verminderung durch Abdeckungen

Die Untersuchungen zeigen ausserdem, dass Abdeckungen von Güllelagern zu einer Reduktion der Verluste von Ammoniak um bis zu 80% führen können. Treibhausgasemissionen nehmen bei gedeckten Lagern ebenfalls leicht ab.

Auch Verfahren zur Gülleaufbereitung beeinflussen die Emissionen. Sie reduzieren teilweise die Ammoniak- oder Treibhausgazemissionen bei der Güllelagerung, können diese aber auch vergrössern. Soweit solche Verfahren Mehremissionen verursachen, lassen sich diese meist durch Anwendung emissionsmindernder Techniken bei Lagerung und Ausbringung von Gülle kompensieren.

Die Studie bildet eine solide Grundlage für Entscheidungsträger/-innen, etwa bei der Beurteilung von Massnahmen zur Emissionsreduktion. Sie zeigt Wissenslücken und Forschungsbedarf auf.

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Fachgebiet: Agronomie
Rubrik: Forschung