Einmal Ausland, immer Ausland!

Einmal Ausland, immer Ausland!

Fabia Baumann schliesst im Frühlingssemester 2018 ihren Bachelor in Holztechnik ab. Während ihres Studiums hat sie ein einjähriges Praktikum in Norwegen absolviert. Sie hat sich nun entschlossen, für das Masterstudium nach Dänemark zu gehen.

Erzählen Sie uns von Ihrem Background.

Nach der gymnasialen Matura und der Lehre zur Zimmerin war mir klar, dass ich mich noch weiterbilden möchte. Da ich weiterhin mit Holz zu tun haben wollte, war es naheliegend, an der BFH in Biel Holztechnik zu studieren. Dort konnte ich meine Kenntnisse in Materialkunde erweitern und in der Vertiefungsrichtung TST mehr über Statik und Technik lernen.

 

Wieso haben Sie sich entschlossen, während dem Bachelorstudium ein Jahr im Ausland zu verbringen?

Schon immer bin ich gerne gereist, wobei es mir der Norden besonders angetan hat. Die Suche nach einer geeigneten Praktikumsstelle in Skandinavien gestaltete sich dann aber als nicht so einfach. Als ich den persönlichen Tipp erhielt, mich beim auf Holz spezialisierten Architekturbüro Helen & Hard in Norwegen zu bewerben, zögerte ich keine Sekunde und diesen Entscheid habe ich nie bereut.

Ich freute mich darauf, meinen Horizont zu erweitern, sowohl fachlich als auch von Land und Leuten her.

 

Welche Erkenntnisse konnten Sie aus dieser Erfahrung mitnehmen?

Dass ich mein Praktikum als einzige Ingenieurin in einem Architekturbüro absolvierte, war manchmal herausfordernd, insgesamt aber sehr lehrreich und positiv für beide Seiten. Es war spannend, in den vielen verschiedenen Holzprojekten mitzuarbeiten, die Architekten mit meinem spezifischen Fachwissen zu unterstützen und auch viel über Architektur dazuzulernen. Zusätzlich war natürlich auch die Freizeit in diesem schönen Land sehr bereichernd und es war erstaunlich einfach, Norweger kennenzulernen und Freundschaften zu schliessen. So habe ich mich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich weiterentwickeln können.

 

Warum haben Sie sich entschlossen, das Masterstudium in Dänemark zu absolvieren?

Einerseits möchte ich gerne noch mehr lernen, bevor ich definitiv in die Arbeitswelt eintrete. Wenn ich diesen Schritt nicht jetzt mache, wird es in ein paar Jahren sicherlich nicht einfacher für mich, noch ein Masterstudium zu absolvieren. Da ich meine Rolle als Ingenieurpraktikantin in einem Architekturbüro äusserst spannend und bereichernd fand, möchte ich mich gerne in diesem Bereich noch weiterbilden und kann mir auch eine berufliche Zukunft in dieser Richtung gut vorstellen. Zudem ist es aber auch so, dass in vielen Ländern – Norwegen eingeschlossen – ein Mastertitel beinahe zwingend ist und „nur“ ein Bachelortitel oftmals als nicht ausreichend angesehen wird. Vielleicht wird dies auch in der Schweiz in einigen Jahren oder Jahrzehnten stärker so sein.

So nutze ich die Chance, ein neues Land kennenzulernen und werde meinen Master MSc of Architectural Engineering in Dänemark machen. Dieses kombiniert Architektur mit Ingenieurwesen und entspricht damit absolut meinen Interessen.

 

Würden Sie anderen Studierenden empfehlen, ein Austauschsemester oder gar ein ganzes Studium in Ausland zu verbringen?

Eine Auslanderfahrung kann ich nur empfehlen! Es ist nie so einfach wie im Studium oder Praktikum, ins Ausland zu gehen. Ist man erst einmal in der Berufswelt etabliert, wird dieser Schritt immer komplizierter. Im Ausland kann man zwar unter Umständen seine Fachkompetenz nicht gleich stark vertiefen wie die Mitstudierende in der Schweiz, aber es öffnet in jedem Fall den Horizont. 

 

Haben Sie Tipps für Studierende, die gerne ein Austauschsemester im Ausland absolvieren möchten?

Natürlich lohnt sich die genaue Prüfung von Praktikumsstelle oder Gastuniversität, damit man im Ausland keine böse Überraschung erlebt. Eine ordentliche Portion Flexibilität und Offenheit waren mir sehr dienlich. Vor allem für Ziele ausserhalb von Europa sind mehrere Monate Vorbereitungszeit für Visum etc. zudem zwingend. Wenn du also ins Ausland möchtest, verlässt du dich am besten auf Empfehlungen von Freunden und Bekannten und beginnst möglichst früh mit der Suche.

 

Autorin: Jolanda Kieliger, Wissenschaftliche Mitarbeiterin IRO

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