Erasmus Austausch mit Finnischen Hochschulen

Erasmus Austausch mit Finnischen Hochschulen

Das europäische Erasmus Programm unterstützt den Austausch von Studierenden und Dozierenden. Andreas Ninck, Professor am Fachbereich Wirtschaft, hat im Mai zwei Partnerhochschulen in Finnland besucht, die JAMK Fachhochschule in Jyväskylä und die Laurea Fachhochschule in Espoo.

 

Das Hochschulsystem in Finnland hat von seiner Entstehungsgeschichte her viele Ähnlichkeiten mit der Schweiz. Im Unterschied zur Schweiz sind die Gymnasien sowohl Zubringer für die Universitäten wie für die Fachhochschulen. Umso mehr versuchen sich deshalb die Fachhochschulen mit einem klaren Praxisbezug gegenüber den Universitäten zu profilieren. Dies gilt ganz besonders für die Masterstufe. Um an der Fachhochschule zum Masterstudium zugelassen zu werden, muss man mindestens drei Jahre im Studiengebiet gearbeitet haben.

 

Was an beiden Fachhochschulen auffällt sind die praxisbezogenen Lernkonzepte. So heisst das Motto der Laurea University «Learning by Developing», was sich darin äussert, dass der Unterricht soweit möglich problembasiert aufgebaut ist. Auch an der JAMK University gibt es verschiedene innovative Lernszenarien. So gibt es zum Beispiel ein Restaurant, welches nicht bloss vollständig von Studierenden betrieben wird, sondern den Studierenden der Ernährungsberatung und der Betriebswirtschaft auch als Entwicklungsumgebung und Experimentierlabor für innovative Dienstleistungsangebote dient. Gar weltweit einzigartig ist die Möglichkeit, einen Bachelor of Business Administration (BBA) in Unternehmertum zu absolvieren, bei welchem die Studierenden ihre eigene Firma gründen. Es gibt keinen Unterricht im Klassenverband, die Studierenden holen sich das notwendige Wissen je nach Bedarf aus der Literatur oder bei den jeweiligen Coaches. Das Ziel ist es übrigens, nicht bloss den Bachelortitel zu erlangen, sondern mit der Firma mindestens soviel Geld zu verdienen, dass zum Studienabschluss für die ganze Gruppe eine Weltreise finanziert werden kann!

 

Beide Fachhochschulen sind sehr international aufgestellt. Mindestens die Hälfte des Angebots ist in Englisch, und über 10 Prozent der Studierenden stammen aus europäischen Ländern oder gar aus Asien oder den USA. Ein ganzes Sekretariat mit mehreren Angestellten kümmert sich um die internationalen Belange. Finnische Studierende werden stark dazu angehalten, mindestens ein Semester im Ausland zu studieren. Sprachlich sind sie sicher gut darauf vorbereitet: es ist auffallend, wie gut die finnischen Studierenden die englische Sprache beherrschen.

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