Mit ERASMUS nach Berlin

Mit ERASMUS nach Berlin

Meine Zeit an der Kunsthochschule Berlin Weissensee war für mich die lehrreichste, interessanteste und motivierendste meiner bisherigen Studienzeit, trotz eines ziemlich chaotischen Anfangs. Ich war recht nervös vor dem Semesterbeginn In Berlin, denn ich hatte keine Ahnung was mich dort erwarten würde. Ausserdem hatte ich mich bei einem anderen Fachbereich angemeldet, als dass ich normalerweise studiere und war daher unsicher ob das Erasmus Semester nicht zu schwierig sein würde. Ich machte mir zu viele Sorgen, wie sich im Nachhinein herausstellte…

 

Während meines Erasmus Studiums entschied ich mich für ein Projekt welches für Studenten im dritten Semester bestimmt war. Dieser Kurs enthielt, neben einem freien Projekt mit dem Titel „ Materialize Senses“, gewisse Grundlagenfächer für welche ich automatisch auch eingeschrieben wurde. Da ich normalerweise Kunstvermittlung studiere, und daher keine Erfahrung im Textildesign hatte, waren die Grundlagenkurse in Weben, Färben, Siebdruck, Materialkunde und digitale Werkzeuge sehr nützlich. Dadurch dass der Stundenplan ziemlich voll war und der Kurs von einer festen Klasse absolviert wurde, wurde ich sehr gut in die Klasse und den Schulbetrieb integriert und fühlte mich nach einer Weile nicht mehr wirklich wie eine Erasmus-Studentin.

 

Ich beschloss nach dem ersten Semester den Austausch zu verlängern und blieb somit für ein weiteres Semester im kalten Berlin. Ich meldete mich für ein fächerübergreifendes Projekt mit dem Namen „Soft Interfaces“ an. Die Gruppe bestand aus Modedesign-, Produktdesign- und Textildesignstudenten aus verschiedensten Stufen, was zu einem sehr anregenden Austausch zwischen den verschiedenen Fachbereichen führte. Dieser Kurs hat mich gänzlich von der Kunsthochschule Berlin Weissensee überzeugt. Weil ich vorher noch nie in dieser Richtung gearbeitet hatte, öffneten sich für mich neue Türen. Ich habe neue Denkweisen und Techniken kennengelernt, von denen ich niemals gedacht hätte, dass ich sie irgendwann erlernen würde.

 

Während dem Semester habe ich eine flexible dreidimensionale Struktur entwickelt, die je nach dem wo und mit welcher Intensität sie berührt wird, verschiedene Klänge generiert. Ich hatte die Möglichkeit erhalten, diese Klanginstallation in München, am Bauhaus Dessau und in Zürich auszustellen – für mich ein voller Erfolg!

 

In einem Jahr werde ich einen zusätzlichen Master in Textildesign machen, somit fällt mir der Abschied von der Kunsthochschule Berlin Weissensee nicht ganz so schwer. Ich bin froh über diese Erfahrung und möchte mich herzlichst bedanken, dass mir diese Möglichkeit für ein Erasmus Studium in Berlin geboten wurde.

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Autorin

Paula van Brummelen
Studentin MA Art Education, Hochschule der Künste Bern

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