Zwei Monate in China

Zwei Monate in China

Selina Reber, Masterstudentin Art Education an der Hochschule der Künste Bern, hat mit zwei weiteren Studentinnen ihres Studiengangs (Fränzi Bieri, Yvonne Morgenthaler) am internationalen, multidisziplinären «elope - The Kitchen Project» in Shanghai (CN) teilgenommen, an dem die Nationen China, Schweiz und Mexiko beteiligt waren. Für dieses Projekt war sie im Herbstsemester 2009/2010 insgesamt zwei Monate in China.

 

Wie bist Du zum «elope»-Projekt gekommen?

Ich wurde durch die Studiengangsleitung auf dieses Projekt aufmerksam gemacht. Jedoch hatten wir vor Ankunft in Shanghai nur sehr vage Vorstellungen, was uns erwartet und womit wir uns ein Semester lang beschäftigen werden - dies fügte dem ganzen auch eine Prise Abenteuer hinzu.

 

Was hat Dich daran gereizt? Welche Erwartungen hattest Du - und haben sich diese erfüllt?

Als zukünftige Vermittlerin hat mich die Aufgabe gereizt, ein solches internationales, multidisziplinäres Projekt mit den Medien Video, Fotografie, Ton und Text (Interviews) zu begleiten. Erwartungen und Vorstellungen, Meinungen und Ansichten haben sich in ganz vielfältiger Art und Weise im Verlaufe des Projekts gebildet und sich mit diesem weiterentwickelt. Die Herausforderung, sich innerhalb eines sozialen und thematischen Netzes immer neu zu positionieren, seine eigene Rolle festzulegen und diese nach aussen zu vermitteln hat bereichernde Erfahrungen ermöglicht, welche ich in diesem Ausmass nicht erwartet hätte.

 

Wie war die Zusammenarbeit vor Ort? Inwiefern hat sie sich von den Abläufen, die Du hier von Deinem Studium gewohnt bist, unterschieden?

Nebst der Herausforderung, sich in einem fremden Land für kurze Zeit so etwas wie einen Alltag einzurichten, stellte die total unbekannte Umgebung und Kultur ungewohnte Rahmenbedingungen für unser Arbeiten. In einem permanenten Überfluss an vorhandenen Impressionen und einem oftmals festgestellten Mangel an benötigten Informationen waren vor allem Spontanität, Aufmerksamkeit, Flexibilität, manchmal auch Improvisation und immer der Wille, sich auf die sich anbietenden Möglichkeiten einzulassen, gefordert. Sowohl beim gemeinsamen Arbeiten in China, als auch in der darauf folgenden Phase des globalen Kommunizierens musste ich gewohnte Arbeitsmethoden abändern oder komplett über den Haufen werfen - jedoch sehe ich die vielfältigen kulturellen Hintergründe auf jeden Fall als Bereicherung im Erkenntnis- und Arbeitsprozess.

 

Was nimmst du für Dich aus dieser interkulturellen Erfahrung mit - für dein Arbeitsleben und allgemein?

Als Gestalterin schätze ich im Allgemeinen die Erfahrungen und Erlebnisse im Umgang mit Bildern im interkulturellen Kontext. Beispielsweise sich bewusst zu werden, dass nicht nur die gesprochene Sprache Übersetzung benötigt, sondern dass auch die visuelle Sprache oftmals unglaublich subtil kulturell geprägt ist. Für meine zukünftige Vermittlungstätigkeit schätze ich vor allem Erfahrungen, welche ich aus den unzähligen Interviews und Gesprächen, Präsentationen, Diskussionen und Begegnungen gewonnen habe. Auf die Position des Gegenübers einzugehen, die Erarbeitung eines gemeinsamen Vokabular in einer Fremdsprache und andere dieser Erfahrungen haben mir ermöglicht, meine eigenen Kompetenzen im persönlichen Ausdruck und Auftreten zu erweitern.

 

Interview: Christoff Kandera

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Weitere Informationen

elope.2 - "The Kitchen"-Projekt

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