Passerelle - Erfahrungsbericht von Ursula Nünlist

Passerelle - Erfahrungsbericht von Ursula Nünlist

Frau Ursula Nünlist absolvierte die Passerelle der Berner Fachhochschule (BFH), Technik und Informatik (TI) und studiert heute Mikro- und Medizintechnik. 

 

Den ersten intensiven Kontakt mit Medizintechnik hatte ich während meiner Maturarbeit zum Thema „Neurotechnische Schnittstellen“. Diese Arbeit ermöglichte mir einen tiefen Einblick in dieses Fachgebiet zwischen Medizin und Technik und weckte in mir den Wunsch Medizin zu studieren. Das Studium in Biomedizinischen Wissenschaften, welches ich nach der Matur begonnen habe, erwies sich für mich indes nicht als optimaler Ansatz. Der technische Aspekt der Medizintechnik rückte in meiner Vorstellung dessen, was ich in Zukunft machen möchte, nämlich immer mehr in den Vordergrund. Ich beschloss daher, das Studienfach zu wechseln und Ingenieurin zu werden.

 

Auf der Webseite der BFH fand ich das Passerellen-Programm, welches Maturanden ein Studium an der Fachhochschule ermöglicht. Die Kombination aus Vorkurs und Praktikum überzeugte mich, und ich startete mit dem Passerellenvorkurs im Oktober 2010. Neben vielen interessanten Kursen war mein persönliches Highlight die Roboterwoche in Burgdorf. Der Bau und vor allem später die Programmierung des kleinen Roboters haben grossen Spass gemacht und auf einfache und verständliche Weise einen Einblick in viele verschiedene Teilgebiete des späteren Studiums gegeben.

 

Die Suche nach einer Praktikumsstelle war nicht ganz einfach, obschon wir vom Passerellen-Leiter, Thomas von Burg, mit Kontaktdaten und wertvollen Tipps unterstützt wurden. Mit Einsatz und etwas Glück erhielt ich die Praktikumsstelle bei Ziemer Ophthalmic Systems AG, einer Medizintechnikfirma, die Femtolaser für die Augenchirurgie und Geräte für die Hornhautanalyse entwickelt.

 

Das neunmonatige Praktikum gab mir einen guten Einblick in die Berufswelt. Ich wurde in das Industrialisierungsteam eingebunden und bekam mein eigenes Projekt, welches mir nicht nur einen Überblick der viele Aspekte des Ingenieurberufes verschaffte, sondern mir auch grosse Eigenverantwortung gab. Von der CAD Konstruktion über Motorenansteuerung und Schaltungsaufbau bis zur Datenauswertung war alles dabei, ebenso die lückenlose Dokumentation. Mit Unterstützung einiger Mitarbeitender konnte ich das Projekt bis zum Ende des Praktikums erfolgreich abschliessen, und in den Produktionsprozess eingliedern.

 

Das Praktikum bei der Firma Ziemer hat mir die Möglichkeit eröffnet, das Bachelorstudium in Teilzeit zu absolvieren, weiterhin in meinem bisherigen Team zu arbeiten und wertvolle Berufserfahrungen zu sammeln.

 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir die Passerelle den Einstieg ins Ingenieurstudium und in die Berufswelt erleichtert hat. Für Gymnasiasten und Quereinsteiger, die Ingenieure werden wollen, kann ich diesen Weg sehr empfehlen.

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Autorin

Ursula Nünlist

Studentin Mikro- und Medizintechnik

 

 

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